Fußball

Wählt Dortmunds Amateur-Fußballer des Jahrzehnts

Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu. Die Zeit ist gekommen, um den Amateur-Fußballer des Jahrzehnts zu wählen. Eine Jury hat elf Spieler nominiert, die zur Wahl stehen.
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Es war sehr schwer, nur elf Akteure zu nominieren, denn der Dortmunder Amateur-Fußball hatte unzählige fantastische Fußballer, die es auch verdient gehabt hätten, zur Wahl des Fußballers des Jahrzehnts zu stehen. So haben es unter anderem Tim Gebauer, Sascha Rammel, Maximilian Podehl oder Giovanni Schiattarella nicht geschafft, obwohl sie den Fußball in Dortmund über Jahre hinweg geprägt haben.

Zur Jury gehörten Udo Stark, langjähriger Lokalsport-Chef der Westfälischen Rundschau und späterer Mitarbeiter der Ruhr Nachrichten, Samir Habibovic (ASC 09 Dortmund), als Vertreter der Fußballer, und Thomas Schulzke, Lokalsport-Chef der Ruhr Nachrichten. Bis zum 31. Dezember kann abgestimmt werden.

Sascha Grieger-Piontek. © Frank Bock © Frank Bock

Sascha Grieger-Piontek: Wenn er zum Platz kam, war für den Gegner nicht zu erkennen, dass er der Torhüter ist. Denn er ist nur knapp über 1,80 Meter groß. Auf dem Feld war er ein Riese. Er durchlief die Nachwuchsteams des BVB und hatte eigentlich eine Profikarriere vor Augen. Er nahm im jugendlichen Leichtsinn aber ein paar falsche Abzweigungen und landete deshalb im Amateurfußball. Hier war er für all seine Teams ein überragender Rückhalt. Für Mengede 08/20, TuS Eving-Lindenhorst, ASC 09 Dortmund, FC Brünninghausen und den BSV Schüren. Sascha Grieger-Piontek hatte eine überragende Strafraumbeherrschung, unglaubliche Reaktionen auf der Linie und war zudem ein guter Fußballer, was auch jeder in der Halle bestaunen durfte.

Rafik Halim (l.). © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Rafik Halim: Von den technischen Fähigkeiten her war Rafik Halim eher in der Landesliga zu Hause. Trotzdem war er ein überragender Oberliga-Außenverteidiger. Läuferisch hätte er wohl die Qualität gehabt, bei Olympia einen Marathon zu laufen. Er klebte an seinen Gegenspielern, lief sie müde und war im Zweikampf kaum zu bezwingen. Nicht zu vergessen, dass er durch seine Größe unglaublich kopfballstark war. Was ihn noch wertvoller gemacht hat, war seine Führungsrolle beim ASC 09 Dortmund. Halim war ein Leader. Er war in guten Phasen kein Träumer, in schlechten war er der, der das Team wieder aufgebaut hat. Er war jemand, an dem sich jeder Mitspieler in jeder Phase anlehnen konnte.

Ist viel mit dem Fahrrad unterwegs: Wickedes Anil Konya. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Anil Konya: Zehn Jahre spielt er jetzt schon für Westfalia Wickede in der Westfalenliga. Mehr Vereinstreue geht einfach nicht. Viele haben sich gefragt, warum er nicht in der Oberliga angegriffen hat, das Zeug dazu hatte er allemal. Er gehört zu der Kategorie eisenharter Innenverteidiger. Niemand hat Lust gegen ihn zu spielen. Er pusht zudem jedes Team. Ist ein Anführer. Er ist einfach ein Glücksfall für Westfalia Wickede.

Francis Bugri (l.) © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Francis Bugri: Bei Bugri schauten sogar die unterlegenen Gegner gerne zu. Der ehemalige BVB-Spieler diktierte aus der Zentrale heraus das Spiel des TuS Eving-Lindenhorst und später auch das des ASC 09 Dortmund. Er war zwar nicht der Schnellste, er war aber im Kopf schneller als 99 Prozent seiner Gegenspieler. Deshalb war er bei seinen Teams immer die Anspielstation Nummer eins. Denn hatte Bugri den Ball, hat er fast immer daraus etwas Kreatives gemacht.

Kevin Brümmer © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Kevin Brümmer: Der offensive Mittelfeldspieler hat den ASC 09 Dortmund in der Oberliga auf ein neues Level gehievt. Er hat eine neue Epoche beim ASC eingeleitet. Er hatte zuvor für die SG Wattenscheid 09 und den VfL Bochum II in der Regionalliga gespielt. Beim ASC war er gleich der Anführer und hatte einen sehr großen Anteil daran, dass der Klub gleich zweimal am Regionalliga-Aufstieg geschnuppert hat. Brümmer hat eine unglaubliche Technik, ist stark im Eins-gegen-eins und ist dabei noch torgefährlich.

