Ein Dortmunder Fußballklub hat von seinen beiden Top-Spielern noch keine Zusage für die kommende Saison erhalten. © picture alliance/dpa
Fußball

Noch keine Zusagen: Bricht einem Dortmunder Top-Klub sein „Rückgrat“ weg?

Ein Dortmunder Fußballklub wartet noch auf die Zusage seiner beiden wichtigsten Spieler für die kommende Saison. Was macht das „Rückgrat“ des Teams? Das Duo hat uns seine Gedanken verraten.

Sie sind unangefochtene Stammspieler. Der eine ist der Kapitän, der andere der kreative Dreh- und Angelpunkt im Spiel seiner Mannschaft. Ihren Wert kennt natürlich auch ihr Trainer. „Die beiden sind das Rückgrat unserer Mannschaft – von ihrer fußballerischen Qualität, aber auch von ihrem Charakter und ihrer Erfahrung“, unterstreicht der Coach die Bedeutung eben jenes Führungsduos für Team und Verein.

Die Sorge ist nicht ganz unberechtigt

Der Trainer, der hier ins Schwärmen gerät, heißt Sascha Rammel, bei dem Team handelt es sich um den Landesliga-Spitzenreiter Kirchhörder SC. Und die Spieler, denen das Lob gilt, sind Spielmacher Simon Rudnik sowie Außenverteidiger Mustafa Yüksel. Die Sorge, dass die beiden in der kommenden Saison ihre Schuhe nicht mehr für den Kirchhörder SC schnüren könnten, ist nicht ganz unberechtigt – denn ihre Zusage, geschweige denn einen neuen Vertrag unterschrieben, haben die beiden noch nicht.

Dabei hatte der Sportliche Leiter Jörg Mielers bereits vor zwei Wochen im Gespräch mit dieser Redaktion gesagt, dass man – durchaus positive – Gespräche geführt habe. Doch was sagen die beiden Protagonisten dazu?

Gedankenspiele bei Rudnik

„Um ehrlich zu sein, hat sich seitdem nicht viel geändert“, erklärt Simon Rudnik auf Anfrage. Er sei auf der Arbeit ziemlich eingespannt gewesen und habe sich schlicht noch keine weiteren Gedanken gemacht. Er betont aber: „Ich fühle mich weiterhin sehr wohl in Kirchhörde.“

Simon Rudnik freut sich in erster Linie vor allem auf den Trainingsbetrieb. © Patrick Schröer © Patrick Schröer

Ein paar Gedankenspiele schwirren dem Zehner, der bei einer Verlängerung in sein drittes Jahr beim KSC gehen würde, dann aber doch durch den Kopf. „Ich bin jetzt 29 Jahre alt. Wenn ich nochmal höherklassig spielen möchte, also bei einem ambitionierten Westfalenligisten oder sogar in der Oberliga, dann ist jetzt wohl die letzte Chance für einen Wechsel“, beurteilt er seine Optionen durchaus realistisch.

Bleibt also die Frage, ob er denn nun den Anspruch hat, sich noch einmal mit den besten Spielern in Dortmund und Umgebung zu messen. „Auf diese Frage habe ich noch keine eindeutige Antwort – wobei ich für mich schon eine relativ klare Tendenz sehe“, gibt sich Rudnik geheimnisvoll.

Lose Gespräche, keine konkreten Offerten

Lose Gespräche mit anderen Vereinen habe es zwar gegeben, aber keine konkreten Angebote. „Es ist eher so: Ich kenne den ein oder anderen Trainer oder ehemaligen Mitspieler, die mir gesagt haben, ich solle mich melden, wenn ich nochmal eine neue Herausforderung suchen möchte.“

Als sportliches Ziel gibt Rudnik für sich aus, dass er weiterhin ambitioniert Fußballspielen und auch trainieren wolle – beides sei beim Kirchhörder SC möglich. Sollte die Saison noch fortgesetzt werden und gewertet werden, können und sollte Spitzenreiter Kirchhörde am Ende tatsächlich den Sprung in die Westfalenliga schaffen, macht der Spielmacher aber auch deutlich, was er erwartet: „Wenn das passiert, dann muss der Verein personell nochmal aktiv werden. Denn ich habe keine Lust ein Jahr lang in der Westfalenliga die Hütte vollzubekommen.“

Yüksel bekommt ein logistisches Problem

Ob Aufstieg oder nicht – gut möglich, dass der Kirchhörder SC so oder so zur kommenden Saison für Ersatz auf der Außenverteidigerposition sorgen muss. Denn auch Kapitän Mustafa Yüksel zerbricht sich gerade den Kopf, wie es mit ihm weitergehen soll. Bei ihm ist die Frage jedoch weniger im eigenen fußballerischen Anspruch begründet, sondern in erster Linie logistischer Natur.

Kirchhördes Kapitän Mustafa Yüksel (r.) steht bald vor einem logistischen Problem. © Neumann © Neumann

„Ich ziehe bald um – nach Duisburg. Und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich mir diese extreme Fahrt nach Dortmund regelmäßig antun will“, erklärt der Teamleader seinen moralischen Zwiespalt. Eines steht für den 28-Jährigen, der seit sieben Jahren das KSC-Trikot trägt, aber fest: „Ich bin ein treuer Hund. Wenn ich weiter für einen Dortmunder Verein spielen werde, dann ist es der Kirchhörder SC.“ Zumindest das ist ja schonmal eine beruhigende Zusage.

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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