Bei einem Dortmunder Bezirksligisten tut sich was. © Nils Foltynowicz
Fußball

VfR Sölde im Verletzungspech: „Verletzungen billigend in Kauf genommen“ – Trainer relativiert

Nach dem VfL Schwerte hat nun der VfR Sölde mit argen Verletzungsproblemen zu kämpfen. Sogar ein Training musste schon ausfallen. Nur liegen die Gründe für die Verletzungen woanders.

Nach so einer langen Fußballpause fehlt vielen Spielern die Fitness. Besonders leidtragender Klub ist derzeit der VfL Schwerte, der viele Muskelverletzungen zu beklagen hat. Nach nur wenigen Wochen Vorbereitung ist nun auch ein Dortmunder Klub vom Verletzungspech so richtig betroffen. Mit Muskelverletzungen hat das beim VfR Sölde aber wenig zu tun.

„Natürlich ist allen Verantwortlichen und Aktiven nach monatelanger Pause bewusst, dass die Abläufe im Spiel und in den Bewegungsabläufen noch Zeit bedürfen. Das entschuldigt aber nicht das Geschehene, als mit übertriebenem. hartem Foulspiel im Mittelfeld Verletzungen billigend in Kauf genommen wurden, ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Gegenspieler.“ Das schreibt der VfR auf seiner Facebook-Seite. Was war geschehen?

Bereits vor einigen Wochen musste der VfR Sölde feststellen, dass zwei Stammspieler noch lange nicht so weit sind, dass sie in der kommenden Saison helfen können. Kapitän Kevin Kastner sowie Lamar Lambertz fehlen Söldes Trainer Marco Nagel noch lange.

Als Ersatz für beide dienten unter anderem Neuzugang Jan Keuntje sowie Fynn Krahn. Doch auch diese beiden werden nun mindestens sechs Wochen ausfallen, meint Trainer Nagel. Womit wir wieder beim Eingangszitat der Facebook-Seite des Vereins wären.

Das steht nämlich im Zusammenhang mit dem Testspiel gegen den TuS Eichlinghofen vor eineinhalb Wochen. Sölde gewann zwar mit 3:1, verlor aber früh Neuzugang Jan Keuntje. Der wurde nach 19 Minuten in der eigenen Hälfte so gefoult, dass er sich einen Außenbandriss im Knöchel zuzog. „Der gegnerische Spieler kam einfach zu spät“, erklärt Nagel. „Das passiert.“ So harte Worte wie auf der Facebook-Seite des Vereins möchte er nicht benutzen. „Auch in der Meisterschaft kann so etwas passieren. Das war nicht böse gemeint.“

Genauso wie bei der Verletzung von Fynn Krahn. Der wurde in der zweiten Halbzeit im Spiel gegen den TuS Heven eine Woche später (4:1 für Sölde) eingewechselt, bekam in einem Zweikampf aber den Ellenbogen seines Gegenspielers ins Gesicht: Nase gebrochen. „Der Gegner ist hochgegangen, hat Fynn aber nicht gesehen“, sagt Nagel. Auch das sei ärgerlich, „passiert aber. Da kann der Spieler nichts für.“

Weitere sechs Spieler fallen aus

Weil zudem mit Kevin Dölling (Entzündung im Ellenbogen, eventuell Bruch), Martin Striewski (Flüssigkeit im Knie, eventuell Knochenabsplitterung) sowie den bereits angesprochenen Kastner und Lambertz bereits vier Spieler fehlen, wird es langsam mau im Kader der Sölder. Auch Miguel Dos Santos verletzte sich zudem im Spiel gegen Heven. Dort vermutet der Verein einen Bänderriss.

Die Schulterverletzung von Torwart Rene Pörteners nennen die Sölder aufgrund der langen Verletztenliste schon „Lappalie“, sie sei „kaum der Rede wert“. Aufstecken aufgrund der Situation will Nagel aber nicht.

„Wir haben nun ein strammes Programm vor uns mit den Testspielen und der Hörder Stadtmeisterschaft. Eigentlich haben wir 31 Spieler im Kader, mussten das letzte Training aber absagen, weil wir nur noch elf waren. Wir müssen jetzt aufpassen.“ Im Notfall müsse der Coach auf Spieler aus der Sölder Reserve zurückgreifen.

Positiver Aspekt der ganzen Geschichte: die Verschiebung des Ligastarts um zwei Wochen nach hinten auf den 29. August. „Wir sind froh darüber. Die zwei Wochen tun uns gut.“ Bis dahin könnten bereits einige der derzeit verletzten Sölder Akteure zurück sein – um im Derby gegen Holzwickede sofort voll eingreifen zu können.

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