Jan Hennig (l.) wechselt vom Hombrucher SV nach Lünen. © Nils Foltynowicz
Amateurfußball

War der Vorwurf der Charakterschwäche eine verbale Ohrfeige, Jan Hennig und Kevin Mattes?

Jan Hennig und Kevin Mattes werden den Hombrucher SV verlassen. Jahrelang hielten sie dem Klub die Treue, auch in schwierigeren Phasen. Mit dem Wechsel zum Lüner SV kam der Vowurf der Charakterschwäche.

Beide betonen es: „Es war letztlich keine Entscheidung gegen den Hombrucher SV. Ganz im Gegenteil: Wir haben uns da sehr, sehr lange, sehr, sehr wohlgefühlt.“ Kevin Mattes und Jan Hennig fühlten sich jahrelang wohl in Hombruch.

Mattes spielte in Summe 17 Jahre für den Klub, Jan Hennig durchgehend seit der D-Jugend. Insgesamt 13 Jahre.

Beide gehörten zu den Leistungsträgern: Hennig im Tor, Mattes als Kapitän. Im Sommer geht es für beide zum Lüner SV. Im Podcast „Die 7er-Kette“ haben sie die Gründe für den Transfer noch mal bekräftigt.

Gespräche waren überzeugend

Der Sportliche Leiter des Hombrucher SV, Willi Tiemann, echauffierte sich damals, sagte zum Wechsel der beiden: „Das zeugt von Charakterschwäche.“

Jan Hennig fand es „schade, dass die Worte damals gefallen sind“. Beide zeigten im Podcast Verständnis für die Emotionalität und die Aufregung mit dem Wechsel, weisen Charakterschwäche aber von sich.

Kevin Mattes (l.) hat einen A-Liga-Trainer nominiert. © Screenshot: Kisker © Screenshot: Kisker

Und begründen ihren Wechsel nach Lünen. „Man will halt diese Chance nutzen, auch wieder etwas höher zu spielen“, sagt Jan Hennig. „Axel Schmeing (neuer Trainer des Lüner SV; Anm. d. Red.) hat mir von den Ideen erzählt, was in Lünen alles möglich ist, was die vorhaben.“ Und die Gespräche waren überzeugend: Hennig und Mattes sehen die Chance, ganz oben in der Westfalenliga mit dem Klub anzugreifen.

Auch ein Thema, um welches beide nicht herumkamen: Die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft in Dortmund. Ob die beiden daran noch teilnehmen, steht noch in den Sternen, da die Teilnehmeranzahl verringert werden wird und Mannschaften weichen müssen. Hennig beschreibt das Turnier „als wichtigstes Turnier der Saison“, würde aber schon gerne mitspielen bei der nächsten Austragung.

„Ich verstehe die Leute absolut, die sagen, es ist eine Dortmunder Stadtmeisterschaft und hier sollen nur Dortmunder Mannschaften mitspielen. (…) Ich bleibe gespannt“, kündigt Mattes an.

Denn beide haben gute Erfahrungen bei dem Turnier mit dem Hombrucher SV gemacht, sind beim letzten Event bis in das Finale gekommen. Und das, obwohl es kurz vorher einige Querelen gab: Der damalige Trainer Sebastian Didion musste kurz vor dem Turnier gehen, acht Spieler verließen in der Folge den Verein und trotzdem überraschte das Team ganz Dortmund und zog spielstark in das Finale ein.

„Der Vorwurf tat weh zu hören“

Mattes und Hennig blieben dem Verein treu – trotz der Didion-Entlassung. „Einige Spieler haben ihre Konsequenzen gezogen. Wir haben uns trotzdem darum bemüht, die neuen Spieler schnell zu integrieren“, sagte Mattes in dem Podcast über diese Zeit. „Letztlich sind wir zu dem Entschluss gekommen, wir bleiben bei dem Verein, weil es unser Verein ist und wir wollen ihn auch nicht in so einer Situation alleine lassen.“ Wären Mattes und Hennig gegangen, hätten wohl, so vermutet es Mattes, womöglich auch noch weitere Spieler einen Abgang in Erwägung gezogen.

Doch wirkt der Vorwurf der Charakterschwäche da nicht wie eine verbale Ohrfeige? „Der Vorwurf tat weh zu hören, eben weil wir so viel mit dem Verein verbinden und auch in solchen Zeiten dageblieben sind“, sagt Mattes. Ein klärendes Gespräch hat es da noch nicht zwischen allen Beteiligten gegeben.

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David Nicolas Döring

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