Ein Topspieler verlässt seinen Klub. © Timo Janisch
Fußball

Topspieler hört auf, weil es ihn langweilt, in einer zu guten Mannschaft zu kicken

Die Begründung hört man bei Abmeldungen eines Fußballers eher selten. Aber ein Dortmunder Topspieler hört auf, weil es ihn langweilt, immer zu gewinnen.

Die häufigsten Abmeldungen im Winter resultieren daraus, weil ein Spieler unzufrieden ist. Er hat zumeist nicht die gewünschten Einsatzzeiten bekommen. Dann hört man, dass die Chemie mit dem Trainer nicht gepasst habe. Jetzt kommt aber ein ganz neuer Grund für eine Abmeldung hinzu: Es ist zu langweilig, immer zu gewinnen.

Den Grund nennt der Dortmunder Ahmet Cosgun. Er meldet sich jetzt beim A-Ligisten SG Gahmen ab. „Es macht wirklich keinen Spaß, wenn du den Gegnern immer überlegen bist und 3:0 oder 4:0 gewinnst“, sagt Cosgun. Das Team liegt aktuell mit fünf Siegen aus fünf Spielen und einem Torverhältnis von 18:1 auf Rang zwei. Spitzenreiter Selimiye Spor Eving hat aber schon zwei Partien mehr absolviert.

Cosgun hat in dieser Spielzeit aber noch gar keine Minute für den Klub gespielt. „Ja“, bestätigt er, „schon in der Vorbereitung habe ich den Spaß verloren.“ Cosgun war im vergangenen Winter zu Gahmen gewechselt. Er verließ als Kapitän den Westfalenligisten BSV Schüren und folgte dem Ruf seines ehemaligen Türkspor-Trainers Bülent Kara.

„Mir hat in Schüren die Mentalität nicht gefallen. Vielen jungen Spielern war es egal, ob wir gewinnen oder verlieren. Deshalb bin ich zu Gahmen gegangen. Denn der Klub hatte das Ziel aufzusteigen.“ Platz eins war damals schon an BW Alstedde vergeben, Gahmen wollte über die Relegation in die Bezirksliga.

Der Traum von der Bezirksliga ist geplatzt

Die Qualität war definitiv vorhanden, um das Ziel zu realisieren. „Da hatte ich richtig Lust drauf. Wieder mit Bülent aufzusteigen. So wie wir es zusammen mit Türkspor geschafft haben.“ Doch dann kam der erste Corona-Lockdown und die Spielzeit wurde abgebrochen. Gahmen bekam nicht die Chance, sich für die Bezirksliga zu qualifizieren.

Schon damals merkte er, dass diese Mannschaft viel zu gut für die meisten Teams der Liga war. „Das war einfach unbefriedigend, wenn du gegen Mannschaften spielst, die keine Chance haben. Und dann kam noch hinzu, dass wir in Gahmen auf Asche spielen. Das ist keine Freude.“

Weitere Verstärkungen

Im Sommer verstärkte sich der Lüner Klub weiter. Cosgun merkte in der Vorbereitung, dass die anstehende Spielzeit ihm keinen Spaß machen werde. Der Aufstieg schien vorprogrammiert. Es deutete sich an, dass es eine langweilige Saison werden sollte. Bisher bestätigt sich der damalige Eindruck von Cosgun.

Er beschloss noch während der Vorbereitung, den Klub zu verlassen. „Ich habe es im Gespräch mit dem Trainer und dem Kapitän angedeutet, habe mir aber eine Hintertür gelassen. Ich werde aber definitiv nicht zurückkehren. Ich will in Dortmund wieder eine spannende Aufgabe finden.“

Sein großer Vorteil. Er kann ablösefrei wechseln. Denn er hat in dieser Saison noch nicht einmal um Punkte gespielt.

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Thomas Schulzke

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