FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders hat in einem Interview über den neuerlich verlängerten Lockdown und dessen Auswirkungen auf den Amateurfußball gesprochen. © imago images/Noah Wedel
Amateurfußball

Verlängerung des Teil-Lockdowns: Für den Start im Amateurfußball wird es eng

Die Corona-Maßnahmen sind verlängert worden. Für die Saisonstarts im Amateurfußball wird es damit eng. Der FLVW hält auch zwei Wochen Vorbereitung für denkbar.

Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten und -präsidentinnnen haben am Mittwoch eine Verlängerung des Teil-Lockdowns bis zum 10. Januar beschlossen. Die jetzt geltenden Regeln bleiben erhalten. Damit wird das Jahr 2021 zunächst Fußball-frei starten. Dabei sollen zeitnah danach die Saisons fortgesetzt werden.

Für die Oberliga ist der 31. Januar angedacht. Nachholspiele sollen bereits am 24. stattfinden. Dass es Ende Januar weitergeht, sei eine erste Idee gewesen, sagt FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders am Donnerstag auf Anfrage. „Wir sind im FLVW natürlich immer in Gesprächen und beobachten die Lage, müssen aber Anfang Januar noch mal schauen, wie sich die Situation darstellt und wie es weitergeht.“

Die Verlängerung der Corona-Maßnahmen bringe den Starttermin der Oberliga erst mal nicht in Gefahr, sagt Schnieders. „Ich befürchte aber leider, dass die Zahlen nach Weihnachten wieder steigen werden.“ Je nachdem wie sich die Lage entwickelt, dürfte der Starttermin der Oberliga schwierig zu halten sein.

Adäquate Vorbereitung wird immer komplizierter

Vor allem eine adäquate Vorbereitung wird immer komplizierter. Vier Wochen Vorbereitungszeit, die Sportmediziner Ingo Froböse mindestens empfiehlt, wären bei einem Starttermin am 24., aber auch am 31. Januar unmöglich. „Wir gehen davon aus, dass sich die Spieler auch so fithalten. Zwei Wochen Vorbereitungszeit würden dann reichen“, sagt der FLVW-Vizepräsident.

Ein noch späterer Starttermin würde eine komplette Saison in der Oberliga ohnehin fast nicht mehr durchführbar machen. Der Präsident des Fußballverbands Niederrhein, Peter Frymuth, sagte Reviersport in einem Interview jüngst zur Oberliga, die dort 22 statt 21 Teams stark ist: „Stand heute wird es nicht einfach, aber auch nicht unmöglich, die Saison regulär zu beenden. Dafür müssten wir aber Ende Januar, Anfang Februar mit dem Spielbetrieb anfangen.“

In Westfalen soll, wenn die Saison fortgesetzt wird, an die Spiele der Vorrunde angeknüpft werden. Ausgefallene Spiele einzelner Mannschaften würden während der fortlaufenden Saison nachgeholt. Wenn die Hälfte der Spiele bestritten worden ist, darf diese Corona-Saison gewertet werden. Aktuell sei eine Abweichung von der 50-Prozent-Regel nicht angedacht, sagt Schnieders.

Komplette Durchführung könnte noch klappen

Der würtembergische Fußballverband hatte angekündigt, seine Mitglieder zu einer Auf- und Abstiegsrunde befragen zu wollen, die im Anschluss an die Vorrunde ausgespielt werden würde. Solche Überlegungen gibt es beim FLVW momentan nicht. „Wir haben ja eine Spielordnung, die auch die Rechtsgrundlage darstellt“, erklärt Schnieders.

Man würde sich anfechtbar machen, wenn man diese jetzt ändere. „Außerdem besteht das Problem, dass man auf einmal gar keine Regelung mehr hat, wenn gerade die Auf- und Abstiegsrunden ausgespielt werden und dann kein Fußball mehr gespielt werden darf, weil es einen neuen Lockdown gibt. Das Risiko ist zu hoch.“

Im Seniorenbereich könne es mit einer kompletten Durchführung der Saison aber noch klappen. Das sei auch das Ziel, sagt Schnieders. Man sei aber natürlich abhängig von der Corona-Lage. „Das sind momentan alles noch Spekulationen. Wir stehen aber Gewehr bei Fuß, sobald es neue positive Entwicklungen und Entscheidungen der Politik gibt, entscheiden wir, was sie für den Fußball bedeuten.“

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Lukas Wittland

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