Ihr habt abgestimmt: Der Dortmunder Amateurfußballer des Jahrzehnts steht fest. © Timo Janisch
Fußball-Westfalenliga

Dortmunder Amateurfußballer des Jahrzehnts steht fest – Unterstützung bekam er von zwei Frauen

Wir haben gesucht, ihr habt entschieden: Der Amateurfußballer des vergangenen Jahrzehnts steht fest. Wir haben mit ihm zu seiner gewonnenen Wahl ein großes Interview gemacht.

Der Dortmunder Amateurfußballer des Jahrzehnts steht fest. Ihr hattet bis zur Silvesternacht die Chance, aus elf Spielern online abzustimmen, wer im vergangenen Jahrzehnt den Dortmunder Amateurfußball am meisten gerockt hat. Insgesamt 833 Nutzer haben abgestimmt, 25 Prozent der Stimmen gingen an den Gewinner. Wir haben mit ihm ein großes Interview gemacht.

Florian Gondrum ist der Sieger der Abstimmung. Der aktuelle Spielertrainer des FC Brüninnghausen hat ein Viertel der Gesamtstimmen eingeheimst und seine Konkurrenz teilweise deutlich hinter sich gelassen. Die Plätze zwei und drei gingen an Dominik Behrend (18 Prozent) und Gondrums Trainerkollegen Rafik Halim (14 Prozent).

Herr Gondrum, Sie sind in unserer Umfrage zu Dortmunds Amateurfußballer des Jahrzehnts gewählt worden. Wie fühlt sich das an?

Natürlich fühlt sich der Sieg gut für mich an. Aber ich weiß das auch einzuordnen. Es standen elf Leute zur Auswahl, die alle ein überragendes Amateurniveau haben beziehungsweise hatten. Jeder hatte in unterschiedlicher Art und Weise Qualität.

Haben Sie denn auch ordentlich Werbung gemacht? Rund 208 Nutzer haben für Sie abgestimmt. Damit haben Sie 25 Prozent aller Stimmen (insgesamt 833) gesammelt…

Nein, das habe ich nicht. Dafür bin ich nicht der Typ (lacht). Ich glaube, das ist eher ein Frauen-Ding. Meine Frau und meine Schwester haben aber etwas gemacht. Sie haben die richtigen Leute angeschrieben. Darunter war wohl auch mein ehemaliger Verein DJK SF Nette. Da habe ich noch viele Bekannte.

Ihr Trainer-Kumpel Rafik Halim ist Dritter geworden, hat 14 Prozent der Stimmen gesammelt. Haben Sie Ihn schon angerufen und geärgert?

(lacht) Nein, ihn habe ich noch gar nicht gesprochen. Ich werde es aber auch vermeiden, über die Abstimmung zu sprechen.

Haben Sie auch selbst abgestimmt? Wenn ja, für wen?

Nein, ich habe selbst nicht abgestimmt. Ich fand die Wahl auch sehr schwer. Wenn ich müsste, würde ich mich aber wohl für Denis Boutagrat entscheiden.

Sie haben lange im Sturm gespielt, in der Oberliga viele Tore erzielt. Jetzt sind Sie ein wenig nach hinten gerückt, kicken aktuell auf der Sechs. Welche Position gefällt Ihnen besser?

Ich habe natürlich vom Torabschluss gelebt. Eigentlich bin ich Stürmer. Die Frage ist aber: Was ist das Beste für die Mannschaft? Wir hatten Probleme, den Ball nach vorne zu tragen. Ich habe früher immer schon gerne mutige Bälle gespielt und der Jonas (Telschow, Anm. d. Red.) macht seine Sache vorne ja auch ganz gut. Ich bin da relativ offen für alles, wenn es der Mannschaft weiterhilft. Dass ich kein Innenverteidiger bin, wissen wir aber alle.

Sie haben in der Jugend für die DJK SF Nette gespielt. Danach kurz beim TuS Eving-Lindenhorst. Bei den Senioren ging es bei Arminia Marten, Eving und später beim FC Brünninghausen weiter. Sie sind also kein großer Wandervogel. Wie wichtig ist Ihnen Vereinstreue?

Die Vereinstreue ist mir sehr wichtig. Ich hatte mit meinen Verein aber auch immer Glück. und bei jedem Klub eine Top-Zeit. Ich war immer sehr bescheiden und dann hat sich alles so entwickelt.

Florian Gondrum ist Dortmunds Amateurfußballer des Jahrzehnts. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Sie sind seit etwa einem Jahr Spielertrainer beim FC Brünninghausen. Was hat sich seitdem für Sie verändert?

Es hat sich natürlich die komplette Arbeit verändert. Als Spielertrainer muss man sich noch um viel mehr Dinge kümmern, als als Spieler. Als Spieler nimmst du die Rolle einfach an. Außerdem muss man als Spielertrainer immer wieder wirklich gute Leistung zeigen, damit man seinen Spielern überhaupt die Inhalte glaubwürdig vermitteln kann. Man darf gegenüber den anderen Spielern nicht abfallen. Ich bin mit der Rolle ganz zufrieden. Ich möchte auch noch nicht komplett in die Trainerschiene gehen. Wenn ich aber merke, dass die Jungspunde an mir vorbeirennen, dann bin ich der letzte, der sich selbst aufstellt.

Haben Sie vor, künftig eine Trainerlizenz zu machen?

Rafik hat ja die B-Lizenz, ich habe noch keine. Ich habe mich aber für einen Sonderlehrgang für die B-Lizenz angemeldet. Eigentlich soll der im März, April dieses Jahres starten. Es hängt aber auch von Corona ab, ob das alles stattfindet.

Kommen wir zu Ihrem aktuellen Klub: Was sind mit dem FC Brünninghausen Ihre mittelfristigen Ziele im Amateurfußball? In der bisherigen Saison lief es ja richtig gut…

Bevor ich die Trainersache gemacht habe, war mir nie wirklich bewusst, ob das etwas für mich ist oder nicht. Klaus-Dieter Friers (Geschäftsführer FC Brünninghausen, Anm. d. Red.) hatte mir gesagt, dass ich das erst einmal für drei Wochen machen soll. Mit Rafik (Halim, Anm. d. Red.) habe ich dann einen Top-Nebenmann bekommen. Wir schlagen den gleichen Weg ein und wollen nicht auf Teufel komm raus nach oben. Bisher lief es gut, ja. Es kann aber auch schlechtere Phasen geben. Deswegen können wir das gut einordnen. Wir sind mit der aktuellen Situation zufrieden, wir müssen nicht hoch. Es geht vielmehr um das ganze Drumherum. Wir haben da etwas Gutes aufgebaut und wollen natürlich auch aus unserer eigenen Jugend Spieler hochbekommen und integrieren. Das ist uns viel wichtiger, als in die Oberliga zu kommen. Wir hoffen, dass der Laden zusammenbleibt und wollen die jungen Spieler auch halten. Wenn sie dann zwei, drei Jahre zusammenspielen, spielen sie sich auch ein. Das führt dann zum nächsten Schritt.

Die Qualität im Kader ist für die Oberliga aber doch vorhanden, oder?

Ich würde dem Kader die Qualität nicht absprechen, aber es fehlt noch an Erfahrung. Wir haben jetzt acht Spiele gemacht. Zu Beginn lief es nicht so gut. Am Ende haben wir uns in einen Flow gespielt. Wir schauen jetzt, in welche Richtung es geht. Die Frage ist: Wie geht die Mannschaft mit Niederlagen um?

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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