Bekommt Zuwachs: Der Kirchhörder SC hat zwei weitere Neuzugänge. © Folty
Amateurfußball

Lothar Huber entdeckte einen Jura-Studenten für das Landesliga-Team von Kirchhörde

Vor ein paar Jahren entdeckten Sascha Rammel und Lothar Huber eine Verstärkung für die Landesliga-Mannschaft des Kirchhörder SC. Der KSC-Spieler weiß, wo es lang geht – auf und neben dem Platz.

Wer etwas auf dem Kerbholz hat, sollte sich auf alle Fälle – oder besser in allen Fällen – mit seinem Verteidiger verstehen. Diesen gut gemeinten Rat gibt der Trainer eines Dortmunder Landesligisten. Denn sein Verteidiger könnte ihm zur Not auch mal aus der Patsche helfen.

Die Auflösung der Geschichte: Sascha Rammel, Coach des ambitionierten Landesligisten Kirchhörder SC, muss nicht vor Gericht einen Schwur ablegen, er schwört im fußballerischen Bereich auf Fabian Doyscher. Der ist ein absolut zuverlässiger Innenverteidiger des KSC und noch dazu angehender Jurist.

Sein Jurastudium zog der 23-Jährige bislang zielstrebig durch und absolviert in jungen Jahren bereits sein Referendariat bei der Staatsanwaltschaft Dortmund.

Schwüre dürfte er, egal auf welcher Seite, bald öfter zu hören bekommen. „Ich weiß noch nicht genau, ob ich Staatsanwalt, Richter oder Anwalt in einer Kanzlei werde.“ Ob Anklage, Verteidigung oder Rechtsprechung – für einen, der sein Studium so schnell durchzieht, ist die überlegte Auswahl sein gutes Recht.

Die Frage, auf welcher Seite er stehen möchte, stellt sich für Doyscher im Fußball eher weniger, denn das Eigengewächs des KSC nimmt hier den bodenständigen Weg: „Mit meiner Familie bin ich im Kindergartenalter von Aplerbeck nach Kirchhörde gezogen. Und schnell habe ich mit meinen Eltern an der Kobbendelle vorbeigeschaut. Und ich bin da geblieben.“ Bis heute. Ohne Unterbrechung.

„Ich habe mich hier immer wohlgefühlt. Daher habe ich nie einen Anlass gesehen, zu wechseln.“ Dass aus dem kleinen Fabian, der als Kindergartenkind am neuen Wohnort gleich bei den Minikickern mitmischte, ein gestandener Abwehrspieler in einer meist gut funktionierenden Viererkette geworden ist, hätte er sich damals nicht erträumt: „Nein, das konnte ich mir als Junge gar nicht vorstellen. Für mich war Fußball immer Spaß. Ich habe ja auch erst im Seniorenbereich eher unauffällig in unserer 2. Mannschaft gespielt.“

Lothar Huber und Sascha Rammel erkannten das Potenzial von Doyscher

Sein Trainer Rammel bezeichnet ihn als „sehr intelligent“. Ganz von alleine flog ihm die Juristerei nun aber auch nicht zu, sodass der nun erwachsene Fabian Doyscher den Fokus auf das Studium legte. Aber wenn im eigenen Verein Talente mitspielen, fallen sie wahrscheinlich doch irgendwann auf. So geschah es, dass die 1. Mannschaft im Abstiegskampf der Westfalenliga Stabilität mit Stallgeruch benötigte.

Und so zogen Lothar Huber und Sascha Rammel ihn hoch. Seitdem gibt es auch hier keinen Anlass für einen Tapetenwechsel. „Es ist schon ein cooles Gefühl, in der ersten Mannschaft des Heimatvereins zu spielen. Das Team ist jung, da spielen gute Freunde von mir mit. Und wir haben in Sascha und Karim Bouasker auch zwei junge Trainer mit guten Vorstellungen, so dass es einfach passt.“

Fabian Doyscher kickt mittlerweile in der Landesliga-Mannschaft des Kirchhörder SC. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Und erstgenannter Trainer ist sich seiner Sache auch sicher, fußballerische Verantwortung auf den jungen Mann zu übertragen. „Fabian weiß, was er will. Ein junger Spieler mit gutem Charakter. Intelligent und sehr reif.“ Das hört der Angesprochene sehr gerne.

Er versichert dafür, „dass ich mich immer 100-prozentig reinwerfe. Ich sehe mich schon als zweikampfstark, selbst wenn ich weiß, dass es bessere Fußballer als mich gibt.“ Trotzdem führt er mit den Rot-Weißen die Tabelle an.

„Jeder sollte sich mit Fabian gutstellen“

„Natürlich ist noch offen, wann und wie es überhaupt weitergeht. Aber wir wollen dann schnell wieder bei der Sache sein.“ Könnte er sich vorstellen, einen früheren Beginn der Spiele einzuklagen? „Nein, ich denke, die Regelungen sind wohl in dieser Form notwendig und daher auch nicht zu ändern.“

Für Doyscher bedeutet es, sich „nicht auf die faule Haut zu legen“. Denn: „Wenn wir wieder anfangen, möchte ich fit sein. Ich gehe sehr oft laufen. Wir spielen oben mit. Wir machen das bislang ziemlich gut. Und das möchten wir auch gerne weiter machen. Aber natürlich hängt viel davon ab, in welcher Form es weitergeht.“

Und so hält Doyscher zwar kein flammendes Plädoyer für intensive Laufarbeit während der Corona-Zeit. Den Trainingsplan, den das Trainerteam in Kürze ausgibt, solle aber schon jeder beherzigen. Sollte sich ein Teamkollege mal nicht immer vorbildlich verhalten, gilt ja immer noch Rammels Empfehlung: „Jeder sollte sich mit Fabian gutstellen.“

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Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle

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