Kevin Großkreutz hat mit uns im Interview über seine neue Aufgabe beim TuS Bövinghausen gesprochen. © Stephan Schuetze
Fußball-Westfalenliga

Kevin Großkreutz rückt ins Bövinghausen-Trainerteam auf: „Ich habe sofort zugesagt“

Kevin Großkreutz ist ab sofort Teil des Trainerteams beim TuS Bövinghausen. Im Interview spricht der Ex-BVB-Profi über seine neue Aufgabe und verrät, wann er das erste Mal auf dem Trainingsplatz steht.

Dass Kevin Großkreutz als Spieler zum TuS Bövinghausen stößt, ist schon seit Anfang des Jahres bekannt. Doch, obwohl Großkreutz aufgrund der Corona-Pandemie noch kein Spiel für den TuS absolviert hat, befördert ihn TuS-Präsident Ajan Dzaferoski schon jetzt. Der Ex-BVB-Profi und Weltmeister rückt als Spielertrainer ins Trainer-Team des Westfalenligisten auf. Über seine neue Rolle, den heiß ersehnten Saisonstart und über sein erstes TuS-Training haben wir mit dem 32-Jährigen im Interview gesprochen.

Herr Großkreutz, Sie rücken ins Trainerteam des TuS Bövinghausen auf. Von wem stammt diese Idee?

Von Ajan (Dzaferoski, Vereinspräsident, Anm. d. Red.). Er hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen kann, das Amt zu übernehmen. Ich musste gar nicht lange überlegen und habe sofort zugesagt.

In Nikola Karcev und Sven Thormann verfügt der TuS schon über zwei Trainer. Welche Rolle nehmen Sie genau ein?

Die beiden haben das im letzten Jahr gut gemacht, sie standen ja nicht umsonst ganz oben. Ich möchte nicht zu viel reinreden, möchte aber helfen und neue Sachen ins Training einbringen. Ich arbeite eher im Hintergrund als Spielertrainer. Ich möchte ja auch selbst trainieren und fit werden.

Wie genau wird denn die Aufgabenverteilung unter Ihnen aussehen?

Wir werden uns vor jedem Training zusammensetzen und immer eine Woche vorher die Trainingswoche gestalten. Jeder bringt seine Ideen ein. Das ist in der Vorbereitung wichtig. Ich hoffe, dass wir die komplette Vorbereitung absolvieren können.

Wird es denn so ablaufen, dass Sie mit drei Trainern dann auch in verschiedenen Gruppen trainieren werden?

Ja, natürlich werden wir auch in Gruppen arbeiten. Das ist ein Vorteil, dass wir drei Trainer sind. Trotzdem bin ich auch Spieler. Nikola und Sven stehen an der Seitenlinie.

Trotzdem brauchen wir einmal Ihre Einschätzung: Braucht der TuS Bövinghausen noch Spieler, damit es für ganz oben reicht?

(lacht) Ich finde, dass wir eine überragende Mannschaft haben. Wir haben eine gute Mischung aus Technikern und Kämpfern. Wir haben alles dabei, was eine gute Fußballmannschaft ausmachen sollte. Ich denke, dass wir schon stark sind. Man darf aber nicht vergessen, dass auch die Gegner nicht einfach zu bespielen sind. Jeder wird heiß darauf sein, gegen uns zu spielen.

Ihr Präsident Ajan Dzaferoski hat im Gespräch mit uns kürzlich gesagt, dass Sie es als Trainer in die Bundesliga schaffen können – was sagen Sie dazu?

(lacht) Das ist natürlich schön, dass er das sagt. Ich werde nebenbei ja auch meine Trainerscheine machen und will mich weiterentwickeln. Das ist wichtig, weil es viele gute Spieler von früher gibt, die keine guten Trainer geworden sind. Wie weit es dann nach oben gehen wird, wird man sehen. Ich habe hier beim TuS Bövinghausen für zwei Jahre einen Vertrag als Spielertrainer – vor allem als Spieler. Das ist erst einmal das Wichtigste.

Aber Sie haben schon den Anspruch, irgendwann einmal höherklassig zu trainieren, oder?

Dazu habe ich mir noch keine richtigen Gedanken gemacht. Falls wir aufsteigen sollten, dann wären wir in der Oberliga. Das wäre auch schon mal ein Fortschritt. Es gibt viele gute Trainer auf dem Markt, viele junge ehrgeizige Trainer. Ich werde den Ball flachhalten. Aber wenn Bövinghausen in der Oberliga spielen sollte, dann lerne ich auch schon etwas dazu.

Die Inzidenzen sinken, die Politik lockert immer weiter: Wie groß ist die Vorfreude, nach so langer Zeit wieder zu spielen und zu trainieren?

Am Donnerstag, am Feiertag (3. Juni, Fronleichnam, Anm. d. Red.) werde ich zum ersten Mal mit den Jungs trainieren. Die Jungs starten schon am Dienstag, aber da kann ich leider nicht. In unserer WhatsApp-Gruppe geht es schon richtig ab. Alle sind heiß, alle brennen auch darauf, dass wir am 13. Juni unser erstes Testspiel (gegen Westfalia Kinderhaus, Anm. d. Red.) spielen. Wir haben alle so lange auf den Moment gewartet. Jetzt können wir endlich wieder auf dem Platz den Ball am Fuß haben.

Auf was kommt es jetzt nach der langen Pause denn besonders an?

Es ist schon ein Vorteil, dass wir momentan nur mit Abstand trainieren dürfen und deswegen nicht richtig in die Zweikämpfe gehen können. Man muss wegen der langen Pause richtig aufpassen und immer wieder in seine Muskulatur hineinhorchen. Wichtig sind jetzt Pass- und Torschussübungen. Wir müssen jetzt zwei, drei, vier Wochen reinkommen und langsam die Muskulatur beanspruchen.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer