Manfred Schnieders, Vizepräsident des FLVW, hat sich zur Winter-Transferperiode geäußert. © Leistner, Andreas
Amateurfußball

Verrückte Wechselperiode: In der Hinrunde gegen den eigenen Klub spielen

Aktuell ruht der Ball im Amateur-Fußball, auf dem Transfermarkt herrscht reges Treiben. Doch wie sind die Wechselbedingungen in dieser Ausnahme-Saison? FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders klärt auf.

Die Corona-bedingten Einschränkungen haben großen Einfluss auf den Amateurfußball. Seit dem 29. Oktober ruht der Ball offiziell, an diesem Tag hatte der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) den Spielbetrieb vorerst eingestellt. Mittlerweile ist klar: In diesem Jahr bleiben die Plätze verwaist. Mit FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders haben wir über die Auswirkungen auf das Winter-Transferfenster gesprochen.

Und da bedient sich Manfred Schnieders an dem Modell, das bereits im Sommer-Transferfenster Anwendung fand. „Es gilt wieder die Regelung, dass die Zeit der Einstellung des Spielbetriebs bis zur Wiederaufnahme auf die gängige Sechs-Monate-Frist angerechnet werden“, erklärt der FLVW-Vizepräsident.

Normalerweise haben Amateure eine Wartefrist von sechs Monaten, nach deren Ablauf sie auch ohne Zustimmung oder Entschädigung des Ex-Vereins wechseln dürfen. Mit der Anpassung sollen die abgebenden Vereine geschützt werden.

Zeit wird aus der Sechs-Monate-Frist gerechnet

Zwar peilt der FLVW nach wie vor einen Re-Start zum Ende des Januars an, wie realistisch das angesichts der aktuellen Infektionszahlen ist, kann jeder selbst beurteilen. Es ist also durchaus möglich, dass sich die Saisonunterbrechung weiter in die Länge zieht – und die sechs Monate schon bald um sind, ohne dass gespielt wurde.

Deshalb wird die Zeit zwischen Einstellung und Wiederaufnahme ganz einfach rausgerechnet bei der Ermittlung der Sechs-Monate-Frist. Im Klartext bedeutet das: Zuletzt wurde am 25. Oktober gespielt, die vier Tage bis zur FLVW-Mitteilung werden auf die Frist angerechnet, alles was danach kommt, nicht.

Anders gestaltet sich die Lage natürlich, wenn sich zwei Vereine und der wechselwillige Spieler einig werden. Dann ist der sofortige Transfer möglich, bis zum 31.12. ist das Fenster für Abmeldungen offen. Dann müssen die Klubs die Ablöse selbst verhandeln. Es kann also durchaus sein, dass nach dem Re-Start im Amateurfußball ein Spieler auf seinen ehemaligen Verein trifft – und das noch im Laufe der Hinrunde.

In allen Amateur-Ligen wurden schließlich gerade mal um die 50 Prozent der Hinserie gespielt. Wechselt ein Spieler innerhalb der eigenen Liga, könnte er also gleich nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs auf seine ehemaligen Mitspieler treffen.

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