Delyar Musa (rotes Trikot), hier noch aus Zeiten beim Halleschen FC, spielt künftig für den FC Roj. © privat
Fußball-Bezirksliga

FC Roj: Warum wechseln Sie von der Oberliga in die Bezirksliga, Herr Musa?

Der FC Roj hat sich in Dlyar Musa einen Spieler aus der Oberliga geangelt. Der Verteidiger kommt von der TSG Sprockhövel. Im Interview erklärt er, warum er sich zu diesem Schritt entschlossen hat.

Dlyar Musa (24) trainiert schon fleißig bei seinem neuen Klub mit. Der Verteidiger ist der erste Königstransfer des Bezirksligisten FC Roj. Musa wechselt nämlich aus der Oberliga Westfalen zum ambitionierten Dortmunder Klub. Im Interview verrät er, was ihn am FC Roj reizt und warum er nicht in der Oberliga geblieben ist.

Herr Musa, Hand aufs Herz: Warum wechseln Sie von der Oberliga in die Bezirksliga?

Ich hatte in der Vergangenheit leider häufiger mit Verletzungen zutun. In Sprockhövel hatte ich zwei unglückliche Jahre, habe mir zwei Mal den Mittelfuß gebrochen und im zweiten Jahr das Kreuzband gerissen. Nach der Kreuzband-Operation habe ich mich dann schon gefragt, ob es Sinn macht, weiter auf dem Niveau zu spielen.

Und wie kam dann der FC Roj ins Spiel?

Ich hatte einen Anruf von Nagi (Nagdet Magid, Sportlicher Leiter FC Roj, Anm. d. Red.) bekommen. Er hatte bei mir nachgefragt, ob ich Interesse habe, nach Roj zu kommen, mir das Angebot anzuhören. Der Kontakt kam über Jan (Ramadan, neuer Trainer FC Roj, Anm. d. Red.) zustande. Ich komme ja aus dem Osten. Jan hat mich hier im Westen aufgenommen, mich trainiert. Jan war auf jeden Fall auch ein Grund, warum ich zu Roj gegangen bin. Ich vertraue ihm.

Bezirksliga statt Oberliga – wie groß wird die Umstellung für Sie?

Vom Trainingsniveau wird das schon ein großer Unterschied sein, wobei wir auch bei Roj Spieler haben, die schon höherklassig gespielt haben. Momentan halte ich mich ja sowieso nur fit, drehe meine Runden. Nach dem Kreuzbandriss im September und der Operation im Dezember muss ich sowieso erst einmal wieder reinkommen. Erst nach einigen Monaten kann ich wieder auf den Platz.

Die Saison könnte im September oder Oktober wieder starten. Stehen Sie dann schon auf dem Platz?

Es wird schwierig. Mein Arzt hat mir gesagt, dass die Regeneration nach dem zweiten Kreuzbandriss immer etwas länger dauert. Aktuell fühle ich mich aber gut und habe keine Probleme.

Sie trainieren beim FC Roj schon mit. Wie ist Ihr erster Eindruck?

Ich habe einen sehr positiven Eindruck bislang gewonnen. Man sieht, dass die Jungs beim Training Lust haben und dass sie dem Trainer zuhören. Zurzeit haben wir viele Probespieler. Da weiß ich nicht genau, wer in den kommenden Wochen fest bleiben wird. Das Projekt ist auf jeden Fall spannend. Ich habe sehr große Lust.

Sie sind auch neu in Dortmund. Wie gefällt es Ihnen bislang?

Ich wohne ja in Hagen. Dortmund ist eine sehr schöne Stadt, hat eine tolle Innenstadt und es gibt sehr viele Dortmunder Klubs, die guten Fußball spielen. Da denke ich zum Beispiel an den ASC 09 Dortmund oder an Türkspor Dortmund, die so etwas ähnliches gestartet haben wie der FC Roj. Es ist spannend zu beobachten, was da passiert.

Der FC Roj hat ambitionierte Ziele. Geht nichts über den Landesliga-Aufstieg?

Das war auch ein Grund, nach Roj zu gehen. Wenn Roj zum Beispiel erst in sechs Jahren in der Landesliga hätte spielen wollen, dann hätte ich abgesagt. Die Verantwortlichen haben mir aber gesagt, dass der Verein in den nächsten Jahren in der Westfalenliga spielen möchte.

Der Verein plant ja, sogar ein Stadion zu bauen…

Ja, das finde ich auch sehr schön. Viele Westfalenligisten haben ja ein kleines Stadion.

Noch einmal zu Ihnen: Wollen Sie denn irgendwann noch einmal in der Oberliga spielen?

Das weiß ich nicht. Ich habe mich jetzt erst einmal auch zu dem Schritt entschlossen, weil ich mich auf das Berufliche konzentrieren möchte. Nächstes Jahr möchte ich eine Ausbildung anfangen, in meiner Zeit in Sprockhövel habe ich nebenbei studiert. Oberliga hat auf jeden Fall ein gewisses Niveau, aber davon kann man langfristig ja keine Miete zahlen oder eine Familie ernähren. Vielleicht spiele ich noch einmal in der Oberliga. Man muss schauen, wohin die Reise geht.

Abschließend die Frage: Auf was für einen Spieler kann sich der FC Roj freuen?

Ich bin ein Spieler, der über seine Zweikampfstärke kommt. Ich bin jemand, der seine Mitspieler mitzieht. In der Bezirksliga ist es ja auch wichtig, dass man die Leute antreibt. Da wir als Ziel den Aufstieg haben, braucht man eine hohe Konzentration. Die Verantwortlichen haben mir schon gesagt, dass ich von hinten heraus mehr steuern soll, weil ich eine andere Erfahrung als die anderen Spieler habe.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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