Warum flog Box-Profi Christina Hammer aus der Halle? © dpa
Boxen

Dortmunder Profi-Sportlerin fliegt aus der Trainingshalle und regt sich auf

Die Wellen der Empörung schlugen hoch. Darf eine Profi-Boxerin wie Christina Hammer in Zeiten von Corona in der Körnig-Halle trainieren, oder war ihr "Rausschmiss" gerechtfertigt? Ein Klärungsversuch.

Lange Zeit war es ruhig um Christina Hammer, Boxkämpfe mussten abgesagt, das Training eingeschränkt werden. In Zeiten der Corona-Pandemie haben es Profi-Sportler*innen nicht gerade leicht. Zu allem Überfluss ereignete sich in der vergangenen Woche ein Schlagabtausch um Trainingszeiten in der Helmut-Körnig-Halle, den die einstige “Mittelgewichts-Königin” der Verbände WBO, WBF und WBF als Tiefschlag empfand: “Einfach der Wahnsinn” postete sie.

Ohne Anmeldung geht gar nichts in der Körnig-Halle

Was war passiert? Da die ehemalige Trainingsstätte der Boxer den Umbaumaßnahmen zum Opfer fiel, das neue Box-Leistungszentrum im Ostteil der Körnig-Halle aber noch nicht eröffnet und auch die Trainingshalle in Wischlingen geschlossen ist, wich Hammer für Steigerungsläufe auf die Laufbahn der Körnig-Halle aus. “Früh morgens war ich ganz allein in der Halle. Herr Dieck (Anm. der Red.: Friedhelm Dieck, Leiter der Sportstätten Olympiastützpunkt Dortmund) wollte, dass ich sofort die Halle verlasse, da ich keinen Kaderstatus hätte”, schilderte Christina Hammer die Situation aus ihrer Sicht.

Es soll lautstark zugegangen sein, vom Rausschmiss war die Rede. Klar war aber auch: Hammer hatte offensichtlich vergessen, sich für ein Training anzumelden. Was die Corona-Schutzverordnung jedoch vorsieht. Zwingend und ausnahmslos. Widerrede zwecklos.

Schlagabtausch in den sozialen Medien

Nach einem Video auf dem Instagram-Kanal von Hammer ging der verbale Schlagabtausch weiter. Auf der einen Seite die Forderung einer Profi-Boxerin nach Trainingsmöglichkeiten, auf der anderen Seite empörte Hobby-Sportler, mittendrin die Stadt Dortmund. Stadtsprecherin Anke Widow erklärte die Situation:

Als Profiboxerin Status wie die BVB-Handballerinnen

“Im Zusammenhang mit dem Training von Christina Hammer in der Helmut-Körnig-Halle, das die Sportlerin leider unangemeldet und ohne eine Absprache absolvierte, galt es zunächst, die notwendigen Wege einzuhalten. Dazu gehört vor allem, in Absprache mit den Leichtathlet*innen und im Einklang mit der Corona-Schutzverordnung freie Trainingszeiten für ihr Training zu finden. Als Profisportlerin wird Christina Hammer zusammen mit ihrem Trainer diese Trainingsstätte für eine Stunde pro Tag zur Verfügung gestellt“, schreibt Widow.

Gleichbehandlung für Profisportler*innen

Sie fügt weiter an: „Ihr Status als Profisportlerin stellt die Gleichbehandlung mit anderen Profisportler*innen sicher. Beispiel dafür sind Profi-Handballerinnen des BVB, die in der Halle Wellinghofen trainieren und in der Helmut-Körnig-Halle ihre Champions-League-Spiele austragen dürfen. Diese Regelung endet automatisch, wenn die Halle wieder offiziell für den Vereins- und Schulsport freigegeben sein wird.”

Somit darf sie jetzt jeden Tag trainieren. Das sie die Halle verlassen musste, war korrekt.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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