Das Spiel zweier Oberliga-Konkurrenten des ASC 09 Dortmund wird nachträglich anders gewertet. © Stephan Schütze
Oberliga Westfalen

Die besten Oberliga-Topstürmer ballern um die Wette – ASC-Stürmer bekommt gleich Anfragen

Sie sind beide so etwas wie die Lebensversicherung ihrer Teams. Der eine schon etwas länger, der andere wurde es erst durch die Verletzung des etatmäßigen Mittelstürmers.

Sieben Spieltage sind in der Oberliga Westfalen gespielt und an der Spitze der Torjägerliste stehen zwei, die sich am vergangenen Sonntag im direkten Duell gegenüber standen. Und: Sie schossen fünf der insgesamt sechs erzielten Treffer in einem wilden Spiel.

Einer davon ist Nazzareno Ciccarelli von der TSG Sprockhövel. Der 24-jährige Offensivspieler durchlebte beim Heimspiel gegen den ASC 09 Dortmund (3:3) das komplette Gefühlschaos. Denn: Nach langem Kampf in Unterzahl erzielte er in der Nachspielzeit den vermeintlichen Siegtreffer.

Platzverweis nach Torjubel

Das Problem dabei war jedoch, dass er anschließend sein Trikot auszog, obwohl er schon die Gelbe Karte gesehen hatte. „Wir haben so lange in Unterzahl gekämpft und ich hatte irgendwie vergessen, dass ich Gelb gesehen habe. Bei meinem Tor zum 3:2 sind die Emotionen mit mir durchgegangen“, gesteht Ciccarelli, der 2018 für ein halbes Jahr beim FC Brünninghausen spielte.

Folgerichtig schickte ihn der Schiedsrichter mit der Gelb-Roten Karte vorzeitig in die Kabine. „In dem Moment als ich das Trikot ausgezogen habe, ist es mir eingefallen. Das ärgert mich natürlich schon sehr, vor allem auch, weil ich der Mannschaft im nächsten Spiel nicht helfen kann“, ergänzt er.

Es kam, wie es kommen musste: Der Topstürmer auf der anderen Seite, Maximilian Podehl, bekam noch einmal den Ball vor die Füße und versenkte ihn zur Freude der Aplerbecker zum 3:3-Endstand.

Eigentlich Spielmacher

Trotz des bitteren Platzverweises spielt Ciccarelli eine starke Saison im Trikot der TSG Sprockhövel. Elf Tore nach sieben Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Und das, obwohl er eigentlich eher der Spielmacher ist: „Normalerweise spiele ich auf der 10 hinter Ibrahim Bulut, der aber verletzt ist. Jetzt spiele ich ganz vorne und es läuft auch richtig gut.“

Seine technischen Fähigkeiten, die er als gelernter Spielmacher mitbringt, helfen ihm nun auch ganz vorne in der Spitze. „Ich kann auch gute Vorlagen geben“, sagt Ciccarelli lachend. Er wolle einfach alles für das Team geben, denn insgesamt stehe sowieso nur der Mannschaftserfolg im Vordergrund.

Nazzareno Ciccarelli hat aktuell die meisten Treffer der Oberliga Westfalen erzielt. © imago images/Rene Traut © imago images/Rene Traut

Nur einen Treffer hinter Ciccarelli in der Torjägerliste liegt seit Sonntag der angesprochene Maximilian Podehl. Der 23-jährige sorgte mit seinem Dreierpack gegen Sprockhövel einmal mehr für Aplerbecker Glücksgefühle und schraubte sein Trefferkonto auf mittlerweile zehn Tore hoch.

Der Last-Minute Ausgleich habe sich laut Podehl aber besonders gut angefühlt: „Kurz zuvor hat Ciccarelli ja erst das 3:2 geschossen, mit seinen Jungs gefeiert und dann Gelb-Rot gesehen, weil er sein Trikot ausgezogen hat. Das war schon ein geiles Gefühl, dann noch das dritte Tor zu schießen und den Punkt zu retten.“

Tore wecken Begehrlichkeiten

Für Podehl ist es nicht die erste Oberliga-Saison, in der er regelmäßig trifft. So gut wie diese Saison lief es bisher aber noch nie: „Zehn Tore hatte ich zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison noch nie geschossen. Trotz der vielen Verletzten läuft es echt gut bei uns, so komme ich dann zu meinen Chancen“, freut sich Podehl.

Maximilian Podehl bleibt beim ASC 09 Dortmund. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Noch einmal höher zu spielen, habe Podehl noch nicht abgeschrieben, ergänzt aber auch: „Jeder weiß ja auch, wie wohl ich mich in Aplerbeck fühle.“ Es habe in den vergangenen Tagen jedoch schon wieder vermehrt Anrufe von anderen Klubs gegeben.

Gegenseitiger Respekt

Im direkten Duell der Toptorjäger der Oberliga Westfalen geht jedenfalls vorerst Podehl als Punktsieger vom Platz, hat aber trotzdem lobende Worte für Ciccarelli parat: „Das ist ein richtig guter Stürmer, der die Bälle gut festmacht und gut kombiniert.“

Auch Ciccarelli schätzt die Fähigkeiten seines Kontrahenten und lobt Podehls Kopfballstärke und Kaltschnäuzigkeit. Man kann nur gespannt sein, wer im Rückspiel die Nase vorn hat und ob Ciccarelli sein Trikot im Zweifel anbehalten kann.

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Thomas Schulzke

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