Daumen hoch für den nächsten fixen Transfer: Kemminghausens Coach Bülent Kara freut sich über einen weiteren Neuzugang. © Patrick Schröer
Fußball

Kemminghauser Ex-Profi ist gleich ein Boss: „So tief habe ich noch nie gespielt“

Der VfL Kemminghausen hat unruhige Zeiten hinter sich. Und einen Neuzugang, der sofort etwas bewegen möchte. Am liebsten würde der 28-Jährige sofort in die Landesliga aufsteigen.

Da hat der VfL Kemminghausen ganz offensichtlich einen guten Fang gemacht.

Der Fußball-Bezirksligist hat sich einen Neuzugang gesichert, der nach einer äußerst bewegten Laufbahn als Profi mit zahlreichen Stationen für neuen Schwung in Kemminghausen sorgen könnte.

Die Rede ist von Yunus Emre Albayrak, 28 Jahre alt, Mittelfeldspieler, und ein Akteur mit großen Qualitäten. Wie seine Auftritte beim Brackeler Kronen-Kreidekarre-Cup beweisen. Wir sprachen mit dem Kemminghauser Neuzugang über seine Ziele mit dem VfL, über seine ersten Eindrücke und seine umtriebige Vergangenheit.

Sie stammen eigentlich aus Hagen, haben aber nie für einen Hagener Verein gespielt, sondern ihre Laufbahn in der Jugend der SG Wattenscheid 09 begonnen. Wie kommt das?

So ganz richtig ist das ja nicht, denn einmal habe ich für einen Hagener Klub gespielt, beim SSV Hagen. Begonnen habe ich als Mini-Kicker bei der TSG Herdecke. Dann ging es weiter zum FC Wetter, zum VfL Bochum, dann kam der SSV Hagen, Sprockhövel, Wengern und der TuS Stockum. Mein erster Junioren-Verein war die SG Wattenscheid. Dort sind wir in die Regionalliga aufgestiegen. Es folgten drei erfolgreiche Jahre beim VfL Bochum. Mit der U19 des SV Wuppertal habe ich dann in der Bundesliga-West gespielt.

Sie haben wirklich oft die Vereine gewechselt. Gab’s Probleme?

Nein, ich wollte mich immer verändern. Mein Vater hat mir damals gesagt, ich würde die Vereine wechseln, wie andere Leute die Unterwäsche.

Selbst bei den Senioren haben Sie dieses Tempo beibehalten.

Stimmt. Mit 19 bin ich zu Istanbul BB gewechselt. Das war ein gutes Angebot und ein guter Verein. Die 1. Mannschaft hat in der 1. Liga gespielt, ich kam zum Einsatz, aber nicht sehr häufig, habe mehr in der 2. Mannschaft gespielt.

Bereuen Sie den frühen Wechsel in die Türkei?

Bereuen wäre falsch. Zu dem Zeitpunkt sind wir mit dem Wuppertaler SV aus der Bundesliga abgestiegen. Da kam die Anfrage aus Istanbul. Vielleicht hätte ich noch ein oder zwei Jahre warten sollen. Im Nachhinein war der Wechsel in die Türkei etwas zu früh, aber damals war es auch nicht so leicht, in Deutschland Fuß zu fassen.

Es folgten Stationen bei den türkischen Drittligisten Kozan Belediye und Darica GB, zwischendurch der TuS Heven, vor der Corona-Krise der Oberligist FSV Duisburg und Kozan Spor FK. Wie kam die Verbindung ausgerechnet zum VfL Kemminghausen?

Ich habe die ganze Zeit mit Tuna Kayabasi, dem Sportlichen Leiter des VfL Kemminghausen, in Kontakt gestanden. Wir kannten uns aus der gemeinsamen Zeit beim TuS Heven. Er hat mich von dem Konzept des VfL überzeugt. Und da ich durch die Corona-Pandemie vereinslos war, habe ich mich schon im Winter dazu entschieden, nach Kemminghausen zu wechseln. Jetzt bin ich glücklich über meine Entscheidung.

Sie waren fünf Jahre Profi, haben in der Oberliga gespielt, jetzt in der Bezirksliga. Was ist das für ein Gefühl?

Stimmt, so tief habe ich noch nie gespielt. Aber wie gesagt. Das Konzept des VfL sieht ja vor, dass wir dort auf Dauer nicht bleiben wollen. Ich persönlich will natürlich sofort am Ende der kommenden Saison aufsteigen. Der Verein ist da etwas zurückhaltender. Wir wollen oben mitspielen. Die Mannschaft hat das Potenzial dazu.

Wie ist der Kontakt mit dem Trainer, mit Bülent Kara?

Bestens, er lebt für die Mannschaft, für den Verein. Er ist mehr als ein Trainer. Mit ihm können wir was reißen.

Auf dem Brackeler Turnier waren Sie Kapitän ihrer Mannschaft. Ist das wichtig für Sie?

Nein, überhaupt nicht. Ich war schon oft Kapitän, auch als Profi. Wichtiger ist für mich, dass wir drei Punkte im Spiel einfahren. Meine Erfahrung kann ich an die jungen Spieler auch weitergeben, ohne Kapitän zu sein.

Wie haben Sie die Zeit während der Corona-Pandemie verbracht?

Finanziell hatte ich vorgesorgt. Meine Fitness hat nicht gelitten. Ich habe jeden Tag trainiert, habe mir sogar einen eigenen Athletik-Trainer besorgt.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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