Dominik Behrend (l.) © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Dominik Behrend: Da wo Dominik Behrend war, war der Erfolg. Bei Mengede 08/20, beim TuS Eving-Lindenhorst, beim ASC 09 und auch beim FC Brünninghausen. Kaum einer verstand es ähnlich, die Mitspieler aus der Zentrale heraus so einzusetzen wie er. Ihm waren eigene Tore nicht wichtig. Er spielte auch noch freistehend vor dem Tor quer zu seinem Mitspieler. Er ist zudem mit hoher Wahrscheinlichkeit Dortmunds bester Hallenspieler aller Zeiten. Er hat mit seinen Teams gleich sechsmal den Titel gewonnen.

Dennis Boutagrat © Dieter Menne © Dieter Menne

Denis Boutagrat: Jeder, der seine Karriere verfolgt hat, hat dasselbe gesagt: Denis Boutagrat hat sein Talent verschenkt und hätte Profi werden müssen. Er war in der A-Jugend des BVB schon ein überragender offensiver Mittefeldspieler, verschenkte im Anschluss seine Möglichkeiten. Zum Glück für alle Amateur-Fußballliebhaber. Denn Boutagrat war eine Show auf dem Feld. Mit seiner Technik ließ er sehr viele Gegenspieler alt aussehen und seine Freistöße aus 20 Metern waren mit Elfmetern gleichzusetzen. Seine beste Zeit hatte er beim FC Brünninghausen, bei dem er einen großen Anteil daran hatte, dass der Klub so erfolgreich wurde.

Dimitrios Kalpakidis © Laryea © Laryea

Dimitrios Kalpakidis: Wer kennt nicht den Kalpakidis-Haken. Es war wie bei Arjen Robben: Jeder kannte seinen Trick, aber verteidigen ließ der sich trotzdem nicht. Kalpakidis stieg mit seinen Klubs TuS Eving-Lindenhorst und BSV Schüren als Spieler-Trainer in die Westfalenliga auf. Viele sagen, wenn du Spieler-Trainer bist, musst du besser als deine eigenen Jungs sein. Und das war er immer. Er war der Leuchtturm seiner Mannschaften. Er war immer zu sehen, wies den Weg und brachte seine Teams immer sicher ins Ziel. Und er diktierte aus der Zentrale heraus nicht nur mit seiner Technik das Spiel, er war sich auch nie zu schade, in der Defensive die Drecksarbeit zu machen.

Karim Bouzerda © Dan Laryea © Dan Laryea

Karim Bouzerda: Dass Karim Bouzerda heute in der Kreisliga A für den Kamener SC spielt, ist für seine Fähigkeiten eine Beleidigung. Noch heute könnte er locker in der Westfalenliga spielen. Im Eins-gegen-eins macht er seine Gegenspieler reihenweise lächerlich, egal in welcher Liga. Mit dem TuS Eving-Lindenhorst und später mit dem BSV Schüren sowohl in der Landes- als auch in der Westfalenliga. Er hat in der Offensive immer den Unterschied ausgemacht.

Tim Schwarz © Schütze © Schütze

Tim Schwarz: Ein Torjäger, den sich jedes Oberliga-Team gewünscht hätte. Aber der ASC 09 Dortmund hatte das Glück, ihn in seinen Reihen zu haben. In 77 Oberliga-Spielen erzielte er 34 Tore für den ASC 09. Schwarz war ein Team-Player, der sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Er hat auch am eigenen 16-Meter-Raum zur Grätsche angesetzt. Und seine Torgefährlichkeit blieb dabei nicht auf der Strecke. Es war ein Glücksfall für den ASC, dass er vom VfB Oldenburg zurück nach Dortmund kam und sich dem Klub angeschlossen hat.

Florian Gondrum © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Florian Gondrum: 2012 wechselte Florian Gondrum zum FC Brünninghausen und avanciert von da an zu einem der torgefährlichsten Torjäger der Stadt. Allein in seinen drei Oberliga-Jahren traf er 40 Mal für den FCB und bereitete unzählige Treffer vor. In der Westfalenliga trudelte er jede Saison so bei 20 Treffern ein. Gondrum hat die eingebaute Torgarantie und war zugleich lange Kapitän und Anführer des Klubs. Heute ist er Spieler-Trainer des FC Brünninghausen und immer noch torgefährlich.

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