Viele Menschen, wenig Abstand, keine Masken. Die Situation in der Heimat eines Dortmunder Amateurfußballers ist ernst. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Dortmunder Fußballer über Corona in seiner Heimat: „Die Situation ist ernst“

Ein Dortmunder Fußballer weilt während der coronabedingten Saisonunterbrechung in seiner Heimat. Dort ist die Lage mit mehr als 60.000 Corona-Neuinfektionen am Tag sehr kritisch.

Es ist überhaupt nichts Ungewöhnliches. Fußballer, die während der Winterpause in ihre Heimat fliegen, um die Familie zu besuchen, Kraft und auch etwas Sonne zu tanken. Gerade dann, wenn es nach Brasilien geht, wo im Januar Ferienzeit ist und die Temperaturen bei um die 30 Grad liegen.

Der ehemalige Bundesliga-Profi Ailton hat es früher bei seinen Profi-Stationen vorgemacht, ebenso die Brasilien-Clique von Borussia Dortmund Anfang der 2000er-Jahre rund um Marcio Amoroso, Ewerthon, Evanilson und Leonardo Dede. Der Urlaub in der Heimat im Winter gehörte dazu, auch wenn nicht immer ganz klar war, ob und wann die Fußballer zurückkehren.

Zeit mit der Familie und Freunden verbringen

Auch Mateus Ayala Cardoniz fliegt im Winter in seine Heimat nach Brasilien. Das tut der talentierte Offensivspieler stets in der Winterpause, seitdem er im Dortmunder Amateurfußball aktiv ist. Auch in diesem Winter ist der an Türkspor Dortmund gebundene Spieler in seine Heimat geflogen – trotz der Corona-Pandemie. „Ich verbringe die meiste Zeit mit meiner Familie und Freunden. Immer mit der notwendigen Vorsicht“, versichert der Dribbler vom Landesligisten.

Doch er betont auch: „Die Situation ist ernst.“ Erst vor zwei Wochen hatte Brasilien noch 63.000 Corona-Neuinfektionen (6. Januar 2021) an einem Tag. Dennoch gingen Bilder um die Welt von vollen Ständen am Ipanema und an der Copacabana in Rio de Janeiro. Cardoniz versucht zu erklären: „Die Leute können ihr zuhause verlassen, wenn sie Masken tragen und sich an die Richtlinien halten. Es ist sehr heiß hier, es ist Sommer.“

Als Torjäger in Dortmund bekannt: Mateus Ajala Cardoniz. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um die 30 Grad tun ihr übriges dazu bei, dass die Leute nach draußen wollen, sich Abkühlung an den Stränden verschaffen.

Mehr als 200.000 Tode durch das Virus

Doch die Situation ist kritisch und vor allem sehr bedenklich im bevölkerungsreichsten Land Südamerikas (210 Millionen Einwohner). Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als acht Millionen Coronavirus-Infektionen sowie mehr als 200.000 Tote durch das Virus. Erschreckend hohe Zahlen, auch wenn aktuell ein leichter Rückgang der Neuinfektionen zu erkennen ist. Am 18. Januar wurden 23.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet, außerdem sorgte eine neue Mutation des Virus für Bedenken.

Cardoniz versucht das Beste daraus zu machen und vor allem gesund zu bleiben. In seinen Postings auf der Social-Media-Plattform Instagram ist er viel am Lächeln, zeigt sich als lebensfroher Mensch, der glücklich darüber ist in seiner Heimat zu sein. Doch eine Ankündigung hat bereits für den Fall, dass die Amateurfußball-Saison fortgesetzt wird: „Ich will bald wieder da sein.“ Die Amateurfußball-Community dürfte sich auf ihn freuen.

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David Nicolas Döring

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