Mengede 08/20 muss pausieren. © Stephan Schuetze
Fußball

Neue Corona-Regeln: „Dann muss sich der Schiedsrichter an der freien Luft umziehen“

Seit Freitag gilt in NRW die neue Corona-Schutzverordnung. Während Zuschauer nicht mehr einen Test nachweisen müssen, gelten in den Kabinen andere Regeln. Wie gehen die Vereine damit um?

An diesem Wochenende stehen nicht nur einige Spiele an, es gibt auch eine neue Corona-Schutzverordnung. Nach dieser dürfen nun 2500 Zuschauer ohne Test am Platz stehen, die 3G-Verordnung ist abgeschafft. In der Kabine sieht das etwas anders, ja sogar etwas kurios aus.

Dort müssen die Spieler und Betreuer sich nämlich an das 3G-Prinzip halten. Also geimpft, genesen oder getestet sein. Das liegt daran, dass die Kabine ein geschlossener Raum ist. Während Zuschauer also nicht kontrolliert werden, müssen Spieler, Trainer und Betreuer sich an Regeln halten. Dies bedeutet im Umkehrschluss allerdings auch mehr Arbeit für die Vereine.

Zum ersten Mal in Kraft werden diese neuen Regularien am Sonntag sein, wo nun das Spiel im Westfalen-Pokal zwischen Mengede 08/20 und TuS Bövinghausen stattfindet. Wir zeigen die Partie ab 14.50 Uhr live (RN.de/dosport)

Der Vorsitzende von Mengede, Michael Schulz ist von den neuen Regeln überrascht: „Am Montag wurde uns in einer Verbandssitzung über Skype noch mitgeteilt, dass jeder Verein selbst dafür verantwortlich ist, dass nur Personen der drei Gruppen in der eigenen Kabine sind.“

Durch die neue Corona-Schutzverordnung haftet aber nun die Mannschaft die Platzrecht hat. Somit ist Mengede am Sonntag dafür zuständig, dass sich niemand in den Kabinen befindet, der nicht geimpft, genesen oder getestet ist. „Derjenige, der die Hoheit über den Sportplatz hat. In der Regel also das Heimteam“, sagt der Vizepräsident Amateurfußball im FLVW, Manfred Schnieders, „so steht das auch in der Verordnung. Und derjenige haftet auch.“

Mengede ist somit damit beauftragt, die doch etwas merkwürdigen Regeln durchzusetzen und trägt die Haftung. „Wir werden für das Spiel jemanden vor der Kabine abstellen, der dann die Spieler, Trainer und Betreuer kontrolliert“, so Schulz. Was noch etwas kurioser ausfällt und woran vielleicht nicht der erste Gedanke fällt, sind die Schiedsrichter, für die diese Regel natürlich auch gilt. „Das bedeutet theoretisch, dass wenn ein Schiedsrichter nicht nachweisen kann, dass er eine der Gruppen angehört, dass er sich an der freien Luft umziehen muss“, schmunzelt Michael Schulz.

Die Vorstellung von Spielern und Schiedsrichtern, die sich direkt am Sportplatz umziehen und nicht in einer Kabine, mutet schon ganz lustig an. Für Mengede gibt es durch die neue Verordnung einfach mehr Arbeit. Aber auch diese neue Kuriosität wird der Verein in diesen verrückten Zeiten in den Griff bekommen. Davon ist Michael Schulz überzeugt.

Über den Autor

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.