Christian Hampel versucht Dortmunds erfolgreichsten Sportlichen Leiter zum Lüner SV zu locken. © Timo Janisch
Fußball

Dortmunds erfolgreichster Amateurmanager trifft sich mit dem Lüner SV zu Gesprächen

Fußball-Westfalenligist Lüner SV ist auf der Suche nach einem Sportlichen Leiter. Deshalb hat der Klub Dortmunds erfolgreichsten Amateurfußball-Manager kontaktiert. Es kommt zum Gespräch.

Der Lüner SV hat in Christian Hampel einen coachenden Sportlichen Leiter. Er ist sowohl für die Trainings- und Spielvorbereitung zuständig als auch für die Transfers des Lüner SV. Hampel scoutet zudem Spieler, nutzt sein Netzwerk aus und verpflichtete gleich eine ganze Reihe neuer Fußballer für den Lüner SV zu dieser Saison.

„Auf so einem Niveau ist das längerfristig sehr schwierig, beides zu machen“, sagt Hampel über die Doppelfunktion als Trainer und Sportlicher Leiter. Deshalb hat er einen Mann angesprochen, den er gut kennt und der sich in den vergangenen Jahren den Ruf als Dortmunds erfolgreichstem Manager im Amateurfußball erarbeitet hat: Samir Habibovic, aktuell Sportlicher Leiter des Fußball-Oberligisten ASC 09 Dortmund.

Samir Habibovic führt noch Verhandlungen mit einem Topspieler aus dem aktuellen Kader. © Schütze © Schütze

„Ich habe mit Samir darüber gesprochen, weil wir uns seit Ewigkeiten kennen, uns sehr schätzen. Ich habe ihn gefragt, ob er sich das vorstellen kann und er fand, das war eine gute Idee“, erzählt Hampel. Habibovic bestätigt dies: „Ja, es gab ein erstes loses Gespräch mit Hampel. Ich habe auch mit meinem guten Freund Samir Sabanovic (Mitglied des Vorstands beim Lüner SV, Anm. d. Red) darüber gesprochen und aus Respekt vor ihm, habe ich auch die Einladung zu einem offiziellen Gespräch angenommen.“

So werden sich die Macher von Lünens Fußball-Schwergewicht im Seniorenfußball, mit dem Erfolgsgaranten des ASC 09 Dortmund treffen, den Habibovic in die Oberliga führte, mehrere Male um den Aufstieg spielen ließ und zahlreiche Spieler herausbrachte, die zuvor niemand auf dem Zettel hatte. Er entdeckte zum Beispiel aus der Jugend des Hombrucher SV Maurice Buckesfeld, der heute beim ambitionierten Regionalligisten TSV Steinbach Fuß gefasst hat.

Sein bisher spektakulärster Transfer ist aber der von Kevin Brümmer, der damals aus der Regionalliga-Mannschaft des VfL Bochum II nach Aplerbeck kam. Brümmer ist mit Abstand Dortmunds bester und spektakulärster Amateurfußballer. Und das seit Jahren.

Noch höher als Brümmers Verpflichtung ist Habibovic anzurechnen, Brümmer über solch eine lange Zeit im Klub gehalten zu haben. Etliche Vereine wollten Brümmer verpflichten. Er sagte immer Nein. Was ein großer Verdienst von Habibovic war. Der Macher versteht es Jahr für Jahr, den familiären Charakter im Klub aufrecht zu erhalten, trotz des semiprofessionellen und ambitionierten Fußballs, den der Verein seit Jahren spielt.

Samir Habibovic hat den ASC 09 in Kenntnis gesetzt

„Samir hat ein überragendes Netzwerk, er passt sehr gut bei uns rein“, schwärmt Hampel indes von der Idee, Habibovic in der kommenden Saison an seiner Seite zu haben. „Nach dem ersten Gespräch habe ich mit Imdat (Imdat Acar, Erster Vorsitzender Lüner SV; Anm. d. Red.) und Samir (Samir Sabanovic, Mitglied des Vorstands Lüner SV; Anm. d. Red.) gesprochen. Die waren auch begeistert, dementsprechend wollen wir uns demnächst zusammensetzen.“

Darüber hat Habibovic auch den ASC 09 in Kenntnis gesetzt: „Der ASC ist weiter mein erster Ansprechpartner. Ich habe schon frühzeitig dem Vorstand des ASC Bescheid gegeben, dass ich zu Gesprächen bereit wäre, wenn ein Verein auf mich zukommt. Das war weit vor der ersten Anfrage des Lüner SV.“ Seit 2011 ist er beim ASC Sportlicher Leiter, sorgte dafür, dass der ASC 09 als gestandenes Oberliga-Team wahrgenommen wird, was jungen, talentierten Spielern Chancen gibt.

Habibovic hält sich noch bedeckt

Und während der Lüner SV in Form von Christian Hampel bereits in die Charme-Offensive geht („Wir gehen das Gespräch jetzt an und ich würde mich freuen, wenn es klappt. Das war eine offizielle Anfrage von mir und wir sind da Feuer und Flamme.“), hält sich Habibovic noch deutlich bedeckter: „Ich wäre auch bereit mit anderen Vereinen zu sprechen, wenn es gute Projekte gäbe. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich am Ende der Saison den ASC verlasse, liegt bei zehn Prozent. Ich werde auch erst offizielle Gespräche in der Winterpause führen.“

Und so bleibt es offen, ob aus dem ersten losen Gespräch schon bald ein ernsthaftes Engagement werden würde, denn Habibovic ist in der Branche gefragt: „Ich kriege jedes Jahr unzählige Anrufe, ob ich Lust hätte irgendwo unterzukommen. Ich habe mich aber noch nie mit einem Verein getroffen.“

Das ändert sich jetzt bald. Und weil Habibovic Transparenz extrem wichtig ist, hat er die Mannschaft natürlich auch informiert.

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