Der VfL Schwerte stellt sich vor Vereinsmitglied Artur Helios. © Schaper
Fußball

VfL Schwerte stellt sich vor sein Vereinsmitglied, das den Hitlergruß gezeigt haben soll

Der VfL Schwerte stellt sich schützend vor sein Vereinsmitglied, das den Hitlergruß gezeigt haben soll. Der Verein erklärt, wann sich die Situation rund um Artur Helios verändern würde.

Artur Helios ist als Querdenker bundesweit bekannt und tauch überregional in den Medien auf. Auf einer Veranstaltung in Dresden soll Helios den Hitlergruß gezeigt haben. Davon gibt es ein Video. Der Verein stellt sich vor ein bekanntes Mitglied.

Für sein Engagement in der Querdenker-Szene und streitbare Äußerungen ist der Fröndenberger Helios berühmt. Helios bezeichnet zum Beispiel das Infektionsschutzgesetzt als „Ermächtigungsgesetz“

Video zeigt Hitlergruß von Artur Helios

Besondere Schlagzeilen verursachte allerdings sein Auftritt auf einer Veranstaltung im Oktober 2020. Auf einer Bühne in Dresden zeigte Helios eine Armbewegung, die ihm Anschuldigungen einbrachte, er habe den Hitlergruß gezeigt.

Der 55-Jährige klopfte sich auf die Brust und formte anschließend mit dem Arm die bekannte Pose. In einem Video-Mitschnitt der Veranstaltung ist das klar zu erkennen.

Helios´ Mitstreiter Michael Fritsch, der mit ihm auf der Bühne stand, verteidigte den Vorfall in einem eigens aufgezeichneten Statement: „Wir sind es gewohnt, dass Fakten verdreht werden (…). Es war kein Hitlergruß.“ Helios schloss sich dem Statement an.

Beim VfL Schwerte, wo Helios 2011 mit den Alten Herren Hallenstadtmeister wurde und noch 2019 in den Arbeitskreis zur Realisierung des Umzuges nach Wandhofen berufen wurde, stellt man sich vor sein Vereinsmitglied.

Artur Helios beschäftigt den VfL Schwerte

Geschäftsführer Frank Samson hatte zwar bestätigt, dass die Personale Helios ein Streitthema beim VfL sei. Doch Samson und Wirtschaftsrat-Vorsitzender Bernd Arnhold hatten betont, dass sich Helios gegenüber dem Verein bislang nichts zu Schulden hatte kommen lassen.

Auch Vorstandssprecher Günther Thurau äußert sich auf Anfrage dieser Zeitung nun zu dem Thema. „Das Thema hat uns natürlich beschäftigt. Wir haben kontrovers diskutiert“, sagt Thurau.

Günther Thurau ist Vorstandssprecher des VfL Schwerte. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Im Vorstand sei man allerdings zu dem Entschluss gekommen, dass man keine Veranlassung sehe, sich der Personalie weiter zu widmen. Man hätte sich die Frage gestellt, ob Helios Aktivitäten vereinsschädigendes Verhalten seien. Das öffentliche Video des Hitlergrußes zählt offenbar nicht dazu.

Gegen sein Auftreten bei den Querdenkern habe man beim VfL Schwerte nichts, so FDP-Mitglied Thurau. Als streitbaren und meinungsfreudigen Menschen habe er Helios kennengelernt.

„Artur Helios ist für uns ein wichtiges Mitglied. Wir haben ihn bis zum heutigen Tage nichts vorzuwerfen“, sagt Thurau. Der Vorstandssprecher betont: „Im Moment stellen wir uns schützend vor ihn.“

Artur Helios ist auf vielen Veranstaltung der Querdenker-Szene zu sehen. © Schaper © Schaper

Ändern würde sich das wohl nur, wenn Helios für den Vorfall in Dresden juristisch belangt werden würde. Die Polizei Dresden hatte „wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ ein Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem Versammlungsgeschehen eingeleitet.

Günther Thurau verweist auf Unschuldsvermutung

„Dann haben wir eine völlig neue Situation. Es gilt für uns die Unschuldsvermutung. Das Recht dazu hat jeder Bürger“, sagt Thurau. Dass ein Hitlergruß strafbar sei, wisse der 78-Jährige, der sich juristisch informiert habe.

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch

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