Ordner auf dem Platz, Rudelbildung und einiges zu bereden zwischen dem TuS Bövinghausen und dem SV Hohenlimburg. © Schaper
Fußball-Westfalenliga

Drei Rote Karten und Rudelbildung sorgt für TuS-Kritik: „Das ist Körperverletzung“

Lange musste der TuS Bövinghausen gegen den SV Hohenlimburg zittern. Der Ball wollte einfach nicht rein, bis es turbulent geworden ist. Mit drei Roten Karten und einer Rudelbildung.

Der erlösende Mann war nicht Baris Özbek. Auch nicht Kevin Großkreutz. Es war Aleksandar Gjorgjievski, der für Jubelekstase sorgte und den 1:0-Sieg für den TuS Bövinghausen gegen den SV Hohenlimburg sorgte.

Vierter Sieg im vierten Spiel, 12 Punkte, weiße Weste. Aber ein hartes Stück Arbeit, bis sich Gjorgjievski in der 81. Minute über die rechte Seite durchtankte, gefoult wurde und einen Elfmeter zugesprochen bekam, den er im Anschluss selbst verwandelte. Im Fokus davor und danach: Schiedsrichter Inan Bulut. Erst gab er Hohenlimburgs Sven Höltke wegen eines groben Foulspiels die Rote Karte (80.), genau so wie Hohenlimburgs Co-Trainer wegen wiederholten Meckerns.

Danach gab es den Elfmeter für den TuS Bövinghausen, der für viel Frust auf Seiten der Gäste gesorgt hat. 80 Minuten beschränkte sich Hohenlimburg auf das Verteidigen, suchte kaum den Weg nach vorne und Bövinghausen schaffte es nicht, dieses Hagener Bollwerk zu durchbrechen – bis Gjorgjievski kam.

„Der Gegner stand sehr, sehr tief. Das wussten wir vorher und haben genau das trainiert, damit wir Lösungen finden. Die Lösungen, die wir hatten, haben wir nicht auf den Platz gebracht“, kritisierte TuS-Kapitän Dino Dzaferoski.

Dzaferoski selbst hatte Glück, als er in der 85. Minute rüde von Jan Niklas Jacoby gefoult worden war. Mit gestreckten Beinen ging dieser in den Zweikampf – genau vor der Bank des TuS Bövinghausen. Die Rudelbildung war vorprogrammiert. Bövinghausen-Boss Ajan Dzaferoski vorne mit dabei, der danach deutliche Kritik am Gast übte.

„Das ist Körperverletzung“

„Hohenlimburg gehört so nicht in die Westfalenliga“, kritisierte Ajan Dzaferoski. „Da ist es egal, ob das mein Sohn ist, es ging um einen Spieler unserer Mannschaft. Das ist Körperverletzung und das hat nichts mit Fußball zu tun.“ Harsche Kritik, doch die Gemüter konnten sich nach wenigen Minuten wieder beruhigen – auch Dank des bis dahin gut pfeifenden Bulut, der die Wogen glättete. Das sah Gäste-Coach Michael Erzen anders, wie er der Westfalenpost schilderte: „Hätten wir durch ein schön herausgespieltes Tor von Bövinghausen verloren, würde ich nichts sagen. Aber bei so unerklärlichen Schiedsrichter-Entscheidungen bleibt einfach nur Fassungslosigkeit.“

Was nimmt der TuS Bövinghausen aus dieser Partie mit? Vor allem die weiterhin weiße Weste mit vier Siegen aus vier Spielen.

Dem eigenen Anspruch wird der Klub in der Westfanliga gerecht und hat so den zweiten Platz erobert, den zuvor Hohenlimburg inne hatte.

Der Blick geht nun vor allem auf die beiden Spiele in der kommenden Woche. Zwei richtungsweisende Partien, wenn es am Mittwoch gegen den SC Neheim geht (drei Spiele, drei Siege) und am kommenden Sonntag zum Derby beim FC Brünninghausen kommt (fünf Spiele, fünf Siege). Im Dortmunder Westen scheint man dafür gewappnet.

TuS Bövinghausen: Seifried – Rößler, Haar, Dzaferoski, Gjorgjievski – Özbek, Rudolph, Witt, Großkreutz – Onucka, Cosgun

Tore: 1:0 Gjorgjievski (82./FE)

Bes. Vorkomn.: Rote Karte Höltke (80.) und Jacoby (85./beide Hohenlimburg) wegen grobem Foulspiel

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David Nicolas Döring

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