Vom Bezirksligisten VfL Schwerte geht ein Stammspieler zur neuen Saison eine Liga tiefer zum SV Arminia Marten. © Bernd Paulitschke
Fußball-Bezirksliga

Ein Spieler war in Schwerte glücklich, wollte aber zurück in den Dortmunder Fußball

Von einem Immer-noch-Schwergewicht des Schwerter Fußballs wechselt ein Spieler mit gerade mal 23 Jahren zu einem Klub nach Dortmund, der nicht unbedingt ein Topfavorit der Kreisliga A ist.

So scheint es, dass ein anerkannter und beliebter Fußballer „einfach“ nur noch bei einem von vielen Vereinen kickt. Oder ist ihm seine Fußballer-Laufbahn trotz des Fokus auf das Studium dann doch nicht so egal?

Tim Birnkraut, der 2018 vom TSC Eintracht Dortmund zum Bezirksligisten VfL Schwerte gekommen ist, hat den Schützenhof verlassen und wechselt zu Arminia Marten – eine Entscheidung, die laut dem Mittelfeldspieler ziemlich plausibel ist, wie er im Interview bestätigt.

Tim Birnkraut, Ihr Trainer Christian Franke hob vor unserem Gespräch hervor, wie reflektiert Sie wirken und wie gewählt Sie sich ausdrücken. Passt das zur etwas derben Arminia?

Eine witzige Frage: Aber klar. Ich gehe doch als Fußballer zur Arminia, brauche keine reine Studentenmannschaft. Die Leute, besonders Trainer Christian Franke, haben mich überzeugt.

Besonders die Derbys, wie hier gegen den ETuS/DJK Schwerte vor gut einem Jahr, hatten für Tim Birnkraut (re.) im Trikot des VfL Schwerte ihren Reiz. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Auch Ihr Kumpel Mert Aslan, wie es in unserem Bericht vor ein paar Tagen stand?

Naja, ich will keinem zu nahe treten. Mert ist ein Freund von mir. Daher passt das ganz gut. Aber überzeugt hat mich letztendlich der Trainer, der auf mich setzt. Im Übrigen treffe ich in Marten weitere Ex-Kollegen aus meiner Vor-Schwerter-Zeit beim TSC Eintracht. Das ist schön, aber gab nicht den Ausschlag für den Wechsel.

Gab dann den Ausschlag, wie der VfL Schwerte mit Artur Helios umgegangen ist? Der VfL hatte sich ja von einem langjährigen Mitglied, offenkundig ein Querdenker, der auf einem Video verdächtig in Hitlergruß-Art den Arm hebt, zunächst nicht distanziert. Jetzt ist Artur Helios aber kein VfL-Mitglied mehr.

Meine Entscheidung war alleine pro Marten und nie gegen den VfL. Und diesen Entschluss hatte ich schon vor Monaten gefasst. Ich habe jetzt natürlich mitbekommen, was passiert ist. Diese Geschichte hat bestimmt nicht dazu beigetragen, dass mir der Abschied schwerer fällt.

Unabhängig davon gibt es aber keinen Blick zurück im Zorn?

Überhaupt nicht! Ich war sehr glücklich in Schwerte. Ich hatte zwei gute Jahre mit unterschiedlichen Trainern und gleichbleibend netten Kollegen. Die Derbys haben Spaß gemacht. Das dritte Jahr fällt wegen Corona ja eigentlich aus der Wertung. Gerade zu Trainer Dominik Buchwald hatte ich einen guten Draht. Aber ich wollte zurück in den Dortmunder Fußball. Und wenn ich das ehrlich sagen darf: Der schlechte Kunstrasen war dann doch auch ein Minus für den VfL.

Blicken wir nach vorne: Um die goldene Ananas wollen Sie bestimmt auch mit der Arminia nicht spielen…

Genau. Nur weil ich jetzt nicht so ambitioniert bin, Westfalenliga zu spielen, heißt das ja nicht, dass ich gerne verliere. Wir sollten schon im vorderen Bereich der A-Liga landen. Was zutrifft: Ich spiele aus Spaß am Fußball. Und das geht am besten mit netten Leuten, die auch etwas an der Kugel können. Das sehe ich in Marten.

Auf welcher Position sehen Sie sich? Sie spielten im zentralen Mittelfeld, aber beim VfL auch als Außenverteidiger.

Ich möchte schon wieder im zentralen Mittelfeld spielen. Flexibilität ist aber auch nicht mein größtes Problem.

Was glauben Sie, wie die Zeichen auf Fußball im Freien insgesamt stehen?

Es sieht ja gut aus. Ich glaube, wir spielen eine richtige Saison. Und ich freue mich sehr darauf, dass es wieder losgeht.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle

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