Timo Gansloweit (M.) pfeift bereits seit Jahren als Schiedsrichter in und um Dortmund. © Foltynowicz
Fußball

Timo Gansloweit, träumen Sie eigentlich vom Aufstieg in die 3. Liga?

Er ist der wohl talentierteste Dortmunder Schiedsrichter, pfeift seit Jahren auf hohem Niveau und hat sich in der Regionalliga etabliert. Wie realistisch ist ein Wechsel in die 3. Liga?

Am vergangenen Wochenende pfiff Timo Gansloweit das Vorbereitungsspiel zwischen dem ASC 09 und Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen. Routiniert und souverän brachte er die intensive, aber auch faire Partie über die Bühne.

Während der Saison wird Gansloweit zumeist samstags in der Regionalliga pfeifen und sonntags im Amateurbereich als Referee auf dem Feld stehen.

Im Anschluss sprach er mit David Nicolas Döring über die Vorteile von Testspielen, der 3. Liga und Schwierigkeiten.

In den vergangenen Monaten pfiffen Sie vor allem in der Regionalliga – bedingt durch die Coronavirus-Pandemie. Wie ist es nun wieder klassische Vorbereitungsspiele zu pfeifen?

Wenn wir Regionalliga pfeifen, werden wir jedes Spiel beobachtet. Da muss man jedes Spiel 120 Prozent geben. Da fehlen einem schon mal diese Spiele, wo man mal etwas austesten kann oder einfach mit den jungen Schiedsrichtern und Kollegen rausfährt und einfach mal Spaß haben kann. Das ist natürlich für uns jetzt eine riesige Bereicherung. Also auch Kontakt mit den Leuten vom Fußballkreis zu haben, weil der Verband etwas weiter weg ist, und mit denen zu arbeiten. Da macht so ein intensives Testspiel auch mal mehr Bock, als in der Regionalliga bei einem Spiel ohne Zuschauer zu stehen.

Was kann man sich darunter vorstellen, wenn Sie sagen, es wird mal etwas ausgetestet bei Testspielen? Geht es da um Ansprachen, Gestik und Mimik?

Wenn wir unter Beobachtung stehen, versuchen wir das zu zeigen, was gut klappt. In so Testspielen kann man gucken, wie man jemanden mal anspricht, wie man sich hinstellt, was man für ein Zeichen benutzt und wie das ankommt. Auch das Feedback von den Assistenten ist da wichtig, wie das nach außen hin aussah. Mal auch einen Zweikampf mehr oder weniger laufen zu lassen, um die Linie zu finden.

Wie groß ist die Vorfreude auf den richtigen Spielbetrieb, wo es dann wieder um deutlich mehr geht?

Die ist natürlich riesig. Freundschaftsspiele sind aus Schiedsrichter-Sicht so ein Ritt auf der Rasierklinge. Man macht da nie etwas richtig. Entweder man ist zu locker oder man ist zu hart. Für uns ist es dann schön, wenn wieder mehr Emotionen drin sind, wenn es das ein oder andere härtere Foulspiel gibt, wo wir dann auch gefordert werden, anstatt dazustehen und für niemanden etwas richtigzumachen.

Bei Freundschaftsspielen sieht man es relativ häufig: Es geht um nichts und dennoch wird der Schiedsrichter angegangen.

Die Foulspiele sind meistens etwas weniger, weil die Teams viel testen und die Beine schwer sind. Aber trotzdem wird halt weiterhin gemeckert. Und da hast du immer das Problem so den richtigen Weg zu finden und auch den richtigen Ton. In der Liga geht man damit etwas anders um, da haben die Spieler aber auch vielleicht etwas mehr Schiss vor der Konsequenz. Das haben wir in der Vorbereitung gar nicht so.

Agieren Sie als Unparteiischer dann ganz anders in einem Testspiel?

Man muss immer gucken, dass man nicht übertreibt, dass man nicht sofort mit Gelben Karten um sich wirft. Das kann in so einem Freundschaftsspiel auch blöd enden.

Wie sehr träumen Sie von der 3. Liga?

Die 3. Liga ist natürlich ein Traum. Das ist jetzt so ein bisschen der nächste Schritt, der ansteht, wo ich auch die Chance habe. Es wäre natürlich absolut schön die Saison abzuschließen mit dem Aufstieg in die 3. Liga. Aber es ist in der Schiedsrichterei wirklich so ein Hexenwerk. Man braucht eine Entscheidung treffen und die ganze Saison ist halt vorbei. Deshalb bereiten wir uns jetzt sehr gut vor und hoffen erfolgreich in die Regionalliga-Saison zu starten.

Über den Autor
Journalismus ist meine Passion. Seit 2017 im Einsatz für Lensing Media. Immer auf der Suche nach Hintergründen, spannenden Themen und Geschichten von Menschen.
Zur Autorenseite
David Nicolas Döring

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.