Der kurzfristige Wechsel von Yalcin Erkaya hat dessen Ex-Verein immens verärgert. © VfL Kemminghausen
VfL Kemminghausen

Ex-Klub nimmt Yalcin Erkaya plötzlichen Wechsel „sehr übel“: Geld stand im Vordergrund

Wenige Tage vor Saisonbeginn präsentierte der VfL Kemminghausen Yalcin Erkaya als Neuzugang. Doch der hatte bereits andernorts zugesagt – als Kapitän. Sein Ex-Klub ist extrem verägert.

Der VfL Kemminghausen hat in Yalcin Erkaya kurz vor Saisonstart nochmal eine echte sportliche Verstärkung verpflichtet. Doch sein Ex-Klub TSK Hohenlimburg ist mit dem Vorgang alles andere als einverstanden – und vom Verhalten des ehemaligen Mannschaftskapitäns schwer enttäuscht.

Noch am 15. August stand Erkaya für Bezirksligist Hohenlimburg in einem Freundschaftsspiel auf dem Platz. Im Interview spricht der TSK-Vorsitzende Ömür Turhan über den Wechsel des Spielers, der die neue Hohenlimburger Mannschaft anführen sollte.

Ömür Turhan, Yalcin Erkaya ist erst zu dieser Saison von der SpVg Hagen 11 zur TSK gewechselt, wurde aber nun beim VfL Kemminghausen als Neuzugang vorgestellt worden. Ist das alles sauber gelaufen?

Leider nicht. Es ist im Amateurbereich leider in den letzten Jahren immer mehr so, dass nicht der Sport im Vordergrund steht, sondern Geld. Wir sind von Yalcin sehr enttäuscht, weil er als Kapitän dieses Projekt anführen sollte.

Wie ist das gelaufen?

Wir sind als Vorstand erst Ende Mai gewählt worden und haben danach dann auch erst die Mannschaft zusammengestellt. Das Ziel war erst, um die Meisterschaft mitzuspielen, aber die Vorbereitung ist schon etwas chaotisch gelaufen. Wir saßen vor einer Woche mit Yalcin zusammen und er hat seinen Unmut verkündet, aber wir haben gesagt, dass wir dann nicht dieses, sondern nächstes Jahr um die Meisterschaft spielen wollen.

Was war das Problem?

Von 23 verpflichteten Spielern kommen teilweise nur sechs oder acht zum Training. Aber das ist auch normal im Amateurfußball, da darf ich als Kapitän nicht sagen, das tue ich mir nicht an. Das hat er nicht nötig gehabt, er ist ein sehr, sehr wichtiger Spieler für uns gewesen. Man muss auch sagen, er hat viel versucht und gemacht dafür, dass diese Mannschaft steht, und auch gute Spieler geholt. Aber jetzt, wo er weg ist, wollen die vielleicht auch gehen. Gerade als Mannschaftskapitän hat man eine Vorbildfunktion und darf nicht als erster das Schiff verlassen.

Wie ist der Wechsel nach Kemminghausen gelaufen?

Er hat uns gesagt, er würde eventuell zurück zu Hagen 11 (Westfalenligist, Anm. d. Red.) gehen. Aber dass er dann als Vertragsamateur zu Kemminghausen (Bezirksligist, Anm. d. Red.) gegangen ist, ist ein Zeichen, dass das Geld wichtiger war und nicht die sportliche Motivation. Es kann sein, dass bei uns auch die ersten Spiele vielleicht ein bisschen holprig laufen nach der Vorbereitung, aber gerade dann muss man Charakter zeigen. Der komplette Vorstand ist von Yalcin menschlich sehr enttäuscht. Wir nehmen ihm das sehr übel. Er wusste auch, dass wir mit Transfers erst sehr spät angefangen haben. Wir wünschen ihm viel Erfolg, das soll so sein, aber wir sind sehr enttäuscht von seinem Verhalten.

Wie geht es für den TSK Hohenlimburg nun weiter?

Wir müssen erstmal die Mannschaft aufbauen und uns sortieren. Dann gucken wir, dass wir uns im Mittelfeld festigen. Im Winter wollen wir nochmal ein bisschen personell nachlegen und dann die oberen Plätze angreifen. Aber erstmal müssen wir uns neu sortieren und neu aufstellen.

Über den Autor
Gebürtiger Dortmunder mit viel Liebe für den großen und kleinen Sport: Hauptsache, es rollt, tickt oder geht ordentlich vorwärts. Ob im Fernsehen, am Spielfeldrand oder selbst mit Ball und Rad unterwegs. Seit 2015 für Lensing Media im Einsatz, erst in Freier Mitarbeit, nun als Volontär.
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Hendrik Nachtigäller

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