In Deusen war man wieder mal kreativ. © privat
Amateurfußball

Interner Machtkampf bei Deusen wird mit Brausepulver und Wäscheklammern ausgetragen

Die Deusener beweisen mal wieder, dass sie das Social-Media-Game verstanden haben. Mit Brausepulver, Wäscheklammern und dem Wendler bekämpfen sie sich untereinander und Corona.

Dass man beim TuS Deusen ziemlich kreativ ist, hat man schon bewiesen, als man im November Kevin Großkreutz zur dritten Mannschaft in die Kreisliga C locken wollte. Schalke-Fans zum Umgrätschen stellten sie ihm unter anderem in Aussicht. Jetzt glänzt der Verein auf Instagram mit einer neuen Idee, die diesmal aber nichts mit dem ehemaligen BVB-Profi zu tun hat.

Jeden Tag öffnen die Deusener nämlich ein Adventskalender-Türchen. Wow, das ist aber mal eine wirklich ausgefallene Idee, möchte man da im ersten Moment ironisch seufzen. Aber die Umsetzung ist wirklich kreativ. Und wenn sich Deusener Fußballer so viele Wäscheklammern wie möglich ins Gesicht klemmen, dann trägt das auch einen weihnachtlichen Gedanken in sich.

Dabei geht es um einen Wettkampf. Die erste Mannschaft tritt in Challenges gegen die dritte Mannschaft an. Allerdings geht es darum, sich besser kennenzulernen. Die Spieler der in der Kreisliga B spielenden ersten Mannschaft, die in Deusen „Bergelf“ genannt wird, sind zu dieser Saison geschlossen von Rahm zum TuS gewechselt. Die Idee kam von ihnen.

Mit dem Wendler auf Punktejagd

Wegen unterschiedlicher Trainingszeiten und Corona habe man da noch nicht zueinander finden können, sagt Christian Biehl, der den Auftritt der dritten Mannschaft in den sozialen Netzwerken betreut. Von der „Bergelf“ sei deshalb die Idee gekommen, sich spielerisch kennenzulernen. „Weil gerade alles brach liegt, ist es schön, so wenigstens einen Wettkampf zu haben“, sagt Biehl, der zuletzt einen Punkt für die dritte Mannschaft einfuhr.

Wie Laura Müller ihren Wendler lockte sein Schwager Biehl unter einem Vorwand, in die Einfahrt. Dort überraschte er ihn nicht mit einem Auto, das man eigentlich nur braucht, wenn man Rinder von A nach B transportieren möchte, sondern mit einer Kiste Bier. Die Zuschauer honorierten das mit einem klaren Votum. 76 Prozent stimmten für die Dritte, 24 für die Erste.

Christian Biehl rührt die geschenkte Kiste Bier regelrecht. © privat © privat

„Das Voting läuft aber generell sehr fair ab. Wir stimmen auch für die Erste ab und Spieler von ihnen auch für uns. Die bessere Idee gewinnt schon“, sagt Biehl. „Wir freuen uns auch, wenn wir einen Punkt holen, nehmen uns aber selbst auch nicht so ernst.“

Challenge verstärkt den Kontakt untereinander

Die Auseinandersetzung ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Keine Mannschaft kann wirklich davonziehen. „Die Jungs aus der ersten sind schon deutlich fitter. Bei den sportlichen Challenges haben wir keine Chance. Ich würde aber sagen, wir sind kreativer. Dadurch machen wir das wett“, erklärt Biehl den engen Spielstand.

Das Kräftemessen würde auch durch die Corona-Zeit helfen. „Wir sind in der Mannschaft mehr im Austausch, machen uns Gedanken, wie wir Aufgaben umsetzen können und ziehen uns gegenseitig auf.“ Der Kontakt untereinander sei dadurch wieder größer geworden.

Und man hoffe auch, dass der Kontakt zwischen den Mannschaften dadurch intensiviert werde, sagt Biehl. Der Gewinner bekommt schließlich zwei Kisten Bier vom anderen Team und die will man – wenn Corona es wieder zulässt – vielleicht plus ein zwei weitere, gemeinsam trinken.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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