Thomas Gerner war mit dem Auftritt seiner Mannschaft einverstanden. © Stephan Schuetze
Hecker Cup

Nach 1:3-Niederlage: Wie stark ist Bövinghausen mit Kevin Großkreutz, Thomas Gerner?

Ein „Traumlos“ für einen Bezirksligisten - gibt es das? Thomas Gerner, Trainer von Mengede 08/20, findet: „Das gibt es.“ Seine Mannschaft hatte beim Hecker Cup eines gezogen.

Mengedes Trainer Thomas Gerner ist auch am Tag nach dem Spiel noch guter Dinge: „Das war von meiner Mannschaft ein sehr intensives Spiel. Und ich glaube, dass wir trotz der Niederlage eine richtig gute Partie abgeliefert haben. Klar, mit einer 1:3-Niederlage ist es immer schwierig als Trainer zu sagen, man sei zufrieden. Aber in diesem Fall muss ich auch wirklich dem Gegenüber Respekt zollen.“

Das Gegenüber, das war beim ersten Spiel des Bezirksligisten Mengede 08/20 beim Hecker Cup, kein kleinerer als Westfalenligist TuS Bövinghausen. Und der trat auch gleich mit voller Kapelle an. „Beim TuS steht einfach jede Menge Qualität auf dem Platz“, sagt Gerner. „Das ist vom Personal her aktuell Dortmunds beste Amateurmannschaft.“

Aber Gerner hat seiner Mannschaft wenig Respekt vor großen Namen, allen voran Kevin Großkreutz, angemerkt: „Ich hab den Jungs vorher in der Kabine gesagt, wir haben das Traumlos erwischt. Und so haben sie das auch angenommen. Meiner Mannschaft habe ich angemerkt, dass sie gegenüber einem normalen Freundschaftsspiel nochmal hochgefahren hat, sich einfach mehr konzentriert hat.“

Vielleicht lag es aber auch an den besonderen Umständen nach der langen Wettkampfpause: „Die Mannschaften haben sich einfach total gefreut, nach dieser langen Auszeit, mal wieder vor so einer Kulisse aufzulaufen. Das hatte alles wieder vielmehr Flair als ein Freundschaftsspiel. Das hab ich den Spielern, das hab ich aber auch ganz vielen Zuschauern angesehen. Da waren nur freudige Gesichter.“

Und dann schickt Gerner auch noch ein dickes Lob an den gastgebenden ASC 09 hinaus: „Das ist ja nur die abgespeckte Version des Hecker Cups. Da sind ja sonst gerne mal über tausend Zuschauer. Jetzt konnten nur 500 pro Spieltag da sein. Aber trotzdem hat der ASC 09 das so top organisiert, dass es richtig Atmosphäre hat.“

Und sportlich? „Uns als Bezirksligisten tut es natürlich besonders gut zwischen Landes-, Westfalen- und Oberligisten mittun zu können“, sagt Gerner. Das gebe es viel zu testen und zu lernen.

„Taktisch war das Spiel gegen den höherklassigen TuS Bövinghausen eine echte Standortbestimmung. Ich hab als Trainer da schon Lehren draus ziehen können und auch einen Gradmesser für meine einzelnen Spieler gehabt“, sagt Mengedes Coach. „Und ich muss sagen, gegenüber dem ein oder anderen Freundschaftsspiel zuletzt, war ich jetzt gegen Bövinghausen doch sehr versöhnt. Und ich denke, einige Nadelstiche konnten wir auch gegen einen Gegner aus einer Liga zwei Etagen über uns setzen.“

Und noch etwas hat sich aus Gerners Sicht bestätigt: „Der TuS Bövinghausen ist nicht Kevin Großkreutz. Der Hecker Cup ist nicht Kevin Großkreutz. Natürlich ist seine Rückkehr eine tolle Sache für den Dortmunder Amateurfußball. Aber ich hab meiner Mannschaft vorher gesagt, mir sind die Namen egal. Denn in Bövinghausen, da läuft nicht nur ein Kevin Großkreutz rum, sondern gleich ein paar Leute, die gutes Fußballformat haben.“

Und so sei der Westfalenligist, der schon Oberliga-Format habe, auch aufgetreten. „Kevin Großkreutz ist aus meiner Sicht jetzt schon Teil dieser Mannschaft. Sein ganzes Auftreten im Spiel gegen uns hat dafür gesprochen“, hat Gerner beobachtet. „Er spielt voll integriert in dieser Truppe und nicht als „Erster alles für alle Situationen“. Von daher wird es in Zukunft nur noch schwieriger werden, diese Mannschaft zu schlagen. Und für uns als Bezirksligisten sowieso. Da bräuchten wir schon einen ganz besonderen Sahnetag und die müssten obendrein dreimal auf dem Rasen vor dem Tor ausrutschen.“ So blieb es beim 1:3 gegen das Traumlos.

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Sportredaktion Dortmund
61er-Jahrgang aus Bochum, seit über 35 Jahren im Journalismus zu Hause - dem Sport und dem blau-weißen VfL schon ewig von Herzen verbunden - als Sportredakteur aber ein Spätberufener.
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