Dimitrios Kalpakidis verkündet einen Abgang. © Foltynowicz
Amateurfußball

Türkspor auf Trainersuche: Verhandlungen mit einem ehemaligen Dortmunder Oberliga-Coach

Türkspor Dortmund ist auf der Suche nach einem Trainer. Ein ganz heißer Kandidat ist ein ehemaliger Oberliga-Coach, mit ihm trafen sich die TSD-Verantwortlichen bereits zu Vertragsverhandlungen.

Hinter Türkspor liegen – vorsichtig ausgedrückt – ein paar turbulente Monate. Das beispiellose Hin und Her zwischen TSD und Bövinghausen in der Personalie Cardoniz, dann wurde der Sportliche Leiter Tim Eibold vor die Tür gesetzt und schließlich warfen auch Trainer Reza Hassani und Kevin Großkreutz das Handtuch.

Und auch für Dimitrios Kalpakidis war die Zeit von mehr Aufregung geprägt, als ihm lieb gewesen sein mag: Im August wurde der 41-Jährige trotz makelloser Bilanz zunächst von seinem Trainer-Amt in Bövinghausen entbunden, heuerte dann als Sportdirektor bei Türkspor an und musste wenig später auch als Interimstrainer einspringen.

Dank der aktuellen Unterbrechung im Amateursport hat Kalpakidis also endlich Zeit, mal so richtig durchzuschnaufen: „Das ist ganz wichtig. Wir alle haben jetzt mal Ruhe und ein wenig Abstand zu den Dingen, können uns auch vom Kopf her erholen nach der Unruhe.“

Stillstand herrscht beim Nordstadt-Klub deswegen aber nicht, ganz im Gegenteil. Kalpakidis hat vor, die größte Planstelle in den kommenden Wochen zu besetzen: „Wir befinden uns mit einigen Trainer-Kandidaten im Gespräch. Ich würde mir wünschen, dass es noch in diesem Winter klappt.“

Heuert Daniel Sekic bei Türkspor an?

Ein Name, der in dem Zusammenhang bereits fiel, ist Daniel Sekic. Der ehemalige Coach des ASC 09 Dortmund heuerte vor der Saison eigentlich beim Oberligisten FSV Duisburg an, trat aber noch vor dem ersten Spieltag zurück – er wäre also ungebunden und könnte sofort einspringen.

Das trifft nämlich nicht auf alle potenziellen Kandidaten zu und bereitet Kalpakidis Kopfschmerzen: „Im Winter ist das alles sehr viel komplizierter, da ist es nicht immer möglich die 1A-Ware zu bekommen.“ So hätten Trainer beispielsweise dem aktuellen Verein eine Zusage für die gesamte Saison gegeben. Die Auswahl auf dem Markt ist rar, Kalpakidis aber dennoch guter Hoffnung: „Ich bin optimistisch, dass es im Winter klappt.“

Auch ein Trainer-Duo ist eine Möglichkeit

Deswegen beschränkt sich Kalpakidis auch nicht auf nur einen einzelnen Kandidaten wie Sekic: „Wir haben uns mit Daniel getroffen und ich würde es begrüßen, wenn er zu uns käme. Aber da muss auch das ganze Drumherum stimmen.“

Sekic müsste eine Stunde Fahrtzeit auf sich nehmen und ist obendrein schwer eingespannt im Beruf – Gründe, weshalb er auch bei Duisburg zurücktrat. Erst am vergangenen Mittwoch haben sich die Beteiligten nach Informationen der Ruhr Nachrichten zu einem Austausch getroffen und über ein Engagement Sekic‘ bei Türkspor gesprochen.

„Es war ein sehr gutes Gespräch, auch wenn es noch komplett ergebnisoffen ist“, berichtet Sekic. Ihn würde die Aufgabe bei Türksport Dortmund sehr reizen, allerdings gebe es Umstände, die eine sofortige Zusage nicht zulassen würden.

Deshalb hat der 45-jährige A-Lizenzinhaber vollstes Verständnis, dass sich Kalpakidis und Co. auch nach anderen Lösungen umsehen: „Das ist ja klar, wenn ich keine 100-prozentige Zusage geben kann. Ich habe dem Verein gesagt, dass sie neben mir auch einen anderen Plan in der Tasche haben sollten.“

Daniel Sekic coachte für ein Jahr den ASC 09 Dortmund. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Derzeit ist Kalpakidis noch Sportlicher Leiter und Trainer in Personalfunktion. Sollte es keine Lösung im Winter geben, wird der 41-Jährige auch nach dem Re-Start wieder auf der Trainerbank Platz nehmen. „Gerade ist vieles denkbar. Ich kann mir auch ein Zweier- oder Dreiergespann als Möglichkeit gut vorstellen“, sagt Kalpakidis. Alles offen also bei Türksport Dortmund.

So oder so hält der ambitionierte Klub an seiner Zielsetzung fest. Die sieht vor, dass Türkspor Dortmund die Saison auf einem Aufstiegsplatz beendet. Dafür nimmt Kalpakidis seine Spieler mehr denn je in die Pflicht: „Die Jungs müssen in der Zeit ohne Training Eigeninitiative zeigen und sich auch mal quälen, damit sie zum Wiederbeginn der Saison topfit sind.“

Elf Spiele hat TSD dann wohl noch vor der Brust. Dann nämlich, wenn die 50%-Regel greift und die Saisonwertung mit Abschluss der Hinrunde stattfindet. „Das sind elf Endspiele“, weiß Kalpakidis und betont: „Wir sind zwar Amateure, aber wir haben trotzdem Ziele – und die erreicht man, wenn man mehr macht als die anderen.“

TSD-Mannschaft steht in der Pflicht

Nach den unruhigen letzten Monaten verlangt Kalpakidis, dass seine Mannschaft als geschlossene Einheit auftreten wird. Um das zu gewährleisten, stehen in den nächsten Wochen noch personelle Entscheidungen innerhalb des Teams an, sowohl auf der Zugangs- als auch der Abgangsseite.

„Wir werden zwei, drei Spieler darüber informieren, dass wir uns von ihnen trennen wollen“, kündigt Kalpakidis an ohne Namen zu nennen und ergänzt: „Vielleicht verstärken wir uns noch auf der Torwartposition, um gewappnet zu sein, falls Mo Acil mal ausfällt, und im Angriff.“

Oberste Priorität ist und bleibt aber die Verpflichtung eines neuen Trainers. Dann hätte Kalpakidis eine Aufgabe weniger – ein Zustand, der ihm nach dieser chaotischen Saison vielleicht gar nicht so unrecht wäre.

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