Nicht immer bleiben die Nachwuchsfußballerinnen unter sich. Manche Mädchen stellen den Antrag, bei den Jungs mitspielen zu dürfen. © Stephan Schuetze
Jugendfußball

Fußballkreis erklärt, wann ein 16-jähriges Mädchen bei den Jungs mitspielen darf

Dass Mädchen auch in den älteren Altersklassen bei den Jungs mitspielen, ist im Fußball eine Seltenheit. Der Fußballkreis Dortmund erklärt, unter welchen Umständen er entsprechende Anträge genehmigt.

Jungs und Mädchen spielen gemeinsam in einer Mannschaft Fußball – je älter die Nachwuchsfußballer werden, desto seltener beobachtet man das. Der Fußballkreis Dortmund erklärt, welche Hürden überwunden werden müssen, damit ein Mädchen auch in der C- oder B-Jugend bei den Jungs mitspielen darf.

Zweifellos bewegen sich Mädchen- und Jungenfußball strukturell noch nicht auf Augenhöhe. Während mache Vereine gleich zwei oder drei Mannschaften in einer Jungen-Altersklasse stellen, gibt es noch nicht flächendeckend Mädchenmannschaften in allen Vereinen.

Fußballkreis Dortmund muss Genehmigung erteilen

Deshalb gibt es die Möglichkeit, Mädchen auch in der C- oder B-Jugend noch in Jungenteams auflaufen zu lassen. Der Fußballkreis Dortmund muss solche Vorhaben allerdings vorab genehmigen.

In der Praxis steht der Kreis entsprechenden Anträgen sehr offen gegenüber. 15 bis 20 Mal käme es innerhalb eines Jahres vor, dass ein Mädchen bei den Jungs mitspielen möchte, so Andreas Edelstein, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses des Fußballkreises Dortmund.

Damit der Kreis einem Antrag zustimmen kann, muss nur die Einverständniserklärung der Eltern des Mädchens vorliegen. „Dann genehmigt der Kreis das auch“, sagt Edelstein.

Kabinennutzung muss geklärt sein

Anschließend kommen auf die Vereine, die den Nachwuchsfußballerinnen diese Möglichkeit bieten, organisatorische Fragen zu. Diese betreffen vor allem – auch schon zu Prä-Corona-Zeiten – die Nutzung der Kabinen.

„Es ist natürlich klar, dass die sich nicht zusammen umziehen dürfen“, sagt Edelstein. Oftmals erhalten die Mädchen einen eigenen Raum zum Umziehen, manchmal müssen sie auch schon umgezogen zum Training erscheinen. „Die Vereine lassen sich viel einfallen“, sagt Edelstein.

Oftmals sind es allerdings gar nicht die „übriggebliebenen“ Spielerinnen, die keine Mannschaft mehr in ihrem Heimatverein haben, die den Antrag stellen. In Dortmund seien das vor allem Fußballerinnen, die beim FC Iserlohn in der B-Juniorinnen-Bundesliga spielen.

Diese würden dann eher mal ab und zu ein Freundschaftsspiel bei den Jungs mitmachen wollen, statt regelmäßig bei den Jungs mitzukicken, heißt es vom Kirchhörder SC. Der KSC hatte erst Mitte Juli den Antrag bewilligt bekommen, eine Spielerin des Jahrgangs 2004 bei seinen B-Jungen einsetzen zu dürfen.

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