Die Idee einer europäischen Super League stößt in Fankreisen überwiegend auf Ablehnung. © picture alliance/dpa
Fußball

Super League startet im September mit deutscher Beteiligung – für Amateurvereine

Real Madrid, FC Barcelona und Juventus Turin hoffen immer noch auf die Gründung der Super League. Nägel mit Köpfen dagegen haben acht Amateurvereine aus ganz Europa gemacht.

Jungs, den Ballermann lassen wir nächstes Jahr sausen.“ So oder so ähnlich könnte der Präsident eines Hamburger Amateurfußballklubs sein Team eingeweiht haben. „Nur fahren wir stattdessen nach Italien, England, Spanien und Tschechien.“

Klingt verrückt? Ist es auch. Doch die Idee ist aus Sicht eines Amateurfußballers grandios. Acht Vereine aus ganz Europa haben eine Super League der Amateurklubs ins Leben gerufen. Mit dabei ist auch ein Bezirksligist aus Deutschland, genauer gesagt Hamburg.

Der Hamburger FC Falke ist 2014 gegründet worden – von ehemaligen HSV-Fans, die mit dem Verein ein Zeichen gegen die Umwandlung der Profifußball-Abteilung des Traditionsvereins in eine Aktiengesellschaft setzen wollten. Mit der Gründung der Super League für Amateurklubs wolle der Verein dieses Zeichen weiterverbreiten, sagte Timo Oehlenschläger, Präsident des Klubs, in einem Interview mit 11Freunde.

„Uns ver­bindet die totale Ent­fer­nung vom kom­mer­zi­ellen Fuß­ball, vom Sport als Geschäft. Und der Gedanke, dass es so nicht wei­ter­gehen kann“, sagte er. Während die Super League der Profi-Klubs „Gewinnmaximierung“ (Oehlenschläger) zum Ziel habe, wolle die europäische Liga der Amateurvereine das Gegenteil verkörpern.

Die Werte seien in dem Namen der Liga eingepflegt: Fenix Trophy. Fenix soll wie Phoenix ausgesprochen werden. „Der Phoenix ist das Symbol des Wett­be­werbs und steht für die Auf­er­ste­hung aus der Asche. Im Ein­zelnen heißt es: F wie Friendly, E wie Euro­pean, N wie Non­pro­fes­sional, I wie Inno­va­tive, und das X steht für Xenial. Das ist Grie­chisch und heißt Gast­freund­schaft“, erklärte der Präsident der Falken gegenüber 11Freunde.

Neben den Hamburgern in der Liga mit dabei sind ASD Lodigiani Calcio (Italien), Prague Raptors (Tschechien), CD Cuenca (Spanien), Brera FC (Italien), FC United of Manchester (Englad), A.F.C. DWS (Niederlande) sowie AKS Zly (Polen).

Sofern die Coronavirus-Pandemie dem keinen Strich durch die Rechnung macht, soll die Gruppenphase im September beginnen. Der Modus sieht zwei Gruppen á vier Mannschaften vor, die in Hin- und Rückspiel aufeinandertreffen. Im Mai sollen dann alle Beteiligten in Rimini (Italien) in einem Finalturnier den Sieger ausspielen. Dabei spielen die Gruppenersten um den Titel, die anderen Teams spielen die Platzierungen aus.

Der HFC Falke trifft in Gruppe A auf ASD Lodigiani Calcio (Italien), Prague Raptors (Tschechien) sowie CD Cuenca (Spanien). In Gruppe B spielen Brera FC (Italien), FC United of Manchester (England), AFC DWS (Niederlande) und AKS Zly (Polen).

Vielleicht auch bald mit heimischer Beteiligung?

Auf die Frage, ob die Fenix Trophy so exklusiv wie die Super League wäre, antwortete Oehlenschläger übrigens: „Wir starten 2021/22 mit acht Teams, aber wir hören uns jeden Verein an, der unsere Werte ver­tritt. Es kann also sein, dass sich in den nächsten Wochen Teams aus Däne­mark oder Bel­gien melden, die sagen, hey, ihr habt uns ver­gessen, wir würden gerne mit­ma­chen. Okay, dann machen wir 2022/23 mit einem grö­ßeren Feld weiter.“

Also vielleicht sind dann bald auch Dortmunder, Dorstener, Halterner oder Borkener Fußballvereine dabei.

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Niklas Berkel

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