Bei BW Alstedde kam Steven Koczy (l.) zuletzt nicht auf die gewünschte Spielzeit. © Archiv
Fußball-Kreisliga A

Vier Elfmeter, Platzverweis, 0:2 gedreht: Irres Spiel von Dortmunder Traditionsverein

Ein Dortmunder Fußballlklub, der schon bessere Zeiten gesehen hat, legte am Sonntag ein irres Spiel hin. Insgesamt gab es vier Elfmeter, einen Platzverweis und eine spektakuläre Aufholjagd.

0:2-Rückstand, darunter ein Strafstoß, dann drei Elfmeter für die bis dahin torlose Mannschaft, davon einer ohne Erfolg. Dann noch Gelb-Rot für den Gast und ein Endstand von 4:2. Es klingt nach Drama im Dortmunder Amateurfußball! Beide Kontrahenten aber richten den Fokus lieber aufs große Ganze.

Solch ein Spielverlauf wie der zwischen den A-Kreisligisten SC Osmanlispor und Alemannia Scharnhorst verlangt nach Aufarbeitung. Sowohl Hüseyin Asan, Trainer des SCO, als auch Mike Dominik Kollenda, Neu-Coach der Scharnhorster, haben aber keine große Lust mehr auf Negativstimmung.

Der unterlegene Kollenda gibt noch den dezenten Hinweis, dass er besser schweige, um sich wegen der Schiedsrichterleistung „nicht um Kopf und Kragen zu reden“.

Jeffrey Schröter trifft zum 1:0 für Alemannia Scharnhorst

Also blicken wir doch – bevor wir über Perspektiven reden – noch einmal zurück, um eventuelle Fragen an beide Kontrahenten beantwortet zu haben. Kollenda sprach gar vom „Masterplan“ der Scharnhorster, der vor dem Wechsel aufgegangen sei. Und der von Jeffrey Schröter zum 1:0 für die Alemannia verwandelte Elfmeter sei berechtigt gewesen.

„Einspruch!“, vermeldet Asan, „hier hatte der Schiedsrichter den Linienrichter überstimmt, also Nachteil für uns.“ Asan aber schob gleich hinterher, dass die Alemannia ein guter Gegner gewesen sei und die Tore, also auch das 0:2 durch David Froning, nicht aus heiterem Himmel gefallen seien.

Dann aber die kleine Nervenschlacht vor dem anderen Tor. Während Kollenda in seiner Meinung über die drei Elfmeter bewusst sehr vage blieb, aber die Gelb-Rote Karte gegen Tim Niggemann „als gerecht und unnötig“ einräumte, fand Asan, dass die Elfmeter berechtigt gewesen seien. „Wir haben die Entscheidungen erzwungen“, sagte er.

Also hieß es dreimal Pedro Henrique Barbosa Alves gegen Torwart Janis Braml. Zweimal traf der Portugiese mit panamesischen Wurzeln. „Dann wollte mal ein anderer von uns, das hat ihn wohl verunsichert“, erklärte Asan. Alves traf aber später noch aus dem Spiel heraus. Khazzane Imad machte alles klar.

Alemannia Scharnhorst verfolgt weiter seinen Weg

Alles klar also? „Ja“ sagt Kollenda. „Wir können es nicht ändern, verfolgen nach dem großen Umbruch unseren Weg unbeirrt weiter.“ Kollenda, der den neuen Schwung auch öffentlichkeitswirksam durch die sozialen Medien pustet, bewahrt aber das Augenmaß: „Das geht Schritt für Schritt. Wir haben nicht den Anspruch, gleich die Liga aufzumischen. Nach den schwierigen Jahren ist es unser Ziel, eine ruhige Saison ohne große Sorgen zu spielen.“

Alles klar auch bei Hüseyin Asan? „Ja“, sogar mit „klar“. Das Spiel sei sicherlich ein Zeichen, um den angenehmen Wind auch durch den Rahmer Wald blasen zu lassen. „Wir haben gegen einen wirklich gut organisierten Gegner gewonnen. Das zählt erstmal. Besonders im zweiten Abschnitt, als wir auf ein 3-5-2 umgestellt hatten, war es sehr ordentlich. Aber wir müssen uns nach der langen Pause erst richtig finden.“

In der neuen Spielstätte in Rahm hat sich der SCO schon gut zurechtgefunden. „Für uns ist jetzt, da wir in Nette immer auf Asche gespielt hatten, ein ganz anderer Fußball möglich.“ Der Coach, der übrigens auch im Vorstand mitarbeitet, ist zurzeit in Gönnerlaune.

SC Osmanlispor strebt eigene Heimat an

So möchte er unbedingt seinen neuen Vorsitzenden Burhan Erdem erwähnt haben: „Ein guter Mann, der etwas aufbauen möchte.“ Aber auch die Rahmer bekommen ein Lob ab. „Hut ab, wie der TuS Rahm uns aufnimmt. Wir kommen wirklich gut miteinander aus.“

Aber um richtig anzukommen, sehnt Osmanlispor eine Dauerlösung an: „Gerne in Rahm, sonst auch in der Nähe unserer Heimat Mengede hätten wir gerne einen Platz, wo wir sesshaft werden können. Mit Vereinsheim, unserer Kabine und Verkaufsständen.“

Vielleicht geht es ja gut. Sollte der SCO, der immerhin in der Liga oben mitspielen möchte, weiter für positive Schlagzeilen sorgen, hätte er noch mehr Argumente für eine eigene Heimat. Wenn es um solche Fragen geht, versteht dann auch jeder, warum drei Elfmeter gar nicht so wichtig sind.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle

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