© Stephan Schuetze
Amateurfußballer

Dortmunds vielleicht bekanntester Amateurfußballer wechselt den Verein

Er ist vielleicht der bekannteste Amateurfußballer Dortmunds. Nun wechselt er seinen Verein. Seine Schritte auf dem Fußballplatz werden jedes Mal von einem großen Publikum verfolgt.

Auf seinem Profilbild bei Whatsapp zeigt er sich mit Cristiano Ronaldo. Sein Ziel ist, selbst bald Profi-Fußballer zu sein. Dafür arbeitet er mit Sport-Experten zusammen. Ähnlich häufig, wenn nicht sogar häufiger als die Profis, steht er schon vor der Kamera. Jetzt will der Fußballer den nächsten Schritt in Richtung seines großen Ziels gehen und wechselt dafür den Verein.

Die Rede ist vom 25-jährigen Dortmunder Lukas Steinlein. Im Internet ist er besser bekannt unter seinem YouTube-Kanal-Namen „LukasFootball“. 319.000 Abonnenten hat der Fußballer, bei Instagram folgen ihm mehr als 80.000 Menschen. Vor einem halben Jahr hat er angekündigt, Fußballprofi werden zu wollen. „Road to Pro“, nennt Steinlein das.

Klar kann man sagen: Das wollen auch viele kleine Jungs, die ihren Idolen nacheifern. Lukas Steinlein geht das ganze aber ein bisschen professioneller an, holt sich Tipps von Experten, macht einen Leistungstest, mit dem er immer wieder seine Fortschritte in den Bereichen Geschwindigkeit, Ausdauer, Technik und Torschuss überprüft. Der nächste Schritt, den er in einem YouTube-Video angekündigt hat, klingt allerdings erstmal nicht nach einem Fortschritt.

Wechsel in die Bezirksliga

Steinlein wechselt zum TuS SG Oestinghausen. TuS was? Ja, eben. Klingt erst mal provinziell und nicht nach der großen Fußballbühne. Oestinghausen liegt rund 60 Kilometer und 52 Minuten von Dortmund entfernt – östlich von Hamm auf der Höhe von Soest.

Aber Steinlein spricht in einem YouTube-Video euphorisch von „überragenden Nachrichten“, denn der Verein spielt immerhin in der Bezirksliga und steht in der Staffel 7 nach acht Spieltagen auf Platz 1. Für ihn sei es die „geilste Nachricht seit dem Start von Road to Pro“. Steinlein will sich Schritt für Schritt verbessern, um irgendwann bei einem Profi-Verein unterzukommen.

Als ersten Meilenstein hatte der Gründer von „LukasFootball“ im Juni den Aufstieg in die erste Mannschaft festgehalten. In der Bezirksliga-Mannschaft kam er allerdings nicht zum Zug. Vielleicht hat er sich auch deshalb für einen Wechsel entschieden. Innerhalb eines Jahres soll es für den YouTuber dann bereits in die Landes- bzw. Verbandsliga gehen (7.-6. Liga).

Für den nächsten Meilenstein, der Sprung in die Oberliga (5. Liga), lässt sich Lukas Steinlein zwei bis drei Jahre Zeit. Von dort aus will der 25-Jährige dann zu einem Profiklub wechseln.

Die abgebrochene Hinrunde spielte er noch in VfR Söldes zweiter Mannschaft in der Kreisliga A. Seit Sommer 2019 lief der 25-Jährige für den Dortmunder Klub auf. Für seinen nun Ex-Verein Sölde hat er nur lobende Worte übrig. Sölde sei ein „überragender Verein“, seine Trainer und Mannschaftskameraden seien „mega geil“ gewesen. „Es hat einfach Spaß gemacht“, sagt Steinlein auf einer Auswechselbank sitzend.

Kritik und Möglichkeiten beim neuen Verein

Ihm tue es auch weh, den Verein zu verlassen, aber er müsse auch gucken, wie er weiterkomme und das sei nun der richtige Schritt. Steinlein habe sich auch schon mit dem Trainer seines neuen Vereins unterhalten, der die A-Lizenz habe. „Der hat auf jeden Fall mega Ahnung“, sagt Steinlein.

Sein neuer Trainer habe sich auch schon ein Spiel von ihm angeguckt und ihm Kritik gegeben. Etwa, dass er gute Steckpässe spiele, aber zu wenig Zug zum Tor habe. Mit ihm könne man auch gut taktische Dinge durchgehen. Nach den Spielen gebe es beispielsweise Videoanalysen.

Lukas Steinlein freut sich auf seinen neuen Verein. © Screenshot Youtube-Video © Screenshot Youtube-Video

Zudem gebe es im Verein eine Athletiktrainerin und eine „überragende Anlage“, die aus einem Kunst- und einem Naturrasenplatz besteht. Immer wieder lächelt Steinlein, wenn er über seinen neuen Verein spricht. Im Januar solle es mit der Vorbereitung losgehen, wenn Corona dem keinen Strich durch die Rechnung macht. „Die Bezirksliga ist eine neue Herausforderung“, sagt Steinlein. Das steigere nun auch noch mal die Motivation.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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