Das Coronavirus hat auch im Amateurfußball für weitreichende Änderungen gesorgt. © Nils Foltynowicz
Sport in Dortmund

Dortmunds Sportler müssen auf Corona-Richtlinien warten – keine schnelle Hilfe der Stadt

Bisher mangelt es an Richtlinien für Sportvereine, die erklären, was genau bei Kontakt mit einem Corona-infizierten Spieler getan werden muss. Und die Sportler müssen weiter darauf warten.

Nach den jüngsten Vorkommnissen im Dortmunder Amateurfußball gab es Kritik. Was war passiert? Nach dem Testspiel zwischen Landesligist Türkspor Dortmund und A-Ligist SuS Oberaden wurde ein Spieler des Kreisligisten positiv auf das Coronavirus getestet, später kamen noch drei weitere Fälle dazu. Das Problem? Türkspor Dortmund fehlten die Vorgaben. Wie müssen sich Spieler, Trainer und Betreuer verhalten? Muss sofort getestet werden? Was ist mit Quarantäne-Maßnahmen?

Wie die Ruhr Nachrichten berichteten, gibt es in einem solchen Fall weder vom Landessportbund, noch vom Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) oder von der Stadt Dortmund konkrete Hilfe in Form von Richtlinien.

Der Fußballkreis Dortmund hat jetzt die Initiative übernommen und die Stadt kontaktiert, die trägt bei Corona-Fällen in Form des Gesundheitsamtes nämlich die Verantwortung. Die Stadt hat auch dem Fußballkreis gegenüber noch einmal bestätigt, dass es aktuell keine entsprechende Richtlinien für Sportler und Vereine gibt. Nach diesem Gespräch waren sich alle Parteien einig, dass es zu einem Treffen kommen muss. Und ein Termin steht auch schon.

Fußballkreis Dortmund plant einen Maßnahmenkatalog

„Für Mitte August ist bereits ein persönlicher Austausch zu diesem Thema mit Vertreter*innen der Sport- und Freizeitbetriebe, des Gesundheitsamtes und des Fußballkreises Dortmund vereinbart. Ziel des Gesprächs ist, den Vereinen im Sinne einer Checkliste eine Handlungsempfehlung zur Verfügung zu stellen“, erklärt die Stadt auf Anfrage der Ruhr Nachrichten.

Der genaue Termin ist der 17. August. Und das Wort „bereits“, wie die Stadt es formuliert, ist in diesem Kontext relativ zu sehen. Denn für viele Klubs könnte diese Handlungsempfehlung viel zu spät kommen. Bis zum Termin finden noch etliche Testspiele auf Dortmunder Plätzen statt. Aber warum findet dieses so wichtige Treffen erst so spät statt? „Das war der Terminvorschlag der Stadt“, erklärt Andreas Edelstein, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses in Dortmund.

Das Treffen soll von Seiten des Fußballkreises aber noch nicht alles sein. Sollte es zu einem Fall wie bei Türkspor Dortmund kommen, „dann sollte die Mannschaft nicht wieder zu Testspielen antreten und auch kein Training mehr stattfinden lassen, bis negative Coronatests vorliegen“, so Edelstein.

Testen lassen sollten betroffene Spieler sich aber nicht sofort nach einem möglichen Kontakt mit einem Corona-positiven Sportler, sondern erst vier bis fünf Tage später. „Dann kann man sich sicher sein, dass die Testergebnisse auch valide sind“, erklärt Edelstein. Noch sei allerdings nicht klar, wie die Ergebnisse kontrolliert werden können und dürfen. Problem könnte der Datenschutz sein. Aber auch das wird Thema beim Treffen mit den städtischen Behörden sein.

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Jahrgang 1993, geboren und aufgewachsen in Dortmund. Liebt den Sport und die Emotionen dabei privat und beruflich, vor allem den Handball. Seit 2014 bei Lensingmedia - nach Praktikum, freier Mitarbeit und Volontariat jetzt Sportredakteurin.
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