Marco Nagel und der VfR Sölde dürfen dieses Wochenende die einzige Begegnung der Bezirksliga 8 austragen. © Schaper
Fußball-Bezirksliga

Dortmunder Spiele gegen Teams aus dem Kreis Unna abgesagt: „Finde es kompletten Schwachsinn“

Alle Spiele mit Beteiligung von Teams aus dem Kreis Unna sind auf Eis gelegt. Das betrifft vor allem die Dortmunder Klubs in der Bezirksliga 8. Die haben für eine Sache gar kein Verständnis.

Die Fußball-Bezirksliga 8 befindet sich nach nicht mal sechs vollständig gespielten Spieltagen in der ersten Pandemie-bedingten kritischen Phase der Saison. Alle Partien mit Beteiligung von Mannschaften aus dem politischen Kreis Unna fallen aus. Nicht alle Dortmunder Trainer verstehen die Entscheidung des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW).

Dass die Bezirksligisten aus Lünen, Schwerte oder Unna nicht trotz fehlender Erlaubnis, mit Körperkontakt zu trainieren, ihre Pflichtspiele wahrnehmen müssen, verstehen die Dortmunder Trainer.

Was ihnen fehlt, ist eine einheitliche Regel. Marco Nagel tritt mit seinem VfR Sölde am Sonntag bei der DJK TuS Körne an – es ist das einzige Spiel der Bezirksliga 8 am Wochenende. „Ich finde es kompletten Schwachsinn. Wenn, dann müssen sie auch die Dortmunder sperren“, sagt Nagel. Der VfR kann laut Corona-Regeln der Stadt Dortmund auch uneingeschränkt trainieren.

Marco Nagel sieht eine Wettbewerbsverzerrung

Anders eben als die Teams aus den übrigen Kommunen der Bezirksliga 8. „Wenn, dann muss man es einheitlich machen. Es ist eine Wettbewerbsverzerrung für die Jungs aus Lünen und Schwerte“, sagt Nagel.

Ähnliche Worte wählt Hamsa Berro, Trainer des TuS Hannibal. Er kann die nicht-einheitlichen Regeln innerhalb einer überkreislichen Liga nicht verstehen. „Das macht keinen Sinn für mich. Ich finde, dass man eine Entscheidung für die ganze Liga treffen muss“, sagt Berro.

Angesichts der Fallzahlen in ganz Nordrhein-Westfalen würde er sogar eine gemeinsame Regelung für das gesamte Bundesland begrüßen. Trotzdem hatte der TuS seinem eigentlich geplanten Gegner des Wochenendes – dem Geisecker SV aus Schwerte – angeboten, das Heimrecht zu tauschen und in Dortmund zu spielen. Geisecke lehnte ab.

Hamsa Berro wünscht sich eine einheitliche Lösung für die gesamte Bezirksliga 8. © Schulze © Schulze

Dass die Fallzahlen auf ein Niveau steigen würden, die Einschränkungen für den Sport zumindest mancherorts mit sich bringen, sei für Berro keine Überraschung gewesen.

„Damit konnte man rechnen, wenn man die Zahlen der Presse entnommen hat. Es sind Zahlen, die eigentlich keine sportlichen Sachen zulassen. Wenn man ehrlich ist: Zu Ostern gab es ja auch keinen Spielbetrieb“, so der Hannibal-Coach.

Diskussionen darüber, ob Maßnahmen sinnvoll seien, hält er für müßig. „Jeder macht das, was er am besten kann“, so Berro. Er sieht sich in seiner Meinung bestätigt, dass man ohnehin zu früh mit dem regulären Spielbetrieb begonnen hätte. Ginge es nach Berro, wären die Fußballer erst im Jahr 2021 wieder in die Meisterschaft gestartet.

Ebenso von der FLVW-Entscheidung betroffen sind der ASC 09 Dortmund II, der am Sonntag BW Alstedde aus Lünen empfangen hätte, und Körne. Nach dem Derby gegen Sölde fällt für die DJK die Partie gegen Geisecke aus.

Tim Schwarz hätte mit dem ASC 09 Dortmund II gegen BW Alstedde gespielt

ASC-Trainer Tim Schwarz sieht nicht die Gefahr, dass seine Elf aus dem Rhythmus gerät – schließlich seien die Aplerbecker aufgrund zweier Spielabsagen ohnehin noch nicht in einen solchen gekommen.

„Verständnis muss man zeigen“, sagt Schwarz. So richtig nachvollziehen kann der die Ausgangs-Entscheidung des Kreises Unna angesichts des scheinbar geringen Infektionsrisikos auf dem Platz allerdings nicht.

„Das ist schwierig, aber wir sind ja auch keine Politiker“, so Schwarz. Aber: „Scheinbar ist es ja möglich, zu spielen.“ Schließlich habe im Umkreis bislang nur der Kreis Unna eine so drastische Entscheidung getroffen.

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freier Mitarbeiter
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Timo Janisch

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