Hängt einer der besten Stürmer im Dortmunder Amateur-Fußball im Sommer die Schuhe an den Nagel? © Nils Foltynowicz
Fußball

Dortmunder Top-Stürmer über Karriereende im Sommer: „Aktuell gibt es keine klare Tendenz“

Er gehört zu den besten Stürmern im Dortmunder Amateurfußball. Nun denkt die Tormaschine über ein Karriere-Ende im Sommer nach - trotz eines Vertrags bis ins Jahr 2023 - und hat schon einen Plan B.

Der Dortmunder Spieler hat über Jahre hinweg bewiesen, dass er weiß, wo das Tor steht – und das auf hohem Niveau. Nach vielen Spielzeiten in der Regional- und Oberliga könnte der Stürmer nun aber früher als ursprünglich geplant seine letzte Saison spielen – bei einem Dortmunder Westfalenligisten. Ein Plan B besteht jedoch bereits seit einiger Zeit.

„Ich habe zwar noch ein Jahr länger Vertrag, aber es kann gut sein, dass ich in diesem Sommer aufhören werde – da gibt es noch keine klare Tendenz“, berichtet Kamil Bednarski. Den Stürmer des BSV Schüren plagen immer wieder Rückenprobleme – und mit mittlerweile 35 Jahren rückt die Gesundheit vermehrt in den Fokus.

In der aktuell unterbrochenen Spielzeit stand der Angreifer in sieben Partien viermal in der Startelf, wurde einmal eingewechselt und fehlte in zwei Begegnungen verletzungsbedingt. „Ich hatte immer wieder Schmerzen, die vom Rücken ausgingen, aber bis in die Adduktoren strahlten“, so Bednarski.

Kamil Bednarski (v.) im Trikot des BSV Schüren. © Schaper © Schaper

Mit dem Rücken hat Bednarski bereits seine gesamte Karriere über regelmäßig Schwierigkeiten. „Mit 18 Jahren hatte ich einen Bandscheibenvorfall, danach habe ich mich über Jahre hinweg durchgekämpft“, erzählt der Stürmer. Nun kommt außerdem ein Wirbelgleiten hinzu: eine Verschiebung eines oder mehrerer Wirbelkörper im Lendenwirbelbereich. „Das hört sich alles aber etwas dramatischer an, als es ist“, sagt Bednarski.

Proaktiv ging der 35-Jährige die Problematik an, trainierte speziell den Rückenbereich. „Ich habe meine Übungen gemacht und war da immer fleißig“, so Bednarski. Erst, als die Schmerzen auftraten, vernachlässigte er die Übungen: „Ich wollte nicht gegen den Schmerz antrainieren. Das war vielleicht nicht richtig.“

„Vollkommen zufrieden mit dem, was ich erreicht habe“

Unabhängig davon, ob diese Saison nun seine letzte ist, kann Bednarski schon jetzt auf eine illustre Karriere als Fußballer zurückblicken – Stationen in der Regionalliga bei Rot-Weiß Essen oder dem SC Wiedenbrück, dazu Oberliga-Fußball bei Schwarz-Weiß Essen zieren seinen Lebenslauf. Einfach hatte er es nicht: „Ich war schon immer verletzungsanfällig und musste mir alles hart erkämpfen“, erzählt der Stürmer.

Sollte er die Fußballschuhe früher an den Nagel hängen, ist er dennoch weit davon entfernt, deshalb Trübsal zu blasen. „Sollte ich im Sommer aufhören, bin ich vollkommen zufrieden mit dem, was ich erreicht habe“, betont Bednarski, „ich werde ganz sicher nichts bereuen“.

Bis zum Sommer aber will Schürens Stürmer in jedem Fall Vollgas geben. Aktuell ist er beschwerdefrei, ob sich das im Spielbetrieb dann bestätigt, ist eine andere Frage. Bednarski kann sich deshalb auch eine Rolle als Joker gut vorstellen: „Da bin ich grundsätzlich nicht abgeneigt. Ich bin schon länger an dem Punkt, an dem man aufhört, zuerst an sich zu denken. Gerade als Stürmer neigt man gerne mal dazu.“

Viel wichtiger sei es, den Fokus von sich selbst auf die Mannschaft zu richten: „Man muss als Teamplayer agieren.“ So oder so: Der BSV kann Kamil Bednarski gut gebrauchen, wenn es wieder losgeht – schließlich rangiert Schüren derzeit auf einem Abstiegsplatz.

Bednarski feilt schon an seiner Zukunft auf der Trainerbank

Zusätzlich zu seiner Hauptaufgabe, dem Toreschießen, hat Bednarski in dieser Spielzeit auch das Amt des Co-Trainers bei Schüren übernommen. In weiser Voraussicht, schließlich will der Routinier dem Fußball treu bleiben, auch wenn er nicht mehr selbst auf dem Platz stehen wird.

„Ich suche in der Zukunft auf jeden Fall die Herausforderung auf einem Cheftrainer-Posten“, berichtet Bednarski, „ob daraus nun im Sommer etwas wird oder später – da bin ich nicht festgelegt“.

Wird es also in absehbarer Zeit einen Dortmunder Klub geben, dessen Coach Kamil Bednarski heißt? „Sowohl was die Liga betrifft als auch die Stadt, bin ich sehr offen, da will ich mich nicht einschränken“, sagt der 35-Jährige, „durch die Stationen in meiner Karriere habe ich auch in anderen Städten viele Kontakte geknüpft“.

Eine minimale Tendenz lässt sich Bednarski zum Schluss aber doch noch entlocken: „Dortmund ist meine Heimatstadt und ich bin so froh, dass ich momentan in Schüren spiele und damit zum ersten Mal seit der B-Jugend wieder in Dortmund.“ Auf die Fahrerei nach Essen, Wiedenbrück oder sonst wohin wird Bednarski wohl auch in Zukunft gerne verzichten wollen.

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Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
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