2017 feierte Damian Sylvester (Hintergrund) mit Trainer Peter Brdonkalla den Aufstieg des Dorstfelder SC in die Bezirksliga. © Stephan Schuetze
Kreisliga B

Weiße Weste – Dortmunder Zweite sammelt mehr Punkte als die Erste

Südlich der A40 kickt eine 2. Mannschaft mit weißer Weste. Fünf Spiele, fünf Siege. Mit ihrerseits lediglich vier Siegen bei neun Versuchen schaut da auch die Erste schonmal ein bisschen neidisch.

Damian Sylvester ist der Trainer der besagten Zweiten. Und gefragt nach dem blitzsauberen Punktekonto seines Teams holt er kurz Luft, überlegt und gibt dann zu Protokoll: „Jaaa, wir sind nicht ganz unstolz.“

Dass seine Truppe in der vereinsinternen Hierarchie der ersten Mannschaft allerdings dauerhaft den Rang ablaufen könnte, bezweifelt er. Immerhin ist die Erste des TuS Eichlinghofen in der Bezirksliga unterwegs, während Sylvesters Mannschaft gerade die B-Liga unsicher macht. Also immerhin zwei Etagen Unterschied.

Damian Sylvester hat trotzdem seine Freude an dem, was sein Team bis zur Zwangspause abgeliefert hat. Denn auch wenn die zweite Mannschaft Erfolg hat, tut das dem Verein gut. Und dem Klub, in diesem Fall dem TuS Eichlinghofen, fühlt sich Sylvester mehr als verbunden. Immerhin spielte der heute 37-Jährige selbst zehn Jahre für den Verein.

„Einen Plan hierhin als Trainer zurückzukehren, den gab es so zwar nie“, sagt Sylvester. „Und ich war ja auch erst als Trainer beim SC Dorstfeld, dort wo ich quasi in den Senioren groß geworden bin. Aber es hat sich halt jetzt so ergeben, dass einige von den Jungs, mit denen ich noch in Eichlinghofen gespielt habe, ein bisschen kürzer treten wollen.“

Alle in die Zweite

Im Freundeskreis sei dann ziemlich schnell die Frage gekommen: „Wie wärs denn, wenn du Trainer machst und wir gehen alle in die Zweite? Das waren so vier, fünf Mann, u.a. Max Labudda, Max Scheibelhut und Thomas Hillebrand. Und das hörte sich einfach geil an, mit einigen alten Kollegen nochmal was auf die Beine zu stellen.“

Und auch wenn man sich schon lange kennt, gibt es bei der Ansprache durch den Neu-Trainer bei den Alt-Mitspielern keine Probleme. „Da helfen mir auch die Jahre in Dorstfeld, in denen ich an der Seite von Peter Brdonkalla viel Erfahrung gesammelt habe. Darum kann ich jetzt auch ganz gut sagen: Bis hierhin bin ich Kumpel und ab da bin ich Trainer.“

Diese Trennung kann Sylvester auch deshalb so gut aufrechthalten, weil er seinen Platz zu 99 Prozent auf der Bank sieht. Als Spielertrainer, der gerne glaubt, die Dinge auch auf dem Feld noch an sich reißen zu müssen, werde man ihn nicht erleben. „Wir haben immerhin einen Kader von 28 Spielern – da kann ich doch keinem dem Platz wegnehmen, selbst wenn ich gerne noch kicken würde. Klar, kann ich nicht ausschließen, dass ich mal einspringe, wenn absolut Not am Mann ist. Aber grundsätzlich soll das nicht sein.“

Eher sieht Sylvester noch seinen Co, Mohammed Chattibi, als Kandidaten für die Elf, die auf dem Feld steht. „Ich hoffe, ich krieg den nochmal motiviert zu spielen. Der ist erst 30, bezirksligaerfahren – wenn wir den noch kriegen, könnte es noch besser laufen.“

Vorher schon gut

Der Erfolg für die Zweite von Eichlinghofen ist aber auch so schon da und hat aus Sicht des Trainers auch etwas mit den neuen alten Spielern zu tun, die dazugestoßen sind. „Aber nicht eben nicht nur,“ sagt Sylvester. „Denn die Mannschaft war ja vorher schon gut, war die letzten Jahre immer in den oberen Regionen der Liga unterwegs. Und es war eher klar, dass sie noch besser würde, wenn wir die Jungs, die jetzt dazugestoßen sind, integriert kriegen.“ Mit Blick auf die ersten Spiele scheint das geklappt zu haben.

Damian Sylvester hätten diesen Lauf gerne nahtlos fortgesetzt. Die Corana-Zwangspause hielt ihn und sein Team davon ab. „Ärgerlich ist das auf jeden Fall. Wir haben in der Vorbereitung richtig geackert, haben uns dafür in den ersten Spielen belohnt, hätten gerne so weitergemacht. Jetzt können wir nur hoffen, dass wir, wenn es irgendwann weitergeht, nicht wieder bei Null anzufangen.“ Aber immerhin 15 Punkte sind schon sicher.

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Sportredaktion Dortmund
61er-Jahrgang aus Bochum, seit über 35 Jahren im Journalismus zu Hause - dem Sport und dem blau-weißen VfL schon ewig von Herzen verbunden - als Sportredakteur aber ein Spätberufener.
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