Bei Miguel Milde (r.) und Viktoria Kirchderne läuft es in dieser Saison gut. © RN-Archiv
Fußball-Bezirksliga

Viktoria Kirchderne startet gut und steht vor Derby: Kapitän erklärt, was möglich ist

Am 10. Oktober steht in der Bezirksliga 9 das Derby zwischen Viktoria Kirchderne und dem TuS Eichlinghofen an. Der Kirchderner Miguel Milde sieht sein Team trotz guten Starts nicht als Favorit.

Ein Derby mit unerwarteten Vorzeichen könnte ziemlich „eklig“ werden. Der Kapitän eines für viele überraschend stark gestarteten Bezirksligisten sieht zwei „lautstarke Mannschaften, die über den Kampf kommen“ im Duell. Die Gastgeber sind aktuell sogar in der Abstiegszone der Tabelle, was in dieser Deutlichkeit auch kaum jemand erwartet hätte.

Miguel Milde (28) klingt ein wenig verschnupft. Aber der Kapitän von Viktoria Kirchderne gibt vor dem Derby beim TuS Eichlinghofen (15 Uhr, Hinter Holtein, Dortmund) doppelte Entwarnung – und zwar im folgenden Interview.

Miguel Milde, Ihre Stimme klingt ein wenig belegt. Wir hoffen, dass dies nur vorübergehender Natur ist. Sind Sie denn am Sonntag beim TuS Eichlinghofen dabei?

Ich bin in der Tat leicht verschnupft. Ja, erstens sollte das klappen. So schlimm ist es nicht. Und zweitens bin ich tatsächlich nur erkältungstechnisch verschnupft und nicht im übertragenen Sinne wegen sportlicher Belange.

Beim Blick auf die Tabelle dürften Sie auch eher schnell wieder frei atmen können. Warum ist Ihr Team als Fünfter mit elf Punkten aus sechs Spielen sogar so richtig gesund?

In der Tabelle sehen wir ja auch, dass wir erst sieben Gegentore haben. Unsere Abwehr ist schon ziemlich gut. Unser Spielertrainer Christian Fröse bildet mit Benjamin Schulze als Innenverteidiger eine Bank.

Sie spielen in der erfolgreichen Kette hinten rechts, sind Kapitän. Können Sie von dieser Position gut Einfluss nehmen?

Ja, ich mache das von den acht Seniorenjahren, die ich hier bin, bestimmt schon sechs Jahre. Ich bin ursprünglich ja auch eher Innenverteidiger, aber wir haben mal aus der Not eine Tugend gemacht. Daher spielen wir jetzt so. Aber die Jungs hören schon auf mich. Das trifft aber auch auf beide Trainer René Tschirner und Christian Fröse zu, deren Worte Gewicht haben. Und auch unser Sportlicher Leiter Tim Preuß ist sehr präsent.

Sie sind ja als so vereinstreuer Spieler nahezu eine Rarität. Was bewegt einen Spieler, der bestimmt in ambitionierteren Teams locker mitspielen könnte, bei einem eher bescheidenen Verein wie der Viktoria zu bleiben?

Ich habe gerne Leute um mich herum, die ich kenne. Das war schon in der Jugend bei SuS Derne so. Ich möchte mich nicht jedes Jahr an andere Kollegen gewöhnen müssen. Ich bin dann vor acht Jahren zur Viktoria gekommen und fühle mich hier einfach wohl. Daher habe ich nie wechseln wollen. Ich kenne die Jungs sehr gut, aber auch die Leute am Platz, sei es aus unseren anderen Mannschaften oder die Zuschauer. Wir sind wie eine Familie.

Macht das die Viktoria aus?

Ja, ganz genau. Zum Beispiel sind selbst Christian Fröse und David Olesch, die ja lange zusammen in Wickede gespielt haben, jetzt schon einige Jahre bei uns. Das hat Gründe. Einer ist, weil hier eben jeder jeden kennt.

Teile Ihrer beiden vorigen Antworten hätte auch ein Spieler Ihres kommenden Gegners TuS Eichlinghofen geben können. Während der Vorbereitung beim Brackeler Turnier schlugen Sie den TuS 2:0. Jetzt liegen Sie als Fünfter klar vor dem 13. Eichlinghofen. Sind Sie dann jetzt Favorit?

Nein, nein! Das wird ein kämpferisches Spiel auf Augenhöhe. Beide Teams können richtig eklig spielen. Das muss aber auch manchmal sein, auch, dass es mal laut wird. Gut, dass meine Erkältung mir nicht die Stimme raubt. Ich glaube jedenfalls, da geht es schön zur Sache. Wir nehmen den Kampf bestimmt an.

Das scheint ja bislang gut zu funktionieren. Wäre vielleicht sogar mehr drin als Platz fünf?

Wir lassen die Kirche schön im Dorf. Es gab genügend Leute, die uns als Abstiegskandidat sahen. Wir beweisen gerade, dass wir das in der Verfassung nicht sind. Aber wir können gerade aus unserer einzigen Niederlage beim FC Castrop lernen. Ich halte es für besser, wir gewinnen lieber das Spiel und dafür keinen Schönheitspreis.

Lohnt es sich trotzdem, am Sonntag das Derby zu besuchen?

Mit Sicherheit! Derbys leben doch von Emotionen. Ich kenne aus der aktuellen Eichlinghofer Mannschaft zwar keinen gut, aber wir wissen, was uns erwartet. Die wollen da unten raus.

Und Sie wollen bestimmt nicht da unten rein. Ist das Ihr Saisonziel?

Wir sind erst einmal gut beraten, uns genau das vorzunehmen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle

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