Bei einem Dortmunder Fußballklub gibt es eine personelle Veränderung. © Stephan Schuetze
Kreisliga A

Noch vor dem Saisonstart: Trainer verlässt überraschend Dortmunder Amateurfußballklub

Bei einem Dortmunder Amateurfußballklub herrscht gerade höchste Betriebsamkeit. Kurzfristig hat sich eine personelle Lücke aufgetan, mit der keiner im Verein gerechnet hatte.

Seit einigen Monaten ist Björn Strabel sportlicher Leiter der U23 von Mengede 08/20. Bis vor einigen Tagen sah Strabel eine reibungslose Vorbereitung der Mannschaft auf die neue Saison in der Kreisliga A. Doch dann platzte die Bombe und seitdem legt Strabel das Telefon kaum noch aus der Hand.

Strabel muss einen neuen Trainer für die zweite Mannschaft von Mengede 08/20 finden – und zwar schnell. Denn Marc Büker, seit drei Jahren Trainer der Mannschaft und einer von denen, die die Rückkehr in die Kreisliga A möglich machten, hat kurzfristig seinen Abgang als Coach verkündet.

„Es hat eine berufliche Veränderung bei mir gegeben, die mir mehr Verantwortung gibt. Und das hat zu den hohen Ansprüchen eines Trainerjobs einfach nicht mehr gepasst“, erklärt Büker seine Beweggründe. „Nach den erfolgreichen drei Jahren inklusive Aufstieg in die A-Liga war das schon eine sehr schwere Entscheidung für mich.“

Für Strabel bedeutet diese „schwere Entscheidung“ erstmal volles Programm.„Einfach ist das nicht, einen Monat vor Saisonbeginn, einen neuen Trainer zu finden. Der Zeitpunkt ist nicht schön. Und ich bin ja auch noch nicht so lange

sportlicher Leiter unserer U23 – und dann gleich in so kurzer Zeit einen neuen Trainer aus dem Ärmel schütteln zu müssen, das ist gleich eine erste große Amtshandlung. Andrerseits kann ich die Beweggründe von Marc Büker absolut nachvollziehen. Irgendwann reicht dann eben aus beruflichen Gründen die Zeit nicht mehr. Das war ja bei mir nicht anders.“

„Gut ist nur, dass ich die Mannschaft selbst schon drei Jahre lang als Co-Trainer betreut habe“, sagt Strabel. „Von daher ist mein Draht zum Team schon ziemlich gut. Und was die Findung des neuen Trainers angeht, ist auch Mark-Andre Sass, unser Kapitän und spielender Co-Trainer mit eingebunden. Da sprechen wir offen und ehrlich drüber. Das ist ja auch wichtig, dass ich nicht allein irgendjemand

aussuche, und den der Mannschaft dann einfach präsentiere.“

Auch Sass macht sich so seine Gedanken: „Die Mannschaft kommissarisch so kurz vor Start in die Saison zu übernehmen, ist gerade keine leichte Aufgabe – das stimmt wohl. Aber etwas Reaktionszeit bleibt ja noch. Und das ist allemal besser, als wenn der Coach geht, wenn die Saison schon läuft. Haben wir alles schon erlebt.“

Die Mannschaft, sagt Sass, habe den Abschied des Trainers, von dem sie am Dienstag unterrichtet worden sei, „stabil aufgenommen“. „Wir haben am Donnerstag zum ersten Mal ohne Marc Büker trainiert. Und ich denke, ein paar Wochen kann ich als Co-Trainer gut überbrücken. Zumal ja mit mir in der Mannschaft noch ein paar andere erfahrene Jungs sind, die Verantwortung übernehmen und sich selbst organisieren können.“

Auch die Klub-Spitze habe der plötzliche Abgang Bükers überrascht, sagt Vereinsmanager Joachim Kerner. Und fügt dann gleich hinzu: „Wir werden Marc Büker aber auch weiterhin liebend gern auf unserer Anlage begrüßen.“

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Sportredaktion Dortmund
61er-Jahrgang aus Bochum, seit über 35 Jahren im Journalismus zu Hause - dem Sport und dem blau-weißen VfL schon ewig von Herzen verbunden - als Sportredakteur aber ein Spätberufener.
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