Dimitrios Kalpakidis stellte in seiner Traum-11 keinen Spieler von Türkspor auf. © Stephan Schuetze
Fußball

Kalpakidis erklärt, warum er keinen Spieler von Türkspor in seine Traum-11 gewählt hat

Türkspor-Trainer Dimitrios Kalpakidis hat seine Dortmunder Traum-11 benannt. Warum er keinen Spieler von Türkspor aufgestellt hat, erklärt Kalpakidis, der ein generelles Problem sieht.

In unserem Video-Format „Meine Dortmunder Traum-11“ stellen Dortmunder Amateurfußballer- und Trainer ihre persönliche Traum-11 zusammen. Auch Dimitrios Kalpakidis, Sportlicher Leiter und Interimstrainer von Türkspor Dortmund, wählte in seine Mannschaft zwei Spieler von Bövinghausen, verzichtete auf Spieler seiner aktuellen Vereins. Wir haben nachgefragt, warum.

„Es ist ja die Regel des Formats, dass man nur jeweils zwei Spieler aus einem anderen Verein und nur einen Spieler seines aktuellen Vereins bestimmen darf“, sagt Kalpakidis. „Ich wollte nicht, dass es intern zu Diskussionen führt, wenn ich jetzt einen Spieler nehme und einen anderen nicht.“ Ob er nun einen nehme, oder keinen, sei doch egal. „Ich hätte sicherlich auch vier, fünf Spieler von Türkspor nehmen können. Andere, die ihre Traum-11 vor mir aufgestellt haben, haben ja auch Spieler von TSD genommen.“

Er habe einfach kein Gesprächsthema aufmachen wollen. „Sonst geht es doch schnell los: Warum nimmt er mich nicht, aber ihn?“, sagt Kalpakidis. Das sei sicherlich auch bei den Profis so, wenn Favre eine Mannschaft aufstellen müsste. „Da würden bestimmt auch manche Fragen, warum stellt er mich nicht auf? Was soll das, Trainer?“, glaubt der TSC-Trainer.

Ein Problem der heutigen Spielergeneration

Kalpakidis sieht das eher als Problem der heutigen Spielergeneration an. „Es gibt viele Spieler, die total von sich selbst überzeugt, gleichzeitig aber auch nicht wirklich kritikfähig sind.“ Das mache auch die Zusammenarbeit schwieriger, sagt er, bezieht seine Aussage aber auf Fußballspieler generell und nicht nur auf seine Spieler bei Türkspor.

„Als Trainer willst du eigentlich nur effektiv mit dem Team arbeiten und das Beste aus der Mannschaft herausholen. Das setzt aber auch voraus, dass man sich mit seinen Leistungen auseinandersetzt, also dass man kritikfähig ist“, sagt der TSD-Coach. „Und dann sagt man was und die Spieler sind gleich beleidigt und denken man habe ein persönliches Problem mit ihnen.“

Früher seien die Spieler auch stinksauer gewesen, wenn der Trainer sie nicht aufgestellt habe, sagt Kalpakidis. Dann habe man im Training aber gezeigt, dass er damit falsch gelegen habe und sei nicht sofort zum Vereinsvorstand gelaufen. „Das hat sich verändert.“ Zu ihm könne aber nach wie vor jeder Spieler kommen, wenn er sich beschweren wolle oder wissen wolle, was er besser machen könne. „Man kann mich jederzeit fragen“, sagt Kalpakidis.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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