Fußball-Oberliga

Nuri Sahin-Klub denkt aus finanziellen Gründen laut über einen Oberliga-Rückzug nach

Das ist eine Überraschung. Der RSV Meinerzhagen denkt über einen Rückzug aus der Oberliga nach. Der Ex-BVB-Profi Nuri Sahin ist hier der große Antreiber im Klub.
Nuri Sahin hat Meinerzhagen groß gemacht. © Martin Klose

Mit Hilfe von Nuri Sahin hat der RSV Meinerzhagen sich von der Bezirksliga in die Oberliga katapultiert und wurde immer als Regionalliga-Aufsteiger gehandelt. Jetzt weiß der Verein nicht, ob er in der kommenden Spielzeit noch in der Oberliga antritt. Hier die Pressemitteilung des Klubs im Wortlaut:

Seit dem Sommer 2015 kannte unser Weg nur eine Richtung: die nach oben. Aus einem abstiegsgefährdeten Bezirksligisten wurde ein Oberligist, der es in den DFB-Pokal schaffte und von der Regionalliga träumen durfte. Seit dem Sommer 2015 haben wir unzählige unvergessliche Momente erlebt, und es ist uns gelungen, viele Menschen zu begeistern – in Meinerzhagen und in der gesamten Region.

Mit Ablauf der soeben vom Verband annullierten Saison wird unser Weg nun aber deutlich steiniger. Dass der RSV Meinerzhagen auch in der Spielzeit 2021/22 eine Oberliga-Mannschaft stellen wird, ist derzeit keineswegs sicher. Der Grund dafür ist letzten Endes simpel: Unter den gegebenen Voraussetzungen ist eine weitere Saison in der Oberliga finanziell schwer darstellbar. Wir sind auf Unterstützung angewiesen.

Genauso wie vielen anderen Vereinen hat auch uns die Corona-Pandemie stark zugesetzt. Neben Zuschauereinnahmen sind uns Sponsorengelder weggebrochen, während wir gleichzeitig bestehende Verpflichtungen zu erfüllen haben und die Gehälter unserer Vertragsspieler nahezu vollumfänglich weiterzahlen müssen. Liquide Mittel waren zwar vorhanden, doch diese sind – so, wie lange vor der Pandemie geplant – in das Bauprojekt Vereinsheim/Tribüne geflossen. Die hohe Liquidität der vergangenen Jahre aber hat dazu geführt, dass wir keinen Anspruch auf staatliche Corona-Hilfsgelder hatten bzw. haben.

Darüber hinaus bleibt festzuhalten: Bei aller Anerkennung, die unser Verein für seine sportlichen Erfolge erhalten hat, ist es uns ganz offensichtlich nicht gelungen, die Wirtschaft der Region so sehr vom Projekt RSV zu überzeugen, wie es für dessen Fortbestand auf Dauer nötig wäre. Unter anderen Parametern – sprich: ohne Pandemie, bei einem Aufstieg in die Regionalliga – hätte sich das möglicherweise anders dargestellt. So aber müssen wir uns der Realität stellen, die nach aktuellem Stand keine weitere Oberliga-Saison gestattet, ohne das solide finanzielle Fundament zu gefährden, auf dem der Verein allen momentanen Schwierigkeiten zum Trotz steht.

Für den RSV Meinerzhagen wird es nur dann eine Zukunft in der Oberliga geben, wenn die Saison im Vorfeld durchfinanziert ist. An Optionen und möglichen Lösungen, wie das doch noch zu realisieren ist, arbeiten wir mit Hochdruck. Es würde uns freuen, wenn uns alle, die uns seit dem Sommer 2015 auf unserem Weg unterstützt oder begleitet haben, auch in dieser momentan schwierigen Phase zur Seite stehen würden.

Für den Vorstand des RSV Meinerzhagen

– Dirk Rebein (1. Vorsitzender) –

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