Wegen der Hombrucher Jugendspieler gibt es im Verein Meinungsverschiedenheiten. © Stephan Schuetze
Fußball

Interner Streit beim Hombrucher SV: Es geht um den hochtalentierten Nachwuchs

Beim Hombrucher SV rumort es intern. Hauptvorstand und Jugendabteilung sind sich momentan nicht ganz so grün. Grund: die hochtalentierte Jugend. Beide Seiten äußern Kritik.

Auch wenn in der Corona-Pandemie derzeit der komplette Trainings- und Spielbetrieb stillsteht, geht es bei dem einen oder anderen Dortmunder Amateurfußballklub intern heiß her – so zum Beispiel beim Hombrucher SV.

Willi Tiemann ist enttäuscht – enttäuscht von Teilen seines eigenen Vereins. Der Geschäftsführer des Hombrucher SV musste zuletzt hinnehmen, dass in Paul Zulauf und in Justin Funhoff zwei hochtalentierte A-Jugendliche den Hombrucher SV verlassen werden. Das junge Duo, das zuletzt in der Westfalenliga-A-Jugend des HSV gekickt hat, wechselt im Sommer zum FC Brünninghausen. Darüber ärgert sich Tiemann, macht der eigenen Jugendabteilung deshalb Vorwürfe und wird zum Teil auch sehr deutlich.

„In der Kommunikation stimmt es nicht“

„In der Kommunikation zwischen Vorstand und Jugendabteilung stimmt es derzeit nicht. Das ist sehr enttäuschend für mich, aber auch für unseren Vorstandsvorsitzenden“, betont Tiemann. Dabei geht es um Spieler der eigenen Jugendteams.

Der HSV-Geschäftsführer ärgere sich darüber, dass gewisse Vereinbarungen zwischen Vorstand und Jugendabteilung nicht eingehalten worden sein sollen. Tiemann: „Wir hatten mit der Jugend vereinbart, dass, bevor Spieler in andere Vereine wechseln, wir als Verein der erste Ansprechpartner sind. An diese Vereinbarung wurde sich leider nicht gehalten“, sagt Tiemann.

Hauptverantwortlicher der Jugendteams ist Jugendleiter Jörg Keuntje, mit dem wir ebenfalls gesprochen haben. Er sagt: „Die Spieler, die jetzt gewechselt sind, haben

bis heute weder mit dem Trainer noch mit dem Sportlichen Leiter gesprochen. Ich glaube schon, dass die Spieler gerne geblieben wären“, so Keuntje.

Doch damit nicht genug. Tiemann legte im Gespräch weiter nach: „Wir haben auch mitbekommen, dass Listen mit Spielernamen und Telefonnummern an andere, klassenhöhere Vereine herausgegangen sind. Wenn Spieler dann Brünninghausen, Holzwickede oder Aplerbeck angeboten werden, dann hat man als Landesligist keine Chance mehr“, sagt Tiemann.

Jörg Keuntje bestreitet es, Listen weitergegeben zu haben

Jörg Keuntje bestreitet, dass er solche Listen weitergegeben haben soll. „Weder der Sportliche Leiter, noch der Jugendleiter oder der A-Jugend-Trainer haben solche Listen herausgegeben. Wenn aber mal ein Verein anruft und sich nach einem Spieler erkundigt, dann gibt man auch mal Informationen weiter“, sagt Keuntje und betont: „Wir möchten die Spieler ja auch gut unterbringen und gucken immer, dass die Jungs einen vernünftigen Anschluss finden. Ich würde natürlich auch gerne Spieler in unserem Verein behalten“, sagt Keuntje, dem es bei der Abgabe seiner Spieler nicht um Geld gehe.

Der Jugendleiter führt fort, dass es zwischen Senioren und Junioren auch eine Vereinbarung gegeben habe, dass es in dieser Saison besser laufen solle als in den Vorjahren. „Wir haben uns zusammengesetzt, haben gemeinsame Trainingszeiten geplant und hatten durchaus das Bestreben, in den Herbstferien die Endjahrgänge mit den Senioren zusammen trainieren zu lassen. Das hat im Endeffekt aber nicht geklappt“, sagt Keuntje.

Die Jugendarbeit an sich stört Willi Tiemann nicht. Damit sei er sehr zufrieden. Beispielsweise spielen die A- und B-Junioren in der Westfalenliga, die C-Jugend sogar in der Regionalliga-West. Dem Geschäftsführer gehe es eher darum, „kein Ausbildungsverein“ für andere Klubs mehr sein zu wollen. „Wir sind ein Verein mit einer exzellenten Jugendarbeit. Wenn man über drei, vier Jahre ein oder zwei Spieler aus der eigenen Jugend bekommen könnte, dann würden wir wohl nicht nur Landesliga spielen“, betont Tiemann.

Der Geschäftsführer würde lieber die eigene Jugend unterstützen, anstatt externe Spieler zu holen. „Aber die Ziele der Jugend und unsere Ziele beißen sich momentan“, sagt Tiemann abschließend.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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