Ein Dortmunder Top-Amateurfußballer hat sich vor drei Monaten schwerer verletzt. Fit ist er noch lange nicht. © Helga Felgenträger
Amateurfußball

Dortmunder Klubs rüsten im Winter auf – ein Verein sträubt sich komplett dagegen

Die Corona-Krise hält manche Dortmunder Amateurfußball-Klubs nicht davon ab, ihren Kader im Winter aufzurüsten. Ein Dortmunder Verein hält sich dabei absichtlich zurück. Das hat einen Grund.

Obwohl zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig unklar ist, ob und wann die Amateurfußball-Saison wieder startet, haben manche Dortmunder Vereine im Winter schon ordentlich auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Zu nennen sind zum Beispiel der TuS Bövinghausen, der sich bereits mit Keeper Felix Schiffer verstärkt hat, aber seinen Kader noch weiter ausbessern will. So soll zusätzlich Serdar Bingöl von Türkspor Dortmund kommen und liebend gerne würde TuS-Präsident Ajan Dzaferoski auch noch Kevin Großkreutz in seinem Klub begrüßen.

Bövinghausens Ligakonkurrent BSV Schüren ist sogar schon ein paar Schritte weiter. Der Westfalenligist hat drei Transfers bereits fix gemacht. So wechseln Massimo Ornatelli, Xavier Bwangombo und Jonas Schneck in diesem Winter zu den Grün-Weißen. Allesamt Spieler mit Erfahrung aus oberen Spielklassen, die dem BSV im Abstiegskampf helfen sollen.

Mit dem TuS Rahm hält sich selbst ein A-Kreisligist aus Dortmund nicht zurück. Die Wechsel von Nico Voigt und Abdelouahid Reddahi sind bereits fix, zudem arbeitet der Klub noch an seinem „Königstransfer“, wie der Sportliche Leiter Stefan Schulze ihn nennt. Der Klub, derzeit Tabellensiebter, hat Ziele und würde gerne nach dem Lockdown in der Tabelle wieder angreifen, um zumindest den Relegationsplatz zu erreichen.

Dazu muss der TuS aber erst einmal auch am SV Arminia Marten vorbeiziehen, der derzeit Tabellendritter ist. Auf dem Transfermarkt hält sich der SV in diesem Jahr allerdings komplett zurück, obwohl der Klub auch noch beste Chancen hat, in die Bezirksliga aufzusteigen. Coach Christian Franke erklärt die Martener Zurückhaltung.

Christian Franke wundert sich

„Jetzt jemanden für eine frei verhandelbare Ablöse zu verpflichten, ohne zu wissen wann es weitergeht, finde ich tatsächlich auch schwierig. Ich wundere mich da auch etwas über den einen oder anderen. Vor März werden viele Fragen nicht seriös beantwortet werden können“, sagt der Arminia-Coach und legt nach: „Die Situation momentan ist deutlich unklarer für mich als im ersten Lockdown im März und April. Alle Szenarien sind möglich. Es kann wegen Corona zu einem kompletten Abbruch kommen oder die Saison kann annulliert werden. Wir wissen ja nicht, wann wir die Spieler überhaupt erst einsetzen könnten. Und was passiert, wenn es noch eine dritte Welle gibt?“, fragt sich Franke.

Christian Franke könne daher aktuell auch keine valide Aussage über irgendeine Entwicklung machen. Ihm fehle in der momentanen Zeit die Verbindlichkeit im Amateurfußball. Zudem befürchtet der A-Liga-Coach eine mögliche Verschiebung der Prioritäten durch Corona. „Vermutlich wird es nach einer durchaus längeren Pause auch den einen oder anderen jüngeren Spieler geben, der sich einfach mal ein anderes Hobby sucht oder andere Prioritäten setzt“, so Franke weiter.

Arminia Marten hält sich komplett zurück

Die Transferbewegungen beim SV Arminia Marten sind daher komplett überschaubar. Lediglich ein Spieler verlässt den Klub im Winter. Alimardan Gayurov, der noch nicht eine Minute gespielt hat, schließt sich dem VfL Hörde an. Zudem freut sich Arminia über einen verspäteten Sommer-Neuzugang. „Matthias Glomp ist seit dem 1. November spielberechtigt. Ansonsten muss man vieles jetzt abwarten“, sagt Franke, der die Transferaktivitäten manch anderer Vereine nicht kritisieren möchte. „Kritik steht mir auch gar nicht zu. Insgesamt muss, glaube ich, jeder für sich selbst beantworten, was er macht“, sagt Franke abschließend.

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Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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