Warum holt Thomas Gerner seinen Sohn aus der Oberliga nicht zu Mengede? © Stephan Schuetze
Fußball

Nicht Corona: Dieses Thema macht Mengede-Trainer Thomas Gerner Angst und Bange

Mit Mengede 08/20 ist Trainer Thomas Gerner erfolgreich in der Bezirksliga unterwegs. Nun hat der Coach seinen Vertrag verlängert, spricht über Ziele, den Dortmunder Fußball und ein beängstigendes Thema.

Früher oder später will Mengede 08/20 die Bezirksliga hinter sich lassen und an die erfolgreichen Zeiten vergangener Jahre anknüpfen. Ein ganz wichtiger Baustein ist Trainer Thomas Gerner – und der verlängerte jüngst seinen Vertrag bis zum Sommer 2022. Im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten nennt er Ziele mit dem Klub, verrät, was Dortmunds Amateurfußball so einzigartig macht und was ihn das Fürchten lehrt.

„Das Gespräch war reine Formsache“, sagt Thomas Gerner, der aktuelle Coach von Mengede 08/20 über seine Vertragsverlängerung bis zum Sommer 2022. Zu gut gefällt es dem Trainer bei dem Verein im Dortmunder Norden: „Ich musste nicht überlegen, das Umfeld und die Mannschaft haben mir die Entscheidung sehr leicht gemacht.“

In der aktuell unterbrochenen Saison ist Mengede Dritter der Bezirksliga 9, derzeit mit vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Nordkirchen – hat aber zwei Spiele weniger absolviert. Wird am Mengeder Volksgarten bald also wieder Landesliga-Fußball gespielt?

„Da kann einem ja nur angst und bange werden“

Mittelfristig ist das auf jeden Fall die Zielsetzung, das bestätigt auch Gerner: „Wir wollen weiter oben mitspielen, dazu haben wir auch die richtige Mannschaft.“ Die Brechstange, die beispielsweise der FC Roj mit zahlreichen hochkarätigen Neuzugängen nutzt, soll in Mengede aber nicht das Mittel der Wahl sein.

„Wenn ich sehe, was da links und rechts um uns herum schon in dieser Liga an Geld bewegt wird – da kann einem ja nur angst und bange werden“, sagt Gerner. Neuzugänge mit Regionalliga- oder Oberliga-Erfahrung wird es bei Mengede nicht geben: „Dazu sind wir gar nicht in der Lage.“

Stattdessen setzt der Klub auf eine Zusammensetzung aus jungen, talentierten Spielern und „erfahrenen Hasen“ (Gerner) wie Tim Gebauer oder Robin Dieckmann. „Wir haben eine sehr gute Mischung in der Mannschaft. Bei jedem Training waren wir 20 Mann, alle motiviert“, erinnert sich Gerner an die Zeit vor dem Sport-Lockdown zurück.

Eine eigens für das Ziel Aufstieg zusammengestellte Mannschaft – das läge ohnehin nicht im Interesse von Thomas Gerner: „Ich habe Lust mit jungen Spielern zu arbeiten. Da werde ich mit einer charakterlich einwandfreien Truppe am Ende auch lieber Dritter als mit einer zusammengekauften Mannschaft zu arbeiten, in der es unruhig ist.“

In Dortmund ist es einzigartig

Es sind Aussagen wie diese, die Thomas Gerners hohe Sympathiewerte in Dortmund erklären. Er ist ein ehrlicher Typ mit einer klaren Meinung – und er liebt den Dortmunder Amateurfußball. „Ich habe als Trainer in Witten, im Bochumer Raum, im Münsterland gearbeitet. Doch hier in Dortmund ist es einfach einzigartig.“

In Dortmund herrsche ein ganz anderes Flair, ein ganz anderer Zusammenhalt innerhalb der Fußball-Szene: „Egal, ob es jetzt die Trainerkollegen, die Spieler, die Zuschauer oder die Arbeit mit der Presse ist: Hier gibt es eine ganz besondere Atmosphäre, das passt einfach. Hier fühle ich mich am wohlsten.“

Höherklassige Angebote hat Gerner ausgeschlagen

Angebote, wieder außerhalb der Dortmunder Grenzen zu trainieren, hat es auch jetzt wieder gegeben. „Ich hatte mehrere Möglichkeiten, auch aus höheren Ligen. Das kam für mich aber nicht in Frage, es gibt gerade keinen Verein, für den ich bereit bin, Dortmund zu verlassen und Fahrtzeit auf mich zu nehmen“, betont Gerner.

Und überhaupt: Mit Mengede hat Gerner noch einiges vor: „Wir konnten ja noch gar nicht richtig zur Entfaltung kommen wegen der aktuellen Situation. Der Weg ist noch längst nicht zu Ende gegangen.“ Am Ende der Reise steht im Idealfall der Aufstieg in die Landesliga.

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Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
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