Engin Ergün ist der Geschäftsführer von 4Bro, hier hat er einen eher gewöhnlichen Zitronen-Eistee aus der Produktpalette dabei. © Sabine Geschwinder
Fußball-Bezirksliga

Wer ist der Mann, der für die ganzen Transfers des VfL Kemminghausen verantwortlich ist?

Der VfL Kemminghausen rüstet auf, es verändert sich viel. Doch woran liegt das? Wer ist der neue große Sponsor des Klubs, der Vieles möglich macht? Wir haben mit ihm gesprochen.

Es ist eine andere Sprache, die seit wenigen Monaten in Kemminghausen gesprochen wird. Jugendliche und Kinder würden sie wohl als cool bezeichnen. Sobald das ein Journalist aber schreibt, droht es nicht mehr so cool zu sein, weshalb an der Stelle der Jugend keine Wörter in den Mund gelegt werden.

Doch es gibt da ein Wort, welche die Dortmunder Amateurfußball-Szene sich vormerken sollte. Beim VfL sind alle „Bros“.

Ein Begriff, der bekannt ist. „Bros“ steht im englischen für das Wort „Brother“, zu deutsch „Bruder“. In Kemminghausen sind nun alle Brüder.

Genauer gesagt, Eistee-Brüder.

4Bro krempelt alles etwas um in Kemminghausen

Die Eistee- und Chips-Marke „4Bro“ unterstützt seit einigen Monaten den Bezirksligisten und krempelt alles etwas um.

Es ist Dienstagnachmittag als unsere Redaktion Engin Ergün erreicht, er ist in München, hat viele Termine. Für ein Gespräch über den VfL Kemminghausen und insbesondere den Amateurfußball nimmt sich der gebürtige Dattelner aber die Zeit. „Ich bin amateurfußballbegeistert“, sagt er, „der ist einzigartig, der ist beispielhaft, wie sich etwas entwickeln kann.“

Er selbst bezeichnet sich als „Ur-Dortmunder“, ist in Eving aufgewachsen, hat für den TuS Eving Lindenhorst und für den TSC Eintracht in Dortmund gespielt. Mit seinem Unternehmen hat er innerhalb eines Jahres laut dem „Business Insider“ 20 Millionen Euro Umsatz gemacht. Er strebt zwischen 80 bis 100 Millionen Euro an.

Doch wie kommt es dann zum Engagement beim VfL Kemminghausen? „Wir kannten uns bereits, weil ich in der Nähe wohne“, sagt Ergün. Aus einer losen Anfrage des Klubs an ihn, sei dann ein reger Kontakt entstanden.

Pläne, Visionen, Projekte sind ausgetauscht worden. „Die ganze Zusammenarbeit ist langfristig angelegt. Wir wollen strukturell etwas aufbauen“, sagt Ergün.

Der Stadion-Name gehört bereits seiner Firma. Es wird von nun an in der „4Bro-Arena am Gretelweg“ gespielt. Auf Kleidungsstücken des Vereins soll das Firmenlogo platziert werden.

Dafür stellt Ergün die Klamotten, wie es üblich ist bei einem Sponsoring. Im feinsten Marketingsprech erklärt er seine Idee dahinter: „Der Amateurfußball gehört für 4Bro zu einem wichtigen Bereich, den wir fördern möchten, weil wir meinen, dass viele Bros dort spielen.“

Viele Neuzugänge beim VfL

Und so betont der 47-Jährige immer wieder, dass er vor allem im Jugendbereich viel bewegen möchte. „Ich sehe im ganzen Amateurbereich in der Dortmunder Nordstadt viel Potenzial, wo mehr getan werden muss. Ich hoffe, der VfL Kemminghausen entwickelt sich mit seiner Jugendarbeit strukturell gut, um Jugendspieler in die Seniorenmannschaften mit einzubinden.“

Und diese Seniorenmannschaft hat einiges vor in der kommenden Spielzeit. Anders lässt es sich nicht ausdrücken, blickt man auf die bislang getätigten Neuverpflichtungen. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler Mert Ahmet Akbulut, Ali Abou Saleh, der mit dem TuS Bövinghausen in die Westfalenliga aufstieg, zuletzt Boubacar Jallow, der eine Zeit lang Kapitän vom Liga-Konkurrenten FC Roj war.

„Wir hätten noch die Möglichkeit, zwei Regionalliga-Spieler zu verpflichten. Sie sind heiß auf uns“, sagte der Sportliche Leiter Tuna Kayabasi vor kurzem. Er hat das Team ordentlich umgekrempelt, insgesamt 15 neue Spieler geholt. Mit Möglichkeiten, die zuvor nicht da waren.

Doch Ergün überlässt Kayabasi das Feld, nimmt keinen Einfluss. „Sportlich mische ich mich überhaupt nicht ein. Jeder hat seinen Verantwortungsbereich. Tuna weiß, was er da macht. Wir können nur im Hintergrund unterstützen“, sagt Ergün vielsagend.

Viel Potenzial in der Nordstadt

Er sieht in der Dortmunder Nordstadt viel Potenzial, sagt, mit den beiden Evinger Vereinen, dem TuS Eving Lindehorst und der SG Phönix Eving, „da lässt sich viel bewegen“.

Wie das konkret aussehen soll, vermochte Ergün noch nicht zu beurteilen, aber er betont: Der Amateurfußball und insbesondere die Jugend soll gefördert und auf die Plätze geholt werden. Im besten Fall zum VfL Kemminghausen.

„Die Hoffnung besteht natürlich, dass sich der VfL Kemminghausen weiterentwickelt. Mit Jugendarbeit, eventuell einem Aufstieg der ersten Mannschaft“, frohlockt Engün.

Und eines steht fest: Das Wort „Bro“ ist am Platz des VfL Kemminghausen nun fest im Vokabular verankert.

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David Nicolas Döring

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