Auch Turnerin Elisabeth Seitz soll in Dortmund dabei sein. © picture alliance/dpa/KEYSTONE
Turnen

Dortmund springt für Leipzig ein und übernimmt Turn-Meisterschaften 2021 ganz

Dortmund wird vom 3. bis zum 6 . Juni zum Zentrum des Turnsports in Deutschland. Bei der Multisportveranstaltung „Die Finals 2021“ spielt die Stadt eine herausragende Rolle.

Nach dem im vergangenen Jahr bereits abgesagten Deutschen Turnfest 2021 in Leipzig kann auch die Ersatzveranstaltung „Turnen21“ vom 13. bis 16. Mai nicht ausgetragen werden. Das haben der Deutsche Turner Bund (DTB) und die Stadt Leipzig jetzt bekanntgemacht. Die Pandemie verhindert die Großveranstaltung mit fünf Sportarten, neun deutschen Meisterschaften und einer Olympia-Qualifikation.

Auch der Versuch, „Turnen21“ in Leipzig noch als Modell-Projekt anzumelden, konnte nicht umgesetzt werden. 626 Sportlerinnen und Sportler aus 223 Vereinen Deutschlands hatten sich auf die Meisterschaften vorbereitet und in den Bundesländern qualifiziert.

Die deutschen Mehrkampf-Meisterschaften der Turner werden nun in der Multisportveranstaltung „Die Finals“ in Dortmund am 3. bis 6. Juni aufgehen. Die Einzelfinals waren ohnehin schon in Dortmund geplant. Schauplatz der Wettkämpfe, die allerdings ohne Zuschauer stattfinden müssen, wird die Westfalenhalle sein. Die Mehrkämpfe der Männer und Frauen werden in das bestehende Programm am Donnerstag und Freitag, an dem bisher lediglich die Qualifikationen geplant waren, integriert.

„Das Konzept der „Die Finals 2021“ sieht eine dezentrale Austragung der Meisterschaften in Berlin und NRW, hier noch mal aufgeteilt auf verschiedene Städte und Venues, vor“, erklärt DTB-Sprecher Torsten Hartmann die Entscheidung für Dortmund. „Daher reisen natürlich weniger Mitwirkende in die jeweiligen Städte. In Dortmund werden die Meisterschaften also einzeln betrachtet – in Leipzig wurden alle Meisterschaften zusammen als Veranstaltung gewertet – dadurch ist die Veranstaltungsgröße eine andere.“

Hoffen auf fortgeschrittene Impfung

Zudem, sagt Hartmann, bestehe die Hoffnung, dass bis Dortmund im Juni die Impfung weiter fortgeschritten und die dritte Welle abgeflacht sei.

Dennoch konnte nicht das gesamte Wettkampfprogramm nach Dortmund gerettet werden. Vor allem die Jugendmeisterschaften sind betroffen. So wird es keine Jugendwettkämpfe im Gerätturnen, in der Rhythmischen Sportgymnastik und im Trampolinturnen geben. Bei den Senioren fallen die Titelkämpfe im Trampolinturnen, in Aerobic und Rope Skipping aus.

Aufgewertet wird die Veranstaltung in Dortmund allerdings dadurch, dass sie nun auch den Status der Olympia-Qualifikation von „Turnen 21“ in Leipzig übernimmt. Die zweite Qualifikation für Tokio ist für den 12. und 13. Juni in München vorgesehen.

„Wir haben Ende des vergangenen Jahres die Olympia-Qualifikation bei Turnen21 platziert, weil es zu dem Zeitpunkt optimal für die Athletinnen und Athleten im Sinne der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele war“, erklärt Hartmann. „Durch die Verschärfung der Pandemie-Lage mit der britischen Mutante müssen wir nun auch mit einer Qualifikation vier Wochen später im Rahmen der Finals leben. Auch wenn damit die Zeit zwischen den Qualifikationen und somit die Erholungsphase kürzer ist.“

Die Organisatoren des Multisportevents „Die Finals“ in Berlin und in der Rhein-Ruhr-Region rechnen unterdessen fest damit, dass die Veranstaltungen, von denen die Meisterschaften im Gerätturnen und in der Rhythmischen Sportgymnastik in Dortmund nur zwei von 18 sind, vom 3. bis 6. Juni wie geplant über die Bühne gehen werden. „Wir gehen fest davon aus, dass alles stattfindet“, sagt Finals-Sprecher Cem Herder. „Auch nach den neuen Vorgaben zur Bekämpfung der Pandemie ist die Ausführung von deutschen Meisterschaften und Leistungssport gesichert. Das ist der Stand heute.“

Ein Bündel von Meisterschaften

„Die Finals“ sollen mit ihrer Bündelung von Meisterschaften in zahlreichen Sportarten den einzelnen Disziplinen zu mehr medialer Aufmerksamkeit und öffentlicher Wahrnehmung verhelfen. Dazu gehört auch, dass ARD und ZDF umfangreich und live von den Wettbewerben berichten.

An Rhein und Ruhr ist Dortmund auch noch an einem zweiten Veranstaltungsort Gastgeber. In der Helmut-Körnig-Halle werden die Wettbewerbe im Tischtennis und Para-Tischtennis, Karate und Taekwondo ausgetragen. Auch hier geht man bei „The Finals“ mit großer Zuversicht davon aus, dass die Meisterschaften stattfinden.

Auf der Regattabahn im Sportpark Duisburg finden zudem die Wettbewerbe im Kanu, Kanupolo und Stand-Up-Paddling statt. Im Bochumer Vonovia Ruhrstadion wird in den Wettbewerben Speed-Klettern und Bouldern, die beide zum olympischen Dreikampf gehören, um die Meisterschaft geklettert.

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Sportredaktion Dortmund
61er-Jahrgang aus Bochum, seit über 35 Jahren im Journalismus zu Hause - dem Sport und dem blau-weißen VfL schon ewig von Herzen verbunden - als Sportredakteur aber ein Spätberufener.
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