Die Wickeder kamen im Spiel gegen den Hombrucher SV in aller Regel einen Schritt zu spät. © Nils Foltynowicz
Hecker-Cup

Westfalia Wickede schmerzt das 0:5 – und bricht vielleicht mit einer Tradition

Die Ernüchterung ist groß bei Westfalia Wickede nach der 0:5-Klatsche gegen den Hombrucher SV beim Hecker-Cup - so groß, dass Wickedes Sportlicher Leiter, Daniel Dukic, sogar eine Tradition in Frage stellt.

Der frischgebackene Sieger des Kronen-Kreidekarre-Cups ist krachend auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Im ersten Spiel von Westfalenligist Westfalia Wickede im Hecker-Cup setzte es gegen den eine Liga tiefer einsortierten Hombrucher SV am Donnerstag eine schmerzliche Niederlage.

So schmerzlich, dass aus Sicht von Daniel Dukic der Hecker-Cup für Wickede schon gelaufen ist. „Gegen den Oberligisten ASC 09 reicht am Samstag ja noch nichtmal ein knapper Sieg. Nach dem 0:5 gegen Hombruch müssen wir das schon richtig hoch gewinnen. Kaum zu erwarten, dass das passiert. Darum werden wir da am Samstag auch nur noch mit 12 oder 13 Mann vor Ort sein. Der Rest ist verletzt, gesperrt, im Urlaub oder gerade geimpft.““

Eine Erklärung für die enttäuschende Leistung der so hoch eingeschätzten Wickeder hatte Dukic auch am Tag danach noch nicht parat: „Im Vergleich zum Finale in Brackel war die Mannschaft gestern einfach kaum wiederzuerkennen. Wir waren selbst erschrocken, was wir da gesehen haben, wie groß zum Teil die Lücken zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen waren. Nach dem 0:4 und den zwei roten Karten hab ich es irgendwann nur noch mit Sarkasmus genommen.“

Zwar seien einige Umstellungen, insbesondere in der Defensive, im Vergleich zum Finale bei Kronen-Kreidekarre-Cup vorgenommen worden. „Aber dass das schon wirklich ein hinreichender Grund dafür sein soll, im Waldstadion so desaströs aufzutreten, bezweifele ich stark.“

Wickedes Sportlicher Leiter Daniel Dukic hat noch einen Transfer getätigt. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Spiel auf echtem Rasen, schwere Beine, frühe Anstoßzeit – könne man alles als erschwerende Umstände nennen. „Aber dass es in der ersten Halbzeit nicht mal einen vernünftigen Spielaufbau von uns gegeben hat, erklärt das alles nicht. Jeder Ball ist beim Gegner verschwunden. Nach jedem dritten oder vierten Pass war der Ball schon wieder weg. Wir haben nicht gespielt wie überzeugte Westfalenliga-Spieler sondern total unsicher. Hombruch hat das schnell gemerkt. Und dann steht es eben in ein paar Minuten 4:0 für die anderen.“

Andererseits, wisse er und wisse auch die Mannschaft, das bittere Erlebnis wenn schon nicht zu erklären so doch wenigstens einzuordnen. „Das gehört für das Team eben auch dazu, großartig zu gewinnen und auch mal richtig zu scheitern.“

Die beiden Rotsünder der Wickeder, Niels Overhoff und Joao da Silva Macedo, nahm Dukic allerdings ein stückweit in Schutz, auch wenn die Platzverweise die Chancen der Wickeder, das Blatt noch zu wenden, kurzerhand auf Null setzten. „Die rote Karte für Niels Overhoff wegen Schiedsrichterbeleidigung war ein Missverständnis. Niels war sauer über eine Foulentscheidung und hat zum Schiedsrichter gesagt: „Ist das hier nen Spaß, oder was?“ Der Schiedsrichter hat aber statt Spaß „Spasti“ verstanden und Niels rot gezeigt. Das konnten wir nach dem Spiel zum Glück aufklären.“

Und Macedo? „Das ist ein junger Bursche, der frisch aus der A-Jugend von Hombruch zu uns gekommen ist. Ich glaub, er war im Spiel gegen die erste Mannschaft des Vereins, von dem er gekommen ist, einfach ein bisschen übermotiviert. Das macht es allerdings nicht richtiger, so von hinten in den Gegner zu gehen, wie er das getan hat.“

Und welche Konsequenzen zieht man bei der Westfalia nun aus dem Auftritt beim Hecker-Cup? „Für uns stellt sich ernsthaft die Frage, ob das nicht ein Turnier zuviel war in der Vorbereitung. Wir haben in den letzten Jahren schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass wir im ersten Turnier der Vorbereitung in Brackel richtig gut abschneiden. Das war dann aber immer ein Erfolg, der mit ganz vielen Opfern erkauft war. Dann sind wir mit reduziertem Kader beim Hecker-Cup angetreten und haben nichts mehr gerissen. Deswegen stell ich mir tatsächlich die Frage, ob wir in Zukunft nicht bei einem Turnier passen sollten. Entschieden ist das natürlich noch überhaupt nicht. Aber die Überlegung ist da.“

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Sportredaktion Dortmund
61er-Jahrgang aus Bochum, seit über 35 Jahren im Journalismus zu Hause - dem Sport und dem blau-weißen VfL schon ewig von Herzen verbunden - als Sportredakteur aber ein Spätberufener.
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