Für die Westfalenliga-Klubs gehört der TuS Bövinghausen (rot) eindeutig zu den Favoriten auf den Aufstieg. © Stephan Schuetze
Fußball-Westfalenliga

Konkurrenz ohne Angst vor Bövinghausen? „Wir müssen uns nicht in die Hose machen“

Der TuS Bövinghausen ist kein gewöhnlicher Westfalenliga-Aufsteiger. Der Respekt ist zwar groß, doch neben dem Emporkömmling wird auch eine Überraschungsmannschaft im Titelkampf erwartet.

Erst die Testspielsiege gegen den Regionalligisten Rot Weiss Ahlen und den Oberligisten Westfalia Herne und nun der beeindruckende Erfolg im Kreispokal-Halbfinale gegen den ASC 09 Dortmund – Westfalenliga-Aufsteiger TuS Bövinghausen zeigt sich knapp drei Wochen vor dem Saisonstart in einer starken Frühform. Für die baldige Konkurrenz ist das keine Überraschung.

Es war ein verdienter Erfolg am Donnerstag gegen den ASC und ein weiterer Fingerzeig für die nahende Westfalenliga-Saison, denn: kurz- bis mittelfristig soll es für das Team von Trainer Dimitrios Kalpakidis in die Oberliga gehen. Das wissen auch die kommenden Gegner.

Bövinghausen als „legitimes Projekt“

„Wir machen uns grundsätzlich keine großen Gedanken um Bövinghausen, aber wir brauchen natürlich nicht darüber sprechen, dass diese Mannschaft kein normaler Aufsteiger ist“, so Florian Gondrum, Spielertrainer beim FC Brünninghausen.

Er rechne damit, dass sich Bövinghausen letztlich mit dem DSC Wanne-Eickel um den Aufstieg in die Oberliga streiten werde. „Es ist ein legitimes Projekt und der TuS hat natürlich andere Ziele als wir. Wir müssen uns vor der Partie aber sicher nicht in die Hose machen“, betont Gondrum. Vielmehr könne das Duell sogar noch für eine zusätzliche Motivation bei seiner Mannschaft sorgen.

Ähnlich ambitioniert wie Bövinghausen geht auch der Vorjahres-Zweite Wanne-Eickel in die neue Saison. Auch dessen Trainer Sebastian Westerhoff weiß um die Stärken der Bövinghauser: „Die werden sicherlich oben mitspielen. Sie nicht als großen Konkurrenten wahrzunehmen, wäre fahrlässig. Es ist schon ein außergewöhnlicher Aufsteiger.“

Hagen ebenfalls starker Aufsteiger

Davon gibt es laut Westerhoff allerdings direkt zwei. „Ich schätze, dass auch die SpVg Hagen 11 als Aufsteiger eine gute Rolle einnehmen wird und sicherlich um die vorderen Plätze spielt. Schlussendlich wird die Konstanz entscheiden, wer am Ende Platz eins belegt.“

In Hagen möchte man vom Kampf um die vorderen Plätze zunächst einmal aber nichts wissen. Stattdessen sei das Ziel der Klassenerhalt. „Uns tut ein bisschen Demut sehr gut. Unser Vorteil könnte sein, dass wir es zuletzt immer hinbekommen haben, eine Einheit zu formen“, unterstreicht Trainer Stefan Mroß.

Einen Vergleich mit Mitaufsteiger Bövinghausen hält Mroß unterdessen nicht für sinnvoll: „Da sind ganz andere finanzielle Mittel vorhanden. Wenn sich die starken Einzelspieler dort einspielen, dann führt eigentlich kein Weg an Bövinghausen als Meister vorbei.“

Wickede mit besonderer Beziehung

Etwas andere Ziele verfolgt Westfalia Wickede. Zum TuS Bövinghausen gibt es allerdings schon im Vorfeld der Saison eine besondere Verbindung. „Dimitrios Kalpakidis und ich sind gute Freunde. Wir sprechen eigentlich mehrfach am Tag miteinander“, erklärt Wickedes Sportlicher Leiter Daniel Dukic. Ein Vorteil für die Saisonspiele? Durchaus möglich.

„Ich kenne die Spielweise von Dimitrios noch aus gemeinsamen Zeiten beim BSV Schüren und weiß genau, was er denkt. Es werden natürlich außergewöhnliche Spiele für uns und ich bin mir sicher, dass Bövinghausen mindestens in die Top-5 kommt“, so Dukic.

Besonders brisant: Am letzten Spieltag treffen die beiden Dortmunder Vereine aufeinander. Im Kampf um den Aufstieg könnte Wickede somit im Härtefall zum Zünglein an der Waage werden. „Dann wird die Freundschaft natürlich für 90 Minuten ruhen und je nachdem wie es läuft, muss ich danach noch mehr Telefonate führen“, erklärt ein grinsender Daniel Dukic.

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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