Ein Dortmunder Topspieler verlässt das Land. © Nils Foltynowicz
Fußball

Topspieler verlässt das Land und kann seinem Team im Abstiegskampf nicht helfen

Beim RN-Videoformat „Meine Traum-11“ tauchte dieser Name immer wieder auf. Er gehört definitiv zu den besten Spielern der Stadt, auch wenn er einen kleinen Bauch vor sich herträgt.

Fußball-Romantiker suchen immer nach Typen. Einen, der vorangeht, auch mal seinen Mund aufmacht und zudem noch Leistung bringt. So richtig viele gibt es davon nicht mehr. Einer, auf den diese Beschreibung passt, verlässt jetzt einen Dortmunder Westfalenligisten und wandert aus.

„Dieser Abgang tut uns richtig weh. Soto ist nicht nur ein toller Fußballer. Er ist auch ein klasse Mensch“, sagt Peter Seifert, Vorsitzender des Fußball-Westfalenligisten BSV Schüren. Soto heißt im richtigen Leben Sotirios Stratakis und spielt seit der Saison 2017/18 für den BSV Schüren.

Sotirios Stratakis wandert nach Griechenland aus. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Ausgebildet wurde er beim BVB, 2008 wechselte er nach Griechenland in die 2. Liga, absolvierte sogar eine Partie für die U19-Nationalmannschaft seines Heimatlandes. Der heute 31-Jährige kam 2014 zurück nach Deutschland und verlässt es bald wieder.

„Ja, ich werde mit meiner Frau und meinem Kind nach Griechenland gehen.

Aus persönlichen Gründen natürlich, nicht wegen dem Fußball“, schreibt Stratakis und setzt vier lachende Smileys hinter den Satz.

Seine griechische Frau lebt erst seit fünf Jahren in Deutschland. „Und ich wollte

sowieso schon immer in Griechenland leben und jetzt machen wir diesen Schritt.“ Eigentlich wollte die Familie im Februar auswandern. „Durch die Corona-Pandemie kann man einfach nicht planen. Vielleicht gehen wir auch schon früher oder vielleicht später rüber“, schreibt der Mittelfeldspieler.

Einen Job hat er schon gefunden. Er wird bei einem Telekommunikationsunternehmen arbeiten, das Microsoft, Apple und Google betreut. „Da werde ich dann in der deutschen Sprache arbeiten.“ Außerdem wird er bei einem Zweitliga-Klub, für den er früher gespielt hat, eine Jugendmannschaft als Trainer übernehmen.

Er zieht mit der Familie nach Megara

Wenn er und seine Familie sich in Megara, eine Kleinstadt 40 Kilometer von Athen entfernt, eingelebt haben, wird er sich auch einen Klub suchen, um selbst wieder zu spielen. Der neue Verein kann sich dann auf einen ganz feinen Techniker freuen. „Soto kannst du immer anspielen. Da können vier Leute um ihn herumstehen, der Ball bleibt bei ihm“, lobt ihn sein ehemaliger Teamkollege Eyüp Cosgun, der heute für den TuS Bövinghausen kickt.

„Soto ist eine zentrale Figur in unserem Spiel“, sagt der Vorsitzende Seifert, „klar hat er eine kleinen Bauch. Ich weiß aber nicht, ob er ohne besser wäre. Er hat immer Leistung gebracht und war eine Stütze für alle Spieler.“

BSV Schüren hat Ornatelli verpflichtet

Seinen Ersatz hat der Klub schon gefunden. Wie berichtet, hat der BSV Schüren den Ex-Profi Massimo Ornatelli verpflichtet. „Massimo soll die Lücke füllen, die Soto hinterlässt. Besser wäre natürlich gewesen, wir wären mit beiden in den Abstiegskampf gegangen“, sagt Seifert.

Aktuell rangiert der BSV Schüren mit gerade einmal vier Zählern auf einem Abstiegsrang. Da hätte dem Team das zentrale Duo Stratakis/Ornatelli sehr gut getan. Das persönliche Familienglück geht aber vor.

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Thomas Schulzke

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