Katharina Müller und Tim Dieck gewann zum zweiten mal die Deutsche Meisterschaft. Sie waren diesmal konkurrenzlos. © picture alliance/dpa
Eiskunstlaufen

Dortmund hat ein neues Supertalent: Mit 17 Jahren schon Deutscher Meister

Die Dortmunder Eiskunstläufer haben bei den Deutschen Meisterschaften groß zugeschlagen. Vor allem, ein Dortmunder Talent hat überrascht und sich den Titel geschnappt.

Was machen frisch gebackene Deutsche Eiskunstlauf-Meister am Tag nach ihrem Erfolg? „Ausschlafen“, sagt Denis Gurdzhi und lacht befreit. Der 17-jährige Dortmunder hat nach denkwürdigen Titelkämpfen in seiner Heimatstadt auch allen Grund zu guter Laune. Tim Dieck, der mit seiner Eistanz-Partnerin Katharina Müller seinen Titel im Eissportzentrum Westfalen an der Strobelallee verteidigte, war am Sonntagmorgen schon mit Katis Hund vor der Tür, Frauchen legt gerade eine vorweihnachtliche Familienpause in der Ukraine ein.

Die 121. nationalen Titelkämpfe, sie werden in die Geschichte eingehen, nicht nur in die persönliche der Dortmunder Hauptdarsteller. Corona bewog die Eislauf-Verbände aus Bayern und Berlin, zum Teil sehr kurzfristig ihre Athleten nicht nach Westfalen zu entsenden, dabei hatten die Dortmunder mit einem strengen Hygienekonzept überhaupt erst den Zuschlag bekommen, nachdem Hamburg die DM-Ausrichtung zurückgeben musste.

Denis Gurdzhi ist überraschend Deutscher Meister geworden. © privat © privat

„Es waren etwas andere Deutsche Meisterschaften“, sagt Tim Dieck angesichts der Tatsache, dass es keine Zuschauer in der Halle gab, dass der Paarlauf-Wettbewerb vollends ausfiel und Müller/Dieck die einzigen Eistänzer waren, ihr Titelgewinn also schon vorher feststand. „Es ging uns diesmal nicht um die Titelverteidigung, wir haben uns auf uns und den Wettkampf konzentriert, wollten gute Programme zeigen und somit allen, die die DM mit ihrem Einsatz so gut über die Bühne gebracht haben, ein kleines Dankeschön zu sagen. Ich glaube, das ist uns auch gelungen“, berichtet der 24-Jährige, der mit seiner Eis-Partnerin in dieser Pandemie-Saison vier Wettkämpfe bestritt – und vier Mal auf dem Podium landete, davon drei Mal auf dem höchsten Treppchen. Eine starke Saison-Bilanz.

Immerhin fünf Teilnehmer glitten in der Herren-Konkurrenz aufs Dortmunder Eis, darunter die Lokalmatadoren Denis Gurdzhi und Louis Weissert, die sich seit zwei Jahren auf höchstem Junioren-Niveau duellieren. Gerade hatte der zweifache Deutsche Juniorenmeister Denis bei der „NRW Autumn Trophy“ die Nase hauchdünn vorn, nun ebenso knapp auch bei den „Deutschen“.

Denis Gurdzhi kann es nicht glauben

„Ich kann das mit dem Titel in der Meisterklasse noch gar nicht glauben, bin aber sehr, sehr glücklich“, strahlt Gurdzhi, der schon seit seinem zweiten Lebensjahr auf Schlittschuhen steht und sein Leben auf seinen Sport ausgerichtet hat. Sechs Mal pro Woche trainiert er mit Julia Gnilozubov für seinen Traum von den großen Eisarenen dieser Welt. Mit Louis Weissert hat er einen fordernden Mitstreiter.

„Die Konkurrenz im eigenen Haus pusht mich richtig. Ich schaue immer, was Louis so macht und sehe zu, dass ich Schritt halte“, berichtet der Abiturient, der das Goethe-Gymnasium besucht und sich bei der Gelegenheit bei seinen Lehrern an der NRW-Sportschule für ihre Rücksichtnahme bedankt, „das hilft mir wirklich“.

Zu Jahresbeginn startete der jüngste Deutsche Meister der DEU-Geschichte bei der Junioren-Weltmeisterschaft im estnischen Talinn, „mein bisher größter Erfolg“. Und dann beginnt er wieder ungläubig zu lachen: „Und jetzt bin ich Deutscher Meister“.

Über die Autorin
Sportredaktion
Die Liebe zum Sport im Großen wie im Kleinen und die Liebe zum Schreiben führten 1988 direkt in die Sportredaktion des Medienhauses Lensing. Persönliche journalistische Highlights: die Berichterstattung von den Olympischen Spielen 2000 in Sydney und 2008 in Peking. Immer noch mit Begeisterung am Ball.
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Petra Nachtigaeller

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