Der FC Roj wehrt sich gegen die Vorwürfe eines Liga-Konkurrenten. © Foltynowicz
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Roj-Geschäftsführer schießt gegen Thomas Gerner: „Das kotzt mich echt an“

Mehmet Celik, Geschäftsführer des Bezirksligisten FC Roj, findet deutliche Worte. Stein des Anstoßes sind Aussagen von Mengede-Trainer Thomas Gerner in einem RN-Interview.

Der FC Roj befindet sich in einer guten Ausgangslage, um das Ziel Landesliga-Aufstieg bereits in dieser Spielzeit zu erreichen: In der aktuell unterbrochenen Saison rangiert der Nordstadt-Klub drei Punkte hinter Spitzenreiter FC Nordkirchen, hat aber ein Spiel weniger absolviert. Wie allerdings über den Klub gesprochen wird, geht Mehmet Celik, dem Geschäftsführer des Bezirksligisten, gehörig gegen den Strich.

Roj, so heißt es oft, wolle mit der Brechstange aufsteigen. „Wenn ich sehe, was da links und rechts um uns herum schon in dieser Liga an Geld bewegt wird – da kann einem ja nur angst und bange werden“, sagte beispielsweise Thomas Gerner, Trainer von Roj-Konkurrent Mengede 08/20. Gemeint war damit Nordkirchen, aber eben auch der Dortmunder Nordstadt-Klub.

Dass sein Verein viel Geld in die Hand nehmen würde, ist ein Vorwurf, den Celik keinesfalls so stehen lassen will: „Ich bin überzeugt davon, dass Mengede ein höheres Budget hat als wir – um das zu vergleichen, kann ich gerne unsere Finanzen offen legen.“

FC Roj will etwas Langfristiges aufbauen

„Wir sind ganz sicher kein Verein, der exorbitant viel Geld in die Hand nimmt“, betont Celik, das sei überhaupt nicht der Weg, den Roj einschlagen möchte. Vielmehr versuche der kurdische Verein etwas Langfristiges aufzubauen. Dass es spätestens mittelfristig auch eine Liga höher gehen soll, daraus macht Celik gar keinen Hehl, aber: „Das werden wir nicht erreichen, indem wir jetzt viel Geld in neue Spieler pumpen.“

Vor der aktuellen Saison hat sich Roj mit Dlyar Musa vom Oberligisten TSG Sprockhövel und Marcel Ramsey (ASC 09 Dortmund, ebenfalls Oberliga) sowie dem Brasilianer Bruno verstärkt, der von KF Sharri kam. Jwaw Mohammad sollte der vierte Transfer sein, der Stürmer verließ Roj nach zwei Wochen allerdings bereits wieder.

„Das sind also drei Neue, die wir im Sommer geholt haben und wir zahlen sicher keine hohen Gehälter“, sagt Celik, „Dlyar hat zudem wegen einer Verletzung noch kein Spiel bestritten, deshalb haben wir im Grunde nur zwei Neue im Vergleich zum Vorjahr“. Der Vollständigkeit halber: Während der Saison kamen in Oussama Ait Hadda und Yassine Azzou Chantah noch zwei weitere Spieler dazu, vergangene Woche verstärkte zudem Egzon Jusufi den Roj-Kader.

Wo sich allerdings viel getan hat, ist in der Vereinsinfrastruktur: Mit Jan Ramadan hat Roj einen akribischen Trainer, mit Nadget Magid einen neuen Sportlichen Leiter und insgesamt wird professioneller gearbeitet. „Wir wollen hier keine verrückten Sachen machen und kurzfristig viel Geld ausgeben, denn das funktioniert nicht“, erklärt Celik – und nennt Konkurrent Mengede 08/20 als mahnendes Beispiel.

„Wollen nicht so enden wie Mengede“

„Wir wollen nicht so enden wie Mengede“, so Celik. Denn der heutige Konkurrent sei es gewesen, der vor einigen Jahren noch viel Geld investiert habe, dadurch bis in die Westfalenliga aufstieg, ehe erst die finanziellen Mittel ausgingen, dann die Spieler und der damalige Trainer Thomas Gerner. In der Folge ging es für Mengede in die Bezirksliga zurück.

„Mengede ist doch der Wegbereiter für das System, das sie jetzt kritisieren“, ärgert sich Celik und legt nach: „Dass sie jetzt diese moralisch überlegene Position einnehmen und sagen, die anderen Vereine – uns eingeschlossen – geben so viel Geld aus: Das kotzt mich echt an.“

Denn genau das tue der FC Roj nicht, er gebe nicht viel Geld aus, wie Celik beteuert: „Wir wollen in der Bezirksliga keine verrückten Sachen machen, sondern vernünftig wirtschaften. Wir helfen den Spielern aber bei anderen Dingen, unserem Brasilianer Bruno beispielsweise mit seinem Visum.“ Er wolle Spieler, die sich mit Roj identifizieren können.

Dies ist ein weiterer Aspekt, den Celik an Mengede kritisiert – im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten hatte deren Trainer Thomas Gerner von einer „charakterlich einwandfreien Truppe“ gesprochen. „Da sind jetzt wieder viele Spieler in der Mannschaft, die damals, als das Geld bei Mengede ausging, aber direkt das Weite gesucht haben. Unter charakterlich einwandfrei verstehe ich etwas anderes“, sagt Celik. Auch wenn der Ball derzeit ruht – abseits der Fußballplätze ist einiges los.

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Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
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