Samir Habibovic präsentiert seine Traum-11. © Screenshot
Fußball

Samir Habibovic kritisiert Oberliga-Modus: Heimspielregelung „ist nicht gerecht“

Die Variante, eine normale Saison mit 21 Teams zu spielen, war erst nicht die favorisierte Variante der Oberligisten. Erst als sie von den Heimspielplänen des Verbandes hörten, änderten sie ihre Meinung.

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) hat entschieden: Die Oberliga Westfalen geht in einen einmaligen neuen Modus. Nach einer Hinrunde folgen Playoff- bzw. Playdown-Runden. Doch nicht überall sorgte das bei den Oberligisten für Begeisterung.

Besonders die Heimspielregelung sorgte für Kritik, denn: Gegen das Team, gegen das man in der Hinrunde zu Hause gespielt hat, spielt man in der Auf- und Abstiegsrunde auswärts. So kann es kommen, dass die Teams am Ende unterschiedliche Anzahlen an Heim- und Auswärtsspiele vorweisen.

Auch Samir Habibovic, Sportlicher Leiter des ASC 09 Dortmund, kritisiert diese Regelung. Er findet sie unfair.

Samir Habibovic, wie sehen Sie die Entscheidung des Verbandes, eine Hinrunde mit abschließenden Playoffs und -downs zu spielen?

Ich habe für 40 Spiele, also eine normale Hin- und Rückrunde, gestimmt. Wir hätten es gerne versucht und im Notfall nach Quotienten gewertet, wenn es mit Corona doch weitergehen sollte. Trotzdem bin ich aber zufrieden. Das ist ja auch die Variante, die von uns vor einem Jahr von unserem Abteilungsleiter Michael Linke vorgeschlagen wurde. Das Einzige, was ich nicht gut finde, ist die Heimspielregelung. Das ist nicht gerecht.

Aber der Verband hatte es in der Sitzung angesprochen und es wurde dann ja abgestimmt. Hätten die Vereine dann nicht auch geschlossen ein anderes Stimmungsbild abgeben können?

Man hat es, glaube ich, gesagt. Aber nicht jeder wusste sofort, was richtig und falsch ist. Wir waren alle ein wenig überrumpelt. Es kann natürlich gut laufen und man hat vier, fünf Heimspiele in einer Playoff-Runde. Aber es kann auch sein, dass man dann mehr Auswärtsspiele hat – das wäre vor allem finanziell unfair. Den Vereinen fehlen dann Einnahmen.

Wenn Sie sich überrumpelt gefühlt haben: Was hätten Sie sich denn gewünscht von Verbandsseite aus?

Ich hätte mir gewünscht, dass man das schriftlich aufschreibt und an die Vereine schickt. Es war am Donnerstag so, dass wir mit 28 Mann in einer kurzen Konferenz saßen. Die Klubs hatten ja nicht mal damit gerechnet, dass sofort abgestimmt wird. Viele Vereine haben sich im Nachhinein nochmal beim Verband gemeldet, dass die Regel Schwachsinn ist – das war zu schnell von ihm. Wir müssen das aber nun akzeptieren.

Was wäre denn, wenn Sie auf einmal mit dem ASC viel mehr Heimspiele als Auswärtsspiele hätten?

Das würde ich auch unfair finden, weil ein anderes Team dementsprechend weniger Heimspiele hat.

Aber wäre eine Regel mit gleich vielen Heim- und Auswärtsspielen in der Playoff- bzw. -down-Runde nicht auch unfair gewesen, wenn beispielsweise in einer Saison zwei Auswärtsspiele bei einem richtig starken Team oder direkten Konkurrenten anstehen?

Das wäre nicht unfair. Die zwei Auswärtsspiele kann man akzeptieren, das hätte auch jeder gemacht. Aber wie gesagt, es waren 28 Leute in der Konferenz und dann wurde schnell entschieden. Jetzt ist es so. Wir hoffen einfach, dass wir vier oder fünf Heimspiele haben.

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