In der Helmut-Körnig-Halle trainieren auch während der Pandemie Sportler. © Folty
Leichtathletik

Von wegen Sport-Lockdown: In der Helmut-Körnig-Halle wird weiter fleißig trainiert

Leichtathletiktraining in Zeiten der Corona-Pandemie – darf das überhaupt sein? In dieser Woche hatten Leser Trainings-Aktivitäten in der Helmut-Körnig-Halle beobachtet. Wir klären auf.

In der sogenannten dunklen Jahreszeit fallen solche Aktivitäten natürlich leicht ins Auge. Die Helmut Körnig-Halle hell ausgeleuchtet, im Innenraum wird gesprintet, gesprungen und geworfen. Da bleibt nichts verborgen. Aber ist das eigentlich erlaubt oder verbieten nicht die am 1. Dezember verschärften Maßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie diese Aktivitäten?

Diese Frage stellten in den vergangenen Tagen Leser, die 30 Personen im Innenraum gezählt haben wollen. Die Antwort ist klar: Ja, was sich in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle tut, ist absolut rechtens und von höchster Stelle erlaubt. Unter anderem trainierte dort Dortmunds Bob-Fahrerin Laura Nolte, die nach ihrem Weltcup-Sieg im lettischen Sigulda bereits am Dienstag wieder in der Körnig-Halle beim Training war.

Die gerade erst fast komplett umgebaute Halle an der Strobelallee ist gleichzeitig auch Bundesleistungszentrum. Das heißt: Die Auflagen sind die gleichen wie im Profi-Sport. Auch beim BVB läuft das Mannschaftstraining ganz normal ab, natürlich gelten die aktuellen Desinfektions- und Hygienevorschriften dort ebenso wie in der Leichtathletik. Und natürlich gibt es in der Helmut-Körnig-Halle auch eine penibel genaue Einlasskontrolle.

Die Stadt Dortmund klärt auf

Anke Widow, Pressesprecherin der Stadt Dortmund, erklärte: „Die Corona-Schutzverordnung sieht vor, dass das Training an den Bundes- und Landesstützpunkten stattfinden darf. Die LG Olympia hat für den Trainingsbetrieb der Bundes- oder Landeskaderathleten bzw. Athleten mit DM-Norm einen Hygieneplan erstellt.“

Dieser sehe vor, dass die einzelnen Trainingsgruppen maximal zehn Personen groß sein dürfen. „Die Trainingsgruppen der Leistungssportler*innen betreten die Halle über den Nebeneingang im Südwesten der Halle. Alle Eingänge an der Strobelallee sind geschlossen.

Ausgeschlossen werden kann nicht, dass sich zum Beispiel private Lauftreffs vor der Halle miteinander verabredet haben.“

Seit dem 2. November gelten im Kampf gegen die Corona-Pandemie deutschlandweit wieder verstärkte Sicherheitsmaßnahmen. Fortgeführt werden kann der Profi- und Spitzensport – doch die Definition dieser Personengruppe ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Während das Training der Olympia- und Perspektivkader-Athleten (OK und PK) sowie der Talente im Nationalkader (NK1/NK2) flächendeckend aufrechterhalten werden konnte, herrschen für Landeskader-Athleten regional abweichende Regelungen.

In Deutschland gibt es insgesamt 645 Athleten und Athletinnen, die in der Bundeskaderliste vertreten sind – unterteilt in Olympiakader, Perspektiv-Kader und Nachwuchs-Kader. Im Dortmund selbst trainieren ganz offiziell 19 Athleten und Athletinnen. Dazu dürfen aber auch Athleten aus den umliegenden Bundesleistungszentren wie Leverkusen oder Wattenscheid in Dortmund trainieren.

Pierre Ayadi, Sportlicher Leiter der LGO und Nachwuchs-Bundestrainer erklärt: „Wir organisieren das Training so, dass immer in geschlossenen Gruppen mit maximal zehn Personen trainiert wird. Wir vermeiden damit den Austausch zwischen den einzelnen Gruppen.“ Man versuche natürlich auch den Abstand einzuhalten, um das Risiko zu minimieren. „Da die Helmut-Körnig-Halle über eine Fläche von circa 5000 Quadratmeter verfügt, ist das aber gut zu organisieren“, sagt Ayadi.

Auch Christopher Weber oder Laura Nolte dürfen in die Körnig-Halle

Da kann es also schon mal etwas voller werden. Und in dieser Woche gab‘s dann noch eine weitere Besonderheit. Da sich Dortmund seit einiger Zeit zur Talentschmiede für den Bobsport entwickelt, sind auch immer wieder Kader-Athleten wie Christopher Weber oder Laura Nolte zum Training vor Ort. Klar, dass da mal schnell 30 Athleten und Athletinnen oder auch mehr zusammenkommen. Das ist aber alles legal.

Die LGO habe aktuell 19 Bundeskader-Athleten und -Athletinnen. Das sei eine sehr positive Entwicklung. Damit es nicht zu eng wird, habe der Verein die Trainingszeiten von 15 bis 20 Uhr gestreckt. „Neben unseren Athleten und Athletinnen trainieren aktuell eben auch zahlreiche Bobsportler und auch immer mehr Para-Sportlerinnen aus den jeweiligen Bundeskadern in der Körnig-Halle. Wichtig ist aber: Alle müssen sich vorher anmelden“, so Ayadi.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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