Christian Franke freut sich auf drei Neuzugänge - einer davon unterstützt ihn an der Seitenlinie. © Schütze
Fußball

Nach vier Jahren: Dortmunder quält sich zum Comeback bei Arminia Marten und trifft direkt

Kann das funktionieren? Nach vier Jahren Pause kehrt ein ehemals ambitionierter Dortmunder Offensivspieler wieder in die Kreisliga A zurück. Mit dabei: Muskelkater und überflüssige Pfunde.

Eigentlich wollte Chris Pabst nur eine Pause von überschaubarer Länge einlegen, als er im Sommer 2017 seinen Abschied vom damaligen A-Kreisligisten Germania Westerfilde bekanntgab.

Aus dem eingeplanten einem Jahr wurden fast vier, was natürlich auch an Corona lag. Jetzt hat sich der Dorstfelder wieder zurückgemeldet. Mit einem Tor im dritten Spiel für seinen neuen Verein Arminia Marten beim 4:1 gegen Westfalia Kirchlinde.

Auch den vergangenen Sonntag traf er gegen seinen alten Klub, RW Germania, im Test mit Marten.

Pabst: „Ich war froh über jeden Tag Pause.“

Die vergangenen Wochen seien echt hart gewesen, gestand Pabst, und lieferte die Erklärung dafür gleich hinterher: „Wir trainieren zwei bis dreimal die Woche, dazu kommt jeweils noch ein Spiel. Und ich muss gestehen, ich habe während meiner Pause nicht wirklich ambitioniert trainiert. Der Muskelkater hörte am Anfang einfach nicht auf. Ich war froh über jeden Tag Pause.“

Und wie Millionen von anderen Deutschen während der Corona-Pandemie erging es auch Pabst. Das ein oder andere Pfündchen ist hinzugekommen. Details müssen hier nicht verraten werden. Nur soviel. Es waren nicht ganz so wenig. Doch der 26-jährige Pabst ist auf dem besten Weg, wieder Normalform zu erreichen. „Ein paar Kilo sind schon weg“, schmunzelt Pabst: „Mein Ziel ist es, gewichtstechnisch wieder zur alten Form zu finden.“

Rückblick Sommer 2017. Nach zwei verpassten Aufstiegen trennten sich die Weg von Chris Pabst und Germania Westerfilde. „Ich hatte jede Menge Anfragen, auch von höherklassigen Klubs“, blickt der Offensivspieler zurück, „doch irgendwie hat nichts wirklich gepasst.“ Da Pabst damals seine Ausbildung zum Industriekaufmann begann, kam ihm die Pause gerade recht: „Endlich hatte ich mal Zeit für andere Sachen, die ich davor immer vernachlässigt hatte.“

Doch irgendwann kehrte das Kribbeln in den Fußballer-Beinen zurück. Nach gut drei Jahren. Pech nur: Als die ersten Gespräche um die Jahreswende 2020/21 liefen, war die Corona-Pandemie auf ihrem Höhepunkt, an Amateur-Fußball nicht zu denken. Die Pause zog sich – länger als erwartet.

Der Kontakt zu Arminia Marten und dessen Trainer Christian Franke lief über einen ehemaligen Westerfilder Mannschaftskollegen, das erste leichte Training fand vor vier Wochen statt. Seitdem geht es aufwärts mit Pabst, die Pfunde werden weniger, der Muskelkater ebenso.

Pabst gesteht: Die Pause war einfach zu lang

Und mit Arminia Marten scheint Pabst den Verein gefunden zu haben, den er schon länger gesucht hatte. „Es hat sofort gepasst, bei Trainer Christian Franke habe ich gemerkt: Das ist mein Trainer“, erklärte der Neuzugang, der glaubt, dass die Martener durchaus eine führende Rolle in der Liga spielen können: „Ich bin jetzt zwar vier Jahre raus, spüre aber, dass in dieser Mannschaft viel Potenzial steckt und wie oben mitspielen können.“

Bleibt die Frage, ob Christ Pabst denselben Weg noch ein weiteres Mal einschlagen würde? „Auf jeden Fall, ich bereue meinen Schritt keine Sekunde, muss aber zugestehen, dass die Pause einfach zu lang war.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